Allgemeine Berichte | 30.05.2013

Gesprächsrunde im „Kultursalon Koblenz“

Dem Krimi auf der Spur

Petra Lötschert entlockte ihren Gästen Interessantes rund um ein spezielles Genre

Dem Krimi auf der Spur

Koblenz. Dieses Mal ging es um Krimis im Kultursalon Koblenz unter Leitung von Petra Lötschert, die die Veranstaltungsreihe 2012 ins Leben gerufen hat. Im Gartensaal des Kurfürstlichen Schlosses stand die Region Eifel dabei im Mittelpunkt, denn mit ihren tiefen Schluchten, dichten Wäldern und geheimnisvollen Mooren biete sie sich für dieses Genre der Literatur regelrecht an.

Der kleine Ort Hillesheim wirbt sogar mit dem Titel „Krimihauptstadt“. Dort betreibt Krimi-Autor Ralf Kramp seit sechs Jahren ein ganzes Kriminalhaus mit einer Buchhandlung, einem Café, einem Archiv und seinen „KBV Krimi-Verlag“. Ganz neu im Haus ist eine Sherlock-Holmes-Ausstellung. Was den Unterschied ausmache zwischen heutigen und den früheren Krimi-Autoren, wollte Lötschert wissen, wobei sie auch Friedrich Schiller anführte. „Wenn Schiller wüsste, dass Sie ihn als Krimi-Autor bezeichnen“, freute sich Kramp. Als Freund schwarzen Humors genoss er es im Gespräch mit Lötschert immer wieder, sie gelegentlich ein wenig zu foppen. Die Moderatorin befragte Kramp auch zu den boomenden Regio-Krimis, wozu sie zum Leidwesen Kramps einmal wieder Zahlen recherchiert hatte. 3,2 Millionen Euro geben die Deutschen jährlich für den Kauf von Kriminalromanen aus, trug sie vor. „Das ist zu wenig“, konterte Kramp schmunzelnd. Wie sich die Eifel bei geführten Krimi-Wanderungen auf besondere Art und Weise erleben lässt, erzählten die „Chefermittlerinnen“ Dorita Molter-Frensch, alias Klara Fall, und Petra Denter alias Hella Blick, zwei zertifizierte Gästeführerinnen. Durch „Kommissar Zufall“ seien sie zu dieser kriminellen Beschäftigung gekommen, erzählte Denter. Reime wie „Meine Tarnung ist perfekt, ich ermittle nur verdeckt“ begleiten ihre erfolgreiche Spurensuche, von der sie der Runde als brisantes Fundstück einen menschlichen Finger mitgebracht hatten.

Gleich ein ganzes Krimi-Festival veranstaltet der Landkreis Vulkaneifel zusammen mit dem Land Rheinland-Pfalz. Dafür warb in der Gesprächsrunde der Festivalleiter Heinz-Peter Hoffmann. Auf Lötscherts Frage stellte er besonders das vor, was dieses Fest, das in diesem Jahr vom 13. bis 22. September stattfindet, für die Fachwelt bedeutet. Workshops und Tagungen für Autoren, Redakteure, Produzenten, Agenten und Schauspieler seien der eigentliche Kern der Veranstaltung. Dazu gehören auch vier Wettbewerbe und die Verleihung des „Roland“, den für innovatives Schaffen im Krimi-Genre unter anderem schon Senta Berger und Götz George entgegennehmen durften. Zum Thema Nachwuchsarbeit nannte Hoffmann als Beispiel den „Junior Award Tatort Eifel“. Als Regisseur der Koblenzer Benefiz-Krimis begrüßte Lötschert in der Runde Bernd Schneider. „Die Juwelen von Lenné“ setzten in diesem Jahr einen Schluss-Strich unter die fünfzehnjährige Erfolgsgeschichte von insgesamt sechs Kriminal-Filmen.

