NLS-Saisonabschluss auf der Nordschleife
Adrenalin Motorsport krönt sich zum Meister 2026
Nürburg. Spektakulärer Saisonabschluss in der Nürburgring-Langstrecken-Serie (NLS): Bei der 2. NLS-Sportwarte-Trophy bescherte die Nordschleife den Akteuren und Fans während des vierstündigen Rennens nahezu perfekte goldene Oktoberstunden. Doch nicht nur die herbstliche Landschaft sorgte für glänzende Momente auch auf der Strecke wurden spannende Entscheidungen ausgefochten.
Im Mittelpunkt des Faninteresses stand dieses Mal weniger der Kampf um den Gesamtsieg als vielmehr die Entscheidung um den Meistertitel 2026.
Adrenalin Motorsport macht den Titel perfekt
Mit der besten Ausgangsposition reisten Edoardo Bugane, Yannick Fübrich und Sven Markert vom Team Adrenalin Motorsport zum Saisonfinale in die Eifel. Mit 94 Punkten führte das Trio die Meisterschaft vor dem letzten Lauf an und konnte sich mit einem Klassensieg im BMW M240i Racing Cup aus eigener Kraft den Titel sichern. Die Verfolger Alexander Fielenbach und Oskar Sandberg von Smyrlis Racing hatten mit ihrem Porsche 718 Cayman GT4 CS bei einem Fehler der Führenden ebenfalls noch Titelchancen. Auch Alexandru Vasilescu, der mit dem BMW M4 GT4 von BLACK FALCON auf dem dritten Tabellenrang lag, durfte sich noch Hoffnungen machen.
Doch das BMW-Trio von Adrenalin Motorsport ließ nichts anbrennen und lieferte ein fehlerfreies Rennen ab. Mit dem insgesamt achten Klassensieg der Saison sicherten sich Bugane, Fübrich und Markert nicht nur den Meistertitel, sondern bescherten der Mannschaft von Matthias Unger zugleich den achten Titel innerhalb von neun Jahren. Lediglich 2025 musste sich das Team aus dem hessischen Heusenstamm unweit von Frankfurt dem Konkurrenten Sorg Motorsport geschlagen geben.
GT3-Feld unterstreicht den Stellenwert der NLS
Obwohl zeitgleich das DTM-Finale in Hockenheim stattfand, unterstrich die GT3-Klasse mit 19 Boliden im Feld der insgesamt 115 gestarteten Fahrzeuge eindrucksvoll den hohen Stellenwert, den die NLS mittlerweile auch bei den GT3-Teams genießt.
Am Ende erlebten die Fans einen erneuten Doppelsieg der beiden GT3-Porsche von Schnabl Engineering. Dieses Mal hatte der Dunlop-Porsche mit Nico Menzel und Sven Müller am Steuer die Nase vorn. Dahinter folgte der Falken-Porsche, pilotiert von Tim Heinemann und dem als Doppelstarter eingesetzten Sven Müller.
Mit seinem insgesamt fünften NLS-Gesamtsieg zog Nico Menzel mit seinem Vater Christian gleich. „Zehn Gesamtsiege im Hause Menzel, da können wir demnächst noch ein wenig nachlegen“, scherzte Menzel Junior. Zugleich räumte er ein, dass sein Vater ihm beim 24-Stunden-Rennen noch einen Triumph voraushat.
Jordan Pepper und Tim Tramnitz komplettierten mit dem BMW M4 GT3 EVO von Schubert Motorsport das Podium in der Gesamtwertung.
BLACK FALCON sammeltweitere Klassensiege
Hinter dem Max-Kruse-Audi belegte der auf Gesamtrang fünf liegende Porsche von BLACK FALCON die beste Platzierung eines der lokalen Teams. Patrick Assenheimer, Tobias Müller und Dylan Pereira sicherten sich damit zugleich den Klassensieg in der Wertung SP9 Pro-Am.
Auch zwei weitere Porsche von BLACK FALCON sorgten in den Klassen CUP2 und AT2 für einen erfolgreichen Saisonabschluss. Beide Besatzungen bescherten dem Team zusätzliche Klassensiege. In der Klasse CUP2 durfte sich die Mannschaft aus Meuspath zudem über einen dritten Platz freuen. Abgerundet wurde die Pokalausbeute der schwarzen Falken durch den zweiten Platz des BMW M4 GT4 EVO in der Klasse SP10.
