Diskussionsveranstaltung des Koblenzer Bündnisses für Familie
Familie und Beruf müssen zueinander passen
Diskussionen mit Ministerin Alt und OB über Kooperationsmöglichkeiten
Koblenz.Das Leben so zu gestalten, dass weder Familie noch Beruf zu kurz kommen, ist für immer mehr Beschäftigte ein zentrales Thema – und wird damit vor dem Hintergrund von demografischem Wandel und wachsendem Fachkräftebedarf auch für Betriebe, Kommunen und Politiker zur zukunftsentscheidenden Herausforderung. Das Koblenzer Bündnis für Familie nahm den Internationalen Tag der Familie zum Anlass, die Lage rund ums Deutsche Eck zu beleuchten und das eigene Wirken zu bewerten. Dabei gab´s viel Lob für die Bündnisarbeit – unter anderem vom Ehrengast, der rheinland-pfälzischen Familienministerin Irene Alt.
Dass diese aus Mainz ausgerechnet nach Koblenz gekommen war, hat seinen Grund: Wie erfolgreich das Koblenzer Familienbündnis arbeitet, hat sich längst über die Landesgrenzen hinaus herumgesprochen. Bündniskoordinatorin Minka Bojara ist selbst in Berlin keine Unbekannte mehr. Schließlich arbeiten im 2006 gegründeten Bündnis mittlerweile rund 100 Arbeitgeber, Behörden, Institutionen und engagierte Bürger zusammen, die sich in sechs Arbeitsgruppen um die unterschiedlichsten Themen kümmern. Davon, dass in diesen Gremien konkrete Ergebnisse anvisiert werden, konnten sich die Besucher der Diskussionsrunde im Betriebskindergarten „Marienkäfer“ am Marienhof im Rauental gleich überzeugen. Denn die Idee zu der vor fünf