Alle Mitarbeiter hinter und vor der Kamera haben für ihren Verzicht auf jegliche Gage und Kostenerstattung in dieser Zeit einen großen Beitrag zur finanziellen Unterstützung diverser Kinderhilfsprojekte geleistet. Selbst Prominente wie Thomas Anders und Schauspieler wie Veronika Ferres, Klaus-Theo Gärtner oder Hannelore Elsner spielten schon mit bei diesem Amateurfilmprojekt. Doch mit „Tatort Koblenz“ sei nun definitiv Schluss, wie Schneider erklärte. Jetzt werde in Mülheim-Kärlich „Das Tauris-Syndikat“ gedreht.

Nicht fehlen in der Gesprächsrunde durfte der Koblenzer Krimiautor Jörg Schmitt-Kilian, ehemaliger Drogenfahnder und Kriminalhauptkommissar. Gut gelaunt konterte er Lötscherts Versprecher, durch den der 1953 Geborene gleich um dreißig Jahre alterte. Schmitt-Kilian erzählte die Geschichte seiner Autoren-Laufbahn und von seinen Romanen, die immer auf wahren Begebenheiten beruhten. Mit dem Jugendroman „Shit“ habe er den Durchbruch erzielt. Nicht alle seiner Bücher sind Krimis, aber die - und besonders die, bei denen Drogengeschichten eine Rolle spielen -, waren besonders erfolgreich. Ausgesprochen froh ist Schmitt-Kilian über Zuschriften, die aussagen, seine Geschichte habe Betroffenen Mut gemacht, ihnen einen Weg aus der Sucht heraus gezeigt.

Für den passenden musikalischen Rahmen des Krimi-Kultursalons sorgte mit Liedern wie dem „Kriminaltango“ Ilona Sauerborn, Sängerin und Gesangslehrerin an der Schauspielschule Koblenz. Begleitet wurde sie von dem Organisten Ernst Matthias Schmitz. Im Anschluss an die Gesprächsrunde folgte eine Krimi-Lesung der Autoren Jörg Schmitt-Kilian, Judith Merchant, Sabine Trinkaus, Gabriele Keiser und Ralf Kramp, die der Autorengruppe „Syndikat“ angehören. Schade, dass nur eine so kleine Gemeinde von Krimifreunden dieses komplett kostenfreie Angebotspaket des Kultursalons nutzte. Am 19. Oktober geht es im Kultursalon um „Charity - Ein Blick hinter die Kulissen“.

Bernd Schneider (v. r.) erzählte von Begebenheiten rund um die Koblenzer Benefiz-Krimis, Heinz-Peter Hoffmann, Petra Denter, Petra Lötschert und Ralf Kramp folgten interessiert. Foto: BSB

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Lena: Diversität ist wichtig: Der Wolf reguliert Überpopulationen ( z.B. Schwarzwild, Rehwild). Für schlecht geschützte Herdentiere sind die Besitzer verantwortlich.
  • Peter 1: Trotzdem ist der Wolf hier vollkommen überflüssig.
  • Walter Miller : Ein verpixeltes Bild von der durch den Wolf getöteten Ziege. Was will man damit ausdrücken ? Das ein Wolf besonders grausam ist ? Er ist ein Geschöpf der Natur - nicht mehr und nicht weniger. Im Gegensatz zu den 467.000 Jägern in Deutschland.
  • Michael Geiger, 56337 Eitelborn: Michael Geiger, Leider kann ich die Losnummern aus der Ziehung vom 28.03.26 im Globus Bubenheim nicht finden.. Warum nicht
  • Dietmar Gläsener: Leider kann ich meine Gewinnlos Nummern , Ziehung vom 28.03.26 im Clobus in KO-Bubenheim nicht abrufen im Internet. Woran liegt es? D. Gläsener, 56237 Nauort
  • S. Bastian: Herr Winkelmann, Sie werden doch ihren eigenen Artikel kennen. Zitat: "Verbandsbürgermeister Jan Ermtraud machte in einer Rede deutlich, dass die Maßnahmenliste einerseits das Ergebnis eines vertrauensvollen...
  • Andreas Winkelmann: Hallo Frau Roth, von "vertrauensvoll" steht nichts im Bericht. Und die veränderte Maßnahmenreihenfolge ist ausdrücklich erwähnt. Gleich zu Anfang ist auf die dem Ratsinformationssystem zu entnehmenden Details verwiesen, wo u..a.
  • Dagmar Both: Guten Morgen Herr Winkelmann, herzlichen Dank für ihre Berichterstattung. Wenn sie von einer vertrauensvollen Abstimmung im Abstimmungsprozess zum Sondervermögen berichten, - dann gilt dies leider nicht für die Freien Wähler.
Kreishandwerkerschaft
Dauerauftrag 2025
Kreishandwerkerschaft
Alles rund ums Haus
Anzeige "Rund ums Haus"
Osterangebot
Rund ums Haus
Dauerauftrag 2026
Empfohlene Artikel
Straßenmalerei
11