Den dritten Platz in dieser Klasse belegte der Mercedes-AMG GT4 von Prosport Racing.
Prosport Racing trotz Rückschlags auf dem Podium
Einen weiteren dritten Platz verbuchte Prosport Racing in der Klassenwertung SP9 Pro-Am. Für die Mannschaft aus Wiesemscheid rund um Teamchef Mark Heneriz aus Mayen dürfte diese Platzierung allerdings nur ein kleines Trostpflaster gewesen sein.
Der Mercedes war zuvor aus aussichtsreicher zweiter Gesamtposition durch einen Auffahrunfall zurückgeworfen worden. Die anschließende Reparatur kostete wertvolle Zeit und machte alle Hoffnungen auf einen möglichen Gesamtsieg zunichte. Am Ende erreichte das Fahrzeug Platz 7 im Gesamtklassement.
Schmickler Performance mit zwei Podiumsplatzierungen
Neben Prosport Racing verabschiedete sich auch Schmickler Performance mit zwei Podiumsplatzierungen aus der Saison 2026. In der BMW-M240i-Klasse musste sich die Besatzung des Schmickler-BMW lediglich den neuen Meistern von Adrenalin Motorsport geschlagen geben.
Einen weiteren Klassensieg feierte das Team mit dem Porsche 982 Turbo. Neben Stammfahrer Achim Wawer saß bei diesem Rennen Carsten Knechtges aus Mayen am Steuer.
In der Porsche-Cayman-Trophy verpassten Stefan Schmickler, Kai Riemer und Horst Baumann im Feld der 18 gestarteten Fahrzeuge mit Platz vier das Podium nur knapp.
Dupré Motorsport überrascht mit neuem Audi S3
Für eine besondere Überraschung zum Saisonabschluss sorgte Dupré Motorsport mit einem neuen Audi S3. Obwohl sich die beiden erfolgreichen Mayener Brüder Jürgen und Joachim Nett zunächst noch auf das neue Fahrzeug einstellen mussten, durfte das Team am Ende einen weiteren Klassensieg bejubeln. Gemeinsam mit Christoph Dupré gelang es ihnen, sich in der Klasse VT2F+ 4WD gegen sechs weitere Konkurrenten durchzusetzen und den Sieg einzufahren.
Mit diesem Erfolg sicherte sich das Bruderduo zugleich die beste Platzierung der Lokalmatadore in der Meisterschaftstabelle. Sollte nach dem Wertungsausschluss beim neunten Lauf das DMSB-Berufungsgericht dem Team rechtgeben, würde man die Saison sogar unter den Top Ten in der Meisterschaft abschließen und dürfte zudem den Sieg in der Produktionswagen-Trophäe 2026 feiern.
Vorfreude auf dasJubiläumsjahr des Nürburgrings
Mit einem abwechslungsreichen Renntag, zahlreichen Klassensiegen und der Entscheidung um den Meistertitel ging die NLS-Saison 2026 zu Ende. Die herbstlich gefärbten Wälder der Eifel boten eine stimmungsvolle Kulisse für den würdigen Abschluss eines ereignisreichen Motorsportjahres.
Lange müssen sich die Fans nicht bis zur nächsten Saison gedulden: Im Jubiläumsjahr des Nürburgrings startet die Nürburgring-Langstrecken-Serie am 20. März 2027 in die neue Saison. BURG
Nach einem erneuten Klassensieg schließen die beiden Mayener Piloten Jürgen und Joachim Nett die Tabelle als bestplatzierte Piloten aus der Region ab. Das Duo pilotierte auch beim letzten Rennen den neuen Audi S3 gemeinsam mit Christoph Dupré zum Erfolg.
Erneuter Klassensieg für den Porsche 982 Turbo vom Team Schmickler Performance. Der neben Stammfahrer Achim Wawer bei diesem Rennen ein weiteres Mal von Carsten Knechtges pilotiert wurde.
Der in der SP9 Pro-Am siegreiche Black-Falken-Porsche.
Team Chef Matthias Unger (v.li.) Edoardo Bugane, Sven Markert und Yannick Fübrich sicherten dem Team von Adrenalin Motorsport die NLS-Meisterschaft 2026.Foto: BURG