Sozialministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler in Ediger-Eller zu Gast beim Neujahrsempfang der Sozialdemokraten
Langer Atem beim demografischen Wandel erforderlich
Ediger-Eller. Innenstaatssekretärin Heike Raab und MdL Benedikt Oster moderierten einmal mehr gemeinsam den Neujahrsempfang der Kreis-Sozialdemokraten, zu dem in 2015 die frischgebackene rheinland-pfälzische Sozialministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler als politischer Ehrengast zu den rund 200 Anwesenden sprach. Dabei hob sie den demografischen Wandel als ihr persönliches Hauptthema hervor, der ebenso in ihr Ministerressort fällt wie Arbeit, Soziales und Gesundheit. In diesem Zusammenhang zeigte sie Demografie und Gesundheit in ihrer aktuellen Verbindung bezüglich des Ärztemangels im ländlichen Raum mit dem Beispiel Kaisersesch auf, wo man den demografischen Wandel auch im Kreis Cochem-Zell schon deutlich zu spüren bekäme: „Ärzte nehmen keine weiteren Patienten mehr an oder gehen in den Ruhestand.“ Laut einer repräsentativen Umfrage in Rheinland-Pfalz sehen die Bürger speziell im Hinblick auf den demografischen Wandel unbedingten Handlungsbedarf vonseiten der Politik, die hier auch klare Lösungsansätze aufzeigen soll. So hört Sabine Bätzing-Lichtenthäler die gängige Bezeichnung „demografischer Wandel“ laut eigenen Angaben überhaupt nicht gerne. Hier gefällt Ihr die Umschreibung des ehemaligen SPD-Bundesvorsitzenden Franz Müntefering lieber, die vom Inhalt her den Nagel auf den Kopf trifft: „Wir werden weniger, älter, bunter.“ „Jedoch ist dies kein Grund in eine Art Schockzustand zu verfallen“, so die Ministerin - nach dem Motto: „O Gott wir vergreisen und es gibt keine Kinder mehr.“ Hier beruhigte sie und meinte: „So schlimm wird es sicher nicht.“ Jedoch ist eine Veränderung nicht aufzuhalten. Hier ist es vornehmlich, die Aufgabe der Politik die Rahmenbedingungen entsprechend anzupassen. So sieht die Sozialministerin Handlungsbedarf bei drei dringlichen Themen: 1. „die ärztliche Versorgung im ländlichen Raum“, 2. „das Wohnen und Zusammenleben im Alter“, 3. „künftige Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt“. Ein Dorn im Auge ist auch MdL Benedikt Oster der angesprochene Landarztmangel, mit dem er sich intensiv während seiner Ansprache beschäftigte. Ihm gleich tat dies Staatssekretärin Heike Raab, die sich in ihren Ausführungen mit Oster abwechselte und die abendlichen Gäste willkommen hieß. Von einem Förderprogramm zur Ansiedlung junger Ärzte auf dem ländlichen Raum berichtete in der Folge die Ministerin und wies zusätzlich mit der Einrichtung von medizinischen Versorgungszentren auf eine Alternativlösung hin, in der beispielsweise drei bis vier Hausärzte zusammenarbeiten. Im so beschriebenen Fall würden die Beteiligten nicht das komplette Risiko einer Praxisgründung tragen, sondern könnten zu einer Einigung mit verträglicheren Arbeitsmodellen kommen. Letztgenannten spricht die Ministerin künftig eine besondere Bedeutung zu, da zwischenzeitlich mehr als zwei Drittel der Absolventen eines Medizinstudiums Frauen seien. Es sei nur natürlich, dass viele von ihnen besonders Wert darauf legen, Beruf und Familie einvernehmlich zu gestalten. „Nein“, eine Patentlösung für alle Aufgaben und Herausforderungen, die der demografische Wandel mit sich bringt, hatte Sabine Bätzing-Lichtenthäler noch nicht im Gepäck - aber sie arbeite mit Hochdruck daran, ließ sie mit gewinnendem Lächeln vernehmen. Angesichts der tollen Dudelsack-Musik von den „Moselkrampen Lowland Pipers“ fand die sympathische Ministerin eine treffende Parallele zum angesagten politischen Thema: „Wie Sie brauchen wir dazu einen langen Atem.“
Staatssekretärin Heike Raab und MdL Benedikt Oster freuen sich über den Besuch der Ministerin, die auch privat gerne an der Mosel verweilt.
Für die treffliche Musikunterhaltung sorgten die brillanten Akteure der „Moselkrampen Lowland Pipers“.
