Kneipensterben im Dorf
Hambuch: Neues Kneipenformat gegen Gaststättensterben im ländlichen Raum
aus Cochem
Hambuch. Das Gaststätten- und Kneipensterben hat sich in den vergangenen Jahren immer weiter verstärkt und mittlerweile bedauernswerte Ausmaße angenommen. Hauptsächlich betroffen ist der ländliche Raum, wobei in den letzten zehn Jahren fast 40 Prozent der Landgaststätten ihren Betrieb aufgeben mussten.
Da wo man sich früher zum Feierabendbier, zum Frühschoppen, zum Skat, Doppelkopf, Würfelspiel sowie zur allwöchentlichen Stammtischrunde getroffen hat, bleiben die Türen heute verschlossen. So auch im 750-Seelen-Dorf Hambuch, wo sich die Dorfgemeinschaft nach wie vor in 11 Vereinen engagiert und ebenfalls schon geraume Zeit auf eine Gaststätte verzichten muss.
Ergo tat man sich zusammen und hat im örtlichen Kulturhaus Probstei einmal im Monat von 18-22 Uhr einen Kneipenabend für alle eingerichtet, bei dem sich die Mitglieder der Ortsvereine jeweils als Gastgeber abwechseln. Aktuell ging dieser Kneipenabend in seine vierte Runde und konnte bisher pro Veranstaltungstag bis zu 80 Gäste zählen.
„Beim Ausschank verzichten wir auf Hochprozentiges und es gibt neben Wein und Bier alkoholfreie Getränke und Knabberzeug“, sagt Tina Blatt, die am Abend mit ihrem Team vom Spielmannszug die Thekenpatenschaft übernommen hat. Um 18:30 Uhr zählt man bereits rund 50 Gäste, die sich an der Theke und diversen Stehtischen unterhalten oder zum Kartenspiel Platz genommen haben.
„Richtig los geht es erst ab 20:00 Uhr – dann haben die meisten das Abendbrot hinter sich und kommen noch auf das ein oder andere Getränk vorbei“, so Blatt. Da in den kommenden Monaten die Räumlichkeiten der Probstei für unterschiedliche Veranstaltungen besonders gefragt sind, erwägt man für die Sommermonate auch einen alternativen Picknickabend.
Lange musste man darauf verzichten. Jetzt kann man sich in Hambuch auch wieder zu einer gemütlichen Skatrunde treffen. Foto: Thomas Esser
Auch die traditionellen Stammtischtreffen sind jetzt einmal im Monat wieder möglich. Foto: Thomas Esser
