Politik | 01.03.2013

„Die Koblenzer Seilbahn soll bleiben“

Nur gemeinsam mit der UNESCO und nicht dagegen kann das Vorhaben gelingen

Weitere zahlreiche Unterschriften konnten an den OB übergeben werden. Hans-Dieter Gassen (Vorsitzender Freunde der BUGA), Anna Maria Schuster (Geschäftsführerin/Freunde der BUGA) und Oberbürgermeister Joachim Hofmann-Göttig (v.l.). US

Koblenz. Der Oberbürgermeister Joachim Hofmann-Göttig hatte angekündigt, über den Weiterbetrieb der Seilbahn in Koblenz zu informieren. Nun war es soweit und bei einer Pressekonferenz im Rathaus gab es von den Freunden der BUGA weitere Unterschriften zum Erhalt der Seilbahn für den OB und zusätzlich dann auch die ersehnten Informationen rund um die Seilbahn. Aber eigentlich nichts Endgültiges, man kämpft weiter um das Bleiben der Verbindung zur Festung. Die Stadt und der Betreiber streben ein zweistufiges Verfahren an.

Koblenzer wollen „ihre“ Seilbahn behalten

Eines ist klar, die Koblenzer wollen „ihre“ Seilbahn behalten. „Die Freunde der BUGA“ hatten seit Dezember weiter Unterschriften gesammelt und so konnten Hans-Dieter Gassen und Anna Maria Schuster wieder Aktenordner an den OB geben, der diese in seinem Büro weiter sammelt. Bis jetzt summieren sich die Befürworter eines Weiterbetriebes der Seilbahn auf 72.000. Die Stadt will alles tun, um den Weiterbetrieb der Seilbahn zu ermöglichen. Vor dem Weiterbetrieb, der nach dem noch gültigen Bebauungsplan im Herbst Enden sollte, müssen bestimmte Voraussetzungen geschaffen werden. Der OB kann zur Untermauerung des Wunsches nach Erhalt der Seilbahn nicht nur auf die Unterschriften aus der Bevölkerung verweisen. Er berichtete von der soeben zu Ende geführten Umfrage im Auftrag der Stadt unter 800 repräsentativ ausgesuchten Bürgern, die ebenfalls einen fast 90-prozentigen Zuspruch für den Weiterbtrieb gaben. Auch aus der Wirtschaft und der Politik kommen fast nur positive Signale. Wobei man nicht verschweigen darf, dass es auch kritische Stimmen aus der Denkmalpflege und Gremien der UNESCO gibt, so der OB. Hofmann-Göttig betont, auch vor dem Hintergrund häufig von der Bevölkerung gestellter Fragen: „Gegen die UNESCO können wir unsere Seilbahn nicht durchsetzen, weil wir für die Änderungen des Flächennutzungsplans dann nicht die Zustimmung des Landes bekämen. Es würde nämlich in diesem Falle nicht Koblenz der Welterbestatus aberkannt, sondern der ganzen Region Mittelrheintal.“

Zweistufiges Verfahren

Daher haben die Stadt und der Seilbahnbetreiber das zweistufige Verfahren vereinbart. In der ersten Stufe soll die Betriebsgenehmigung um zwei Jahre verlängert werden (2014/15), um in dieser Zeit in Ruhe in den zuständigen Gremien Einvernehmen für eine daran anschließende zehnjährige Verlängerung des Betriebes zu erreichen. Die Bahn würde dann nach dem Jahr 2025 abgebaut, was auch mit der normalen technischen Betriebsdauer zusammenfiele. Um den Einwänden, dass nach so langer Betriebszeit nicht mehr an einen Verzicht auf eine Seilbahn zu denken wäre, Rechnung zu tragen, bat der OB den Betreiber, in einem Brief doch schon heute eine denkbare Anschlusslösung zu skizzieren, die einer geringeren Beförderungsquote entspräche und wesentlich kleinere Gondeln und Stationen bedürfe.

Damit möchte Hofmann-Göttig den Kritikern signalisieren, dass man ihre Einwände ernst nimmt und an einer gemeinsamen Lösung interessiert ist. Für den zunächst zweijährigen Weiterbetrieb hat die Stadt das entsprechende Bauleitplanverfahren - Änderung des Flächennutzungsplans sowie des Bebauungsplans - in Gang gebracht.

Das Land Rheinland-Pfalz hat ebenfalls als Genehmigungsbehörde für die Änderung des Flächennutzungsplans bereits Zustimmung signalisiert. Der Stadtchef empfiehlt daher dem Seilbahnbetreiber, sich nun um die Verlängerung der Betriebsgenehmigung der Bahn beim Landesbetrieb Mobilität zu bemühen. Er hofft weiter auf die Unterstützung des Landes beim Kampf um den Erhalt der Seilbahn. „Die Festung Ehrenbreitstein war nie der Koblenzer Altstadt näher als durch die Seilbahn.

