Wärmedämmung Ja oder Nein
Millionen Schafe können nicht irren - oder doch?
Hans Weinreuter räumt mit Irrtümern rund ums Dämmen auf
Cochem-Zell. Ob Schimmel, Algen, Atemnot - Hans Weinreuter, Energiereferent der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, geht vielen Fehlaussagen zum baulichen Wärmeschutz auf den Grund. Die Energieagentur des Landkreises „unser-klima-cochem-zell“ und die Verbraucherzentrale hatten eingeladen ins Kulturzentrum Kapuzinerkloster Cochem, zu einem Informationsabend unter dem Motto „Wärmedämmung JA oder NEIN?“
Das Thema Wärmedämmung ist in der Öffentlichkeit immer wieder massiven Vorwürfen ausgesetzt. Dies verunsichert viele Hausbesitzer. „Die meisten Vorwürfe und Ängste sind unbegründet“, versichert Hans Weinreuter, Energieexperte der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. „Aber die Entscheidung über die Art und die Reihenfolge von Wärmedämmmaßnahmen ist immer im Einzelfall zu treffen und bedarf einer ausführlichen Analyse im Rahmen einer qualifizierten Energieberatung.“
Die Vorurteile reichen von Schimmelbildung über vermeintlich zu dichte Häuser bis hin zu vermehrter Algenbildung auf gedämmten Hauswänden. Angeblich sperrt die Dämmung auch solare Gewinne aus und Wände können nicht mehr atmen. Der Einspareffekt und die Wirtschaftlichkeit von Dämmmaßnahmen werden grundsätzlich infrage gestellt. Nicht zuletzt die Angst vor erhöhtem Brandrisiko und die Frage der späteren Entsorgung werden gegen die Dämmung ins Feld geführt. „Die allermeisten bauphysikalischen, ökonomischen und ökologischen Fragen sind ausreichend diskutiert und geklärt. Grundsätzliche Bedenken gegen die Dämmung von Gebäuden sind daher unbegründet“, stellt Hans Weinreuter von der Verbraucherzentrale klar. „Entscheidend ist - wie bei allen Maßnahmen rund ums Haus - eine hohe Qualität bei der Planung und Ausführung. Stimmt die Qualität nicht, kann der erhoffte Effekt ausbleiben“, so Weinreuter weiter. Als Fazit drückt sich der Energieexperte ganz bildlich aus: „Ein eindeutiges JA für die Wärmedämmung, denn Millionen Schafe können nicht irren - oder doch?“
Zum Abschluss der Veranstaltung durften sich die Akteure noch über eine Auszeichnung freuen. Renate Michel, Regionalreferentin Rhein-Mosel-Eifel, verlieh der Abendveranstaltung die Plakette für ein herausragendes Projekt im Rahmen der Programmangebote der landesweiten Aktionswoche „Rheinland-Pfalz: Ein Land voller Energie“. Pressemitteilung des
Vereins unser-klima-cochem-zell
Renate Michel, Regionalreferentin Rhein-Mosel-Eifel (2.v.r.) übergibt die Plakette anlässlich der Aktionswoche „RLP: Ein Land voller Energie“, an den Geschäftsführer der Energieagentur „unser-klima-cochem-zell“, Dirk Barbye (Mitte) im Beisein vom Referenten des abends Hans Weinreuter (2.v.l.), Klimaschutzmanager Thomas Berens (r.) und Netzwerkmanagerin der Bioenergie-Region Cochem-Zell, Nicole Jobelius-Schausten (l.). Foto: privat
