Politik | 15.09.2026, 08:39 Uhr

Philip Rünz zieht Bilanz und erklärt sein Amt

Erste Erfolge bei der Inneren Sicherheit sowie Ämter und Aufgaben zwischen Koblenz und Mainz

Philip Rünz, CDU-Landtagsabgeordneter für den Wahlkreis Koblenz und Obmann der CDU-Fraktion im Ausschuss für Inneres und Integration.

Koblenz/Mainz. Die neue Landesregierung ist nun seit mehr als 100 Tagen im Amt. Für Philip Rünz, der seit Mai 2026 den Wahlkreis Koblenz im rheinland-pfälzischen Landtag vertritt, ist das ein guter Anlass, zurückzublicken: Was hat die Koalition bei der Inneren Sicherheit bereits erreicht, was steht als Nächstes an, und welche Rolle spielt er selbst dabei?

„Sicherheit ist die Grundvoraussetzung für Freiheit. Die Menschen müssen sich darauf verlassen können, dass Regeln gelten und der Staat handlungsfähig ist. Genau daran haben wir in den ersten 100 Tagen gearbeitet“, sagt Rünz. Als Obmann der CDU-Fraktion im Ausschuss für Inneres und Integration begleitet er die Vorhaben der Landesregierung parlamentarisch.

Investitionen in die Polizei, auch in Koblenz.

Mit dem Sicherheitspaket investiert das Land gezielt in die Infrastruktur der Polizei.

Über das Sondervermögen Rheinland-Pfalz-Plan, das insgesamt rund 5,45 Milliarden Euro umfasst, werden unter anderem Polizeiliegenschaften saniert. Neben Mainz und Ludwigshafen ist Koblenz einer von drei Standorten, an denen durch Neubau-, Sanierungs- und Ankaufsprojekte moderne und leistungsfähige Liegenschaften entstehen.

„Unsere Polizistinnen und Polizisten leisten jeden Tag einen harten Dienst. Sie haben Anspruch auf Gebäude und Technik, die auf der Höhe der Zeit sind. Dass Koblenz hier ausdrücklich dabei ist, freut mich besonders“, so Rünz.

Klare Anforderungen bei der Einbürgerung

Ein zweiter Schwerpunkt liegt bei der Neuausrichtung der Migrationspolitik. Künftig sollen ausreichende Deutschkenntnisse bei Einbürgerungen grundsätzlich formal nachgewiesen werden. Zudem sollen Rückführungen konsequenter erfolgen und aufenthaltsbeendende Maßnahmen stärker gebündelt werden, auch um die Kommunen zu entlasten.

„Wer deutscher Staatsbürger werden will, muss unsere Sprache beherrschen. Das ist keine Hürde, sondern die Grundlage dafür, hier wirklich anzukommen“, betont Rünz.

Videoüberwachung: Rünz arbeitet selbst daran mit

Ein Thema, das Rünz besonders am Herzen liegt, ist die Videoüberwachung an sensiblen Orten. Die angekündigte Novelle des Polizei- und Ordnungsbehördengesetzes soll die Befugnisse der Polizei an neue Gefahrenlagen anpassen und die Sicherheit im öffentlichen Raum stärken.

„Videoüberwachung ist kein Allheilmittel, aber sie wirkt dort, wo es wiederholt Probleme gibt. Das haben wir in Koblenz bereits selbst erlebt“, sagt Rünz. „Mein Ziel sind pragmatische und datenschutzkonforme Lösungen, die unsere Kommunen auch tatsächlich anwenden können. Genau daran arbeite ich im Ausschuss mit.“

Was macht ein Abgeordneter eigentlich?

Eine Frage hört Rünz seit seinem Einzug in den Landtag besonders oft: Was macht ein Abgeordneter eigentlich den ganzen Tag? Die kurze Antwort: Er pendelt. In Mainz sitzt Rünz im Plenum und in den Ausschüssen, wo Gesetze beraten und der Landesregierung Fragen gestellt werden, die sie beantworten muss. In Koblenz ist er bei Vereinen, Betrieben, Schulen und Einrichtungen unterwegs. Beides gehört für ihn zusammen.

„Ein Abgeordneter, der nur in Mainz sitzt, verliert den Bezug zu den Menschen. Wer nur zu Hause Termine wahrnimmt, verändert in der Sache nichts“, sagt Rünz. „Meine Aufgabe ist, aus dem, was ich in Koblenz höre, konkrete politische Arbeit zu machen.“

Landespolitik habe direkte Auswirkungen auf Koblenz. Der Landtag entscheide über Schulen und Kitas, Polizei und Feuerwehr, Hochschulen, Nahverkehr und die Finanzausstattung. Die große Politik werde in Berlin gemacht, ob eine Schule saniert wird oder genug Polizisten Dienst haben, entscheide sich in Mainz.

