Politik | 20.03.2014

Etwa 1000 Bürger demonstrierten gegen den Marsch von 130 Neo-Nazis

1000 Polizisten sorgten für den friedlichen Verlauf der Demonstrationen

Die Sambagruppe „Piri piri“ sorgte für Action.

Koblenz. Was ein so kleines Häuflein von politisch rechts gerichteter 130 Demonstranten mit ihrem ungeliebten Marsch in Koblenz anrichtete, war am vergangenen Samstag nicht zu übersehen. Durch die Demonstration und Gegendemonstration wurde der Verkehr in der Koblenzer Innenstadt nahezu lahmgelegt. Es waren rund 1000 Polizeibeamte, darunter einige  aus Hessen und viele von der Bundespolizei im Einsatz.

Breite Beteiligung an der Gegendemonstration

Die Koblenzer mögen diese Rechten absolut nicht und deshalb hatten DGB, ASTA und Verdi Gegendemonstrationen organisiert, an denen sich rund 1000 Bürger beteiligten. Wichtig waren für Stadtverwaltung und Polizei, dass die beiden Demos nicht aufeinander trafen, denn das hätte unabsehbare Folgen haben können. Im Bereich von  Wöllershof/Pfuhlgasse und Pfuhlgasse/Viktoriastraße versuchte eine Gruppe, überwiegend Punker, zum rechten Demonstrationszug vorzudringen. Hunderte mit Helm, Schlagstöcken, Beinschutz und Protektoren ausgestattete Polizisten konnten dies, verhindern. Am Wöllershof hatten sich einige Punker auf die Straße gesetzt, um den Marsch der Rechten zu verhindern. Ein in Deeskalation geschulter Polizeibeamter begründete, warum sie die Straße freigeben sollen: „Wenn Sie uns so nett auffordern, machen wir das“, sagten die jungen Leute, standen auf und gingen zum Straßenrand. Von dort wurden durch Rufe und Sprechchöre die über Lautsprecher verkündeten nationalsozialistischen Parolen gestört, denn die wollte niemand hören. Schließlich sahen auch die rechten Demonstranten ein, dass sie in Koblenz keinen Blumentopf gewinnen können und vereinbarten mit den Versammlungsbehörden, dass sie zur Auflösung der Demo zum Hauptbahnhof zurückkehren dürfen, was ihnen gerne gestattet wurde. Von dort waren sie auch gestartet mit Vorkontrollen durch die Polizei, um „potenziell gewaltbereite Störer schon in der Anreisephase zu erkennen“, heißt es im Polizeibericht. Es wurden 182 Personen überprüft und acht Platzverweise erteilt.

Demonstranten und Gegner säuberlich getrennt

Schon vor dem Bahnhofsgebäude hatte die Polizei die rechten Demonstranten und ihre Gegner fein säuberlich durch eine Art Niemandsland, das nur von Pressefotografen und Kameraleuten unter Begleitung von Polizeibeamten betreten werden durfte, getrennt. So sammelten die Rechten am Beginn der Bahnhofstraße langsam ihre Sympathisanten, während gegenüber vor allem der DGB mit dem Auftritt der Sambagruppe „Piri piri“ einen musikalischen Akzent setzen konnte.

Die Polizei zog eine positive Bilanz des Einsatzes, Polizeidirektor Christoph Semmelrogge ist zufrieden mit dem Verlauf: „Es war der erwartete Großeinsatz für die Polizei, mit dem wir gerechnet hatten. Den Mitbürgern und Besuchern von Koblenz danke ich für die aufgebrachte Geduld und das gezeigte Verständnis für unvermeidbare Beeinträchtigungen. Ebenso bedanke ich mich bei allen Einsatzkräften der Polizei für ihr besonnenes und professionelles Engagement während des langen Einsatzes.“ 

Die Sambagruppe „Piri piri“ sorgte für Action.
„Nazis raus aus unserer Stadt“ forderten die Demonstranten

„Nazis raus aus unserer Stadt“ forderten die Demonstranten

Die Sambagruppe „Piri piri“ sorgte für Action.

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