Das Land hat sich für den Ausbau der Festung in den letzten beiden Jahrzehnten und aktuell um den Festungspark großartig engagiert. Deshalb liegt es in unserem gemeinsamen Interesse, dieses zentrale Monument des Weltkulturerbes nicht zu verstecken, sondern herauszustellen“, betonte der Oberbürgermeister.

Weitere zahlreiche Unterschriften konnten an den OB übergeben werden. Hans-Dieter Gassen (Vorsitzender Freunde der BUGA), Anna Maria Schuster (Geschäftsführerin/Freunde der BUGA) und Oberbürgermeister Joachim Hofmann-Göttig (v.l.). Foto: US

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Sandra Sattler: Der Zustand der L330 zwischen. Nassau und Zimmerschied ist eine absolute Katastrophe- und das nicht erst seit gestern! Wir sind wohnhaft in Hömberg und werden seit vielen Jahren mit diversen Ausreden vom LBM vertröstet.
  • Janek: Wer die Strecke kennt, kann sich den Grund bereits denken … Der Straßenzustand ist dort so schlecht, dass er besonders für Motorradfahrer ein ernstzunehmendes Sicherheitsrisiko darstellt. Dem verunglückten...
  • Siegfried Kowallek: Verwunderlich ist weiterhin, dass die SPD der Neuwieder CDU vorhält, gegen den Unvereinbarkeitsbeschluss der Christdemokraten in Bund und Land im Hinblick auf die Partei Die Linke zu verstoßen. In insgesamt...
  • Siegfried Kowallek: Die Nennung von BSW und der Partei Die Linke im selben Kontext ist sachlich nicht gerechtfertigt und damit unredlich. Prominentester linker Befürworter deutscher Waffenlieferungen an die Ukraine ist Bodo...
  • Beatrix Biskup: Ich habe Bibliotheken immer geliebt und ich freue mich über jeden Schritt den die Stadtbibliothek in Richtung Zukunft geht und über jede Veranstaltung die diese durchführen würde.
Dienstleistungen
Anlagenmechaniker
Container Anzeige
Stellenanzeige
Ostergrußanzeige
Sonderseite 02 -Wohnträume NR
SO 2 - Wohnträume Sonderseiten, Wohnen
Stellenausschreibung Hausmeister/in
Empfohlene Artikel
Weitere Artikel
Der weise Zauberer Gandalf wacht über die Wanderschar. Foto: Horst Hohn
21

Stellen Sie sich das mal vor: Jemand drückt Ihnen einen Ring in die Hand, den Sie tausende Kilometer entfernt in den Schlot eines Vulkans schmeißen müssen. Klingt verrückt, ist aber dem Hobbit Frodo Beutlin aus J. R. R. Tolkiens literarischem Meisterwerk „Herr der Ringe“ genauso passiert – natürlich nur im fiktiven Kontext. Aber die Verfilmung des Stoffs kennt eigentlich so ziemlich jeder; es gab Oscars zuhauf und folglich gibt es auch jede Menge Fans des fantastischen Spektakels.

Weiterlesen

Neben dem Straßenverkehr ist der steigende Einsatz von Mährobotern, sowohl in privaten Gärten als auch in städtischen Parkanlagen, gefährlich für Igel.
11

Region. Mähroboter stellen für Igel, aber auch für Reptilien und Amphibien eine erhebliche Gefahr dar. Die Geräte erkennen die Tiere nur unzureichend und verletzen sie zum Teil schwer. Zwölf Tier-, Natur- und Artenschutzorganisationen haben sich deshalb mit einem offenen Brief an den Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer sowie den Bundesumweltminister Carsten Schneider gewandt: Sie fordern ein bundesweites Nachtfahrverbot für Mähroboter.

Weiterlesen

Quelle: Emons Verlag
9

Region. Wo fährt ein Wildschwein Fahrrad? Wo kann man beim Blick auf den Siegfall so richtig ausspannen? Und wo atmet man unter der Erde auf? Das Siegtal bietet spannende, geheimnisvolle und lustige Orte. Rund 155 Kilometer legt die Sieg von der Quelle im Rothaargebirge bis zu ihrer Mündung in den Rhein zurück. Die Landschaft entlang des Flusses ist facettenreich, abseits der Einzugsgebiet lieblich und still.

Weiterlesen

Imageanzeige
Dauerauftrag 2025
Alles rund ums Haus
Imageanzeige - Dauerauftrag
Rund ums Haus
Doppelseite PR/Anzeigen
Titel
Anzeige Lange Samstage
Stellenanzeige
Stellenanzeige Kita
Bestellung Nr. 4300003040 - W100 - 606 // Wohnträume MYK
Wohnträume
Titelanzeige KW 15
Sonderseite 02 -Wohnträume NR
SO 2 - Wohnträume Sonderseiten, beim Artikel Gartenmarkt/Stadt Neuwied
Wohnträume
Sachbearbeiter/in (w/m/d)
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0220#