Drei Ämter, eine Stadt

Dabei hilft ihm, dass er nicht nur Landtagsabgeordneter ist. Rünz sitzt zugleich im Koblenzer Stadtrat und führt als Vorsitzender die CDU Koblenz. Eine Dreifachbelastung, gewiss, aber auch eine Konstellation mit praktischem Nutzen. Im Stadtrat erfährt er unmittelbar, wo es in der Stadt klemmt und welche Vorhaben am Geld oder an Landesvorschriften hängen. In Mainz kann er genau diese Punkte einbringen und beim zuständigen Ministerium adressieren. Als Kreisvorsitzender bringt er beide Ebenen mit denen zusammen, die in Koblenz kommunalpolitisch Verantwortung tragen. Der Weg funktioniert in beide Richtungen: Was in Mainz beschlossen wird, landet am Ende in den städtischen Haushalten und Bauämtern. Wer an beiden Tischen sitzt, sieht früher, was auf Koblenz zukommt.

Obmann im Innenausschuss

In der CDU-Landtagsfraktion hat Rünz vier direkte Aufgaben übernommen. Die erste trägt einen Namen, der sich nicht selbst erklärt: Obmann im Ausschuss für Inneres und Integration. Praktisch heißt das Koordination in zwei Richtungen, nach innen die Linie der Fraktion, nach außen die Rolle des Ansprechpartners für andere Fraktionen und die Ausschussleitung.

Der Ausschuss ist für Polizei, Verfassungsschutz, Katastrophenschutz, Feuerwehren und Integration zuständig, in Koblenz sehr konkrete Themen: Personal bei der Polizei, Hochwasserschutz, verlässliche Landeshilfe für die Feuerwehren.

Integration: nach Ergebnissen fragen

Als Sprecher für Integration formuliert Rünz einen bewusst schlichten Anspruch: Wer dauerhaft hier lebt, soll Teil der Gesellschaft werden, die Sprache können, für sich selbst sorgen, sich an die Regeln halten. Dafür brauche es beides gleichzeitig. Gute Angebote: Sprachkurse zügig statt nach Monaten Wartezeit, verlässliche Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse, wirksame Sprachförderung in Kitas und Schulen. Und klare Erwartungen: diese Angebote auch anzunehmen, Verfassung, Gleichberechtigung und staatliches Gewaltmonopol zu achten. Wer sich daran nicht halte, müsse das Land wieder verlassen.

Das Thema, das keinen Lärm macht

Am meisten unterschätzt sieht Rünz die Cybersicherheit. Ein Angriff aus dem Netz macht keinen Lärm, bemerkt wird er erst, wenn nichts mehr funktioniert. Rathäuser, in denen wochenlang keine Anträge bearbeitet werden, Schulen ohne Zugriff auf ihre Verwaltungssoftware, mittelständische Betriebe, deren Produktion steht: Die Wiederherstellung dauere oft Monate und koste Millionen.

Drei Baustellen benennt er: Das Land selbst müsse geschützt sein, mit geübten Notfallplänen. Die Kommunen bräuchten gute Angebote, weil sich keine Verbandsgemeinde eine eigene Sicherheitsabteilung leisten kann, geschützt sein müssen sie trotzdem. Und es brauche Fachkräfte. Hier sieht er mit Bundeswehr, Behörden und Hochschulen einen Koblenzer Standortvorteil, der stärker genutzt werden sollte. Dazu gehöre die Aufklärung jedes Einzelnen: Viele Angriffe beginnen mit einer gefälschten E-Mail, die im Alltagsstress angeklickt wird.

Der unsichtbare Bereich

Sein viertes Feld ist der Strafvollzug, Landessache und damit Mainzer Verantwortung. Fast alle Gefangenen kämen irgendwann frei und lebten dann wieder in unseren Nachbarschaften.

„Gelungene Wiedereingliederung ist kein Entgegenkommen gegenüber Straftätern, sondern der wirksamste Schutz für künftige Opfer“, sagt Rünz. Dafür brauche der Vollzug vor allem Personal. Deshalb schaue er genau auf Stellen, unbesetzte Stellen und Überstunden.

Was als Nächstes ansteht

Für die kommenden Monate nennt Rünz drei Schwerpunkte. Erstens die im Koalitionsvertrag vereinbarten bis zu 500 zusätzlichen Neueinstellungen bei der Polizei pro Jahr, die er im Ausschuss eng begleiten werde. Zweitens die Novelle des Polizei- und Ordnungsbehördengesetzes, mit der die Befugnisse der Polizei an neue Gefahrenlagen angepasst werden sollen. Und drittens die Frage, wie Kommunen bei der Videoüberwachung an neuralgischen Orten praktisch handlungsfähig werden.

Auch die Einsatzkräfte im Ehrenamt nimmt Rünz in den Blick. Die Waldbrände und das schwere Unwetter im Westerwald hätten gezeigt, worauf sich das Land verlassen könne. „Ohne unsere Feuerwehren und Hilfsorganisationen wäre der Katastrophenschutz nicht denkbar. Die vereinbarten Entlastungen für das Ehrenamt sind deshalb kein Nebenschauplatz, sondern Sicherheitspolitik“, so Rünz.

Sein Mandat versteht Rünz als Aufgabe auf Zeit. Wer eine Frage oder ein Thema für Mainz habe, könne sich jederzeit an sich unter mail@philip-ruenz.de wenden, dafür sei er da.

Weitere Themen

Philip Rünz, CDU-Landtagsabgeordneter für den Wahlkreis Koblenz und Obmann der CDU-Fraktion im Ausschuss für Inneres und Integration. Foto: Jörg Niebergall

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