Jahreskonzert am Sonntag
Collegium Musicum Koblenz präsentiert abwechslungsreiches Jahreskonzert 2026
aus Koblenz
Koblenz. Das collegium musicum Koblenz gab am Sonntag dem 29.03.2026 in der Aula des Gymnasiums auf der Kartause Koblenz sein diesjähriges Jahreskonzert als Konzertmatinee. Trotz der Zeitumstellung auf die Sommerzeit hat sich zahlreiches Publikum eingefunden. Das Orchester unter Leitung von Werner Höss präsentierte ein abwechslungsreiches Programm mit Stücken unterschiedlichster Musikrichtungen.
Das Konzert beginnt mit einem feurigen, opernhaften Auftakt. Die Ouvertüre zur Oper „Peter Schmoll“ von Carl Maria von Weber beginnt sofort mit dem Italienisch angehauchten, lebhaften Duktus. Sie lebt von ihren Kontrasten, hier das energiegeladene Tutti des Orchesters, dann zarte, fast schüchterne Holzbläserpassagen.
Alexander Förger ist der Solist in dem folgenden Konzert B-dur Nr. 3 für Klarinette und Orchester von Carl Stamitz. Das Allegro moderato besticht durch galante Eleganz. Der Ton der Klarinette ist warm, rund in dem gesangvollen Solopart. Im Adagio singt die Klarinette eine schlichte ergreifende Melodie über dem sanftem Streicherteppich. Zum Schluss das Rondo bringt dann gute Laune und der Solist lässt seine Finger locker über die Klappen tanzen.
Dann ein Stimmungswechsel, die Musik wird intimer. In der Berceuse (Wiegenlied) Opus 38 Nr. 1 von Edvard Grieg schaffen die Streicher und Holzbläser einen klaren, nordischen Klang. Es ist eine wunderschöne, leicht sehnsüchtige Melodie. Nach wenigen Takten ändert sich allerdings der Charakter, der Rhythmus wird pointiert, vielleicht ein unruhiger Traum der aber bald wieder in die Melancholie des Wiegenlieds zurückkehrt.
Im Andante in C-Dur für Flöte und Orchester KV 315 von Wolfgang Amadeus Mozart spielt Carolin Blankenberg die Soloflöte. Mozart gelingt hier das Kunststück, aus einer scheinbar einfachen Struktur eine Fülle an Ausdruck zu schaffen. Die Flöte schwebt wie ein Vogel über einen sonnigen Wiese. Das Orchester begleitet zurückhaltend, lässt der Solistin viel Raum zur Gestaltung der wunderschönen Melodiefolgen. In der virtuosen Kadenz briliert die Solistin in den vielfältigsten Varianten des Andante-Themas und nutzt dabei den vollen Tonraum ihres Instruments aus.
Die Pavane von Gabriel Fauré zieht mit leicht melancholisch schimmernder, aber keinesfalls traurigen Harmonik den Zuhörer sofort in ihren Bann. Dabei verbreitet die warme, tief liegende Flötenstimme stille, elegische Sehnsucht.
Die Serenade Opus 85 Nummer 9 von Antonie Dvorak, ursprünglich ein Klavierstück, erklingt im Konzert in einer Orchesterfassung. Die Musik ist warmherzig und eingängig. Das volkstümlich gefärbte Hauptthema bleibt dem Zuhörer sofort im Ohr.
Die letzten beiden Stücke sind bekannten musikalischen Tanzformen, dem Walzer und Tango gewidmet.
Im Walzer aus den Jahreszeiten von Peter Tschaikowsky entfaltet der Walzerrhythmus seine volle Pracht. Die typisch russische Weite, gepaart mit wienerischer Anmut erhält sofort die Aufmerksamkeit der Zuhörer. Das Orchester spielt jetzt seine volle Klangfülle aus: die Streicher fließen dahin, die Bläser setzen zarte Akzente. Das Publikum kommt in die vertraute „Walzerseligkeit“.
Der Konzertabschluss setzt mit dem Tango Argentino „Yo Te Amo“ von Walter Rolfe einen überraschenden Kontrast zum klassischen Duktus der vorausgehenden Musikstücke. Die Zuhörer sind jetzt hellwach bei den leidenschaftlichen Tangorhythmen. Während Streicher und Holzbläser die Melodie übernehmen, markieren die tiefen Stimmen den Rhythmus. Keine Zurückhaltung mehr, die formale Strenge der Klassik ist abgestreift, die Musik strahlt pure Lebensfreude aus.
Das Publikum bedankt sich mit anhaltendem Applaus und ist sichtlich angetan von der Leistung des Orchesters.
Als Zugabe bedankt sich das Orchester für den Applaus mit einer orchestrierten Fassung der volkstümlichen irischen Melodie „A Londonderry Air“ („Danny Boy“). Während das Orchester die Melodie in vielfältigen Modulationen umspielt steigt die sentimentale Liedmelodie in der Flöte und Geige immer wieder aus diesem Musikteppich hervor.