Über Nacht waren sie da: kleine gemalte Kunstwerke und Hingucker auf Pflastersteinen in der Eltzerhofstraße. Aus Kinderhand auf den Boden gebracht zeigen sie, was im Stadtbild möglich ist und laden zum Betrachten (und zur Anregung) ein.

Weiterlesen

Ortstermin auf dem Kirmesplatz.von links: Bernd Loch, Marcus Uhrmacher, Stephan Landen
73

Metternich. Bei einem Ortstermin auf dem Metternicher Kirmesplatz hat die Kirmesgesellschaft Metternicher Eule 1920 e.V. gemeinsam mit Vertretern der Stadt Koblenz wichtige Weichen für die Zukunft der Kirmesbaum-Tradition gestellt. Anwesend waren der Vorsitzende der Kirmesgesellschaft, Bernd Loch, sowie seitens des Tiefbauamtes der Stadt Koblenz der Abteilungsleiter Brückenbau im Tiefbauamt, Stephan...

Weiterlesen

20

Koblenz. Im Zuge der Bauarbeiten zum Ausbau der Straße Auf der Mohl in Koblenz-Immendorf erneuert die Energieversorgung Mittelrhein (evm) die Trinkwasserleitungen in diesem Bereich. Für letzteres ist sie als Betriebsführerin der Vereinigte Wasserwerke Mittelrhein (VWM) zuständig. Die Bauarbeiten dazu beginnen am Montag, 13. April, und dauern voraussichtlich bis Mittwoch, 13. Mai, an. Ausgeführt werden die Arbeiten von der Energienetze Mittelrhein (enm), der Netzgesellschaft der evm.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Die Verkehrssituation an der Aloisius-Grundschule stresst die Anwohnerschaft. Foto: ROB
2270

Immer wieder kommt es zu kritischen „Manövern“: Auch die Stadtverwaltung sieht zunehmende Belastung:

HeimatCheck: Ahrweiler: Eltern-Taxis stressen alle

Ahrweiler. Seit mehreren Jahren steht die Aloisius-Grundschule vor einer wachsenden Herausforderung: dem zunehmenden Verkehrsaufkommen durch sogenannte „Elterntaxis“. Leser von BLICK aktuell berichten, dass sich die Situation trotz wiederholter Hinweise und Appelle bislang nicht verbessert habe. Insbesondere zu den morgendlichen Bringzeiten sowie am Mittag beim Abholen der Kinder kommt es regelmäßig zu kritischen Verkehrssituationen rund um das Schulgelände.

Weiterlesen

Symbolbild. Foto: Adobe Stock
132

Bonn. Am kommenden Samstag (04.04.2026) findet in Beuel und in der Bonner Innenstadt der „Bonner Ostermarsch 2026“ statt. Zu dieser Friedensdemonstration erwarten die Veranstalter rund 500 Teilnehmende. Die Versammlung beginnt um 13:00 Uhr auf dem Mirecourtplatz am Beueler Rheinufer. Von dort aus ist folgender Aufzugsweg vorgesehen:

Weiterlesen

Dauerauftrag
Rund um´s Haus
Dauerauftrag
Rund ums Haus
Dauerauftrag Imageanzeige
Rund ums Haus
Innovatives rund um Andernach
Schulze Klima -Image
Anlagenmechaniker
Kreishandwerkerschaft
Rund ums Haus
SB Standesamt
Stellenanzeige mehrere Stellen
Titelanzeige
Imageanzeige - Ostern
Stellenanzeige Personalreferent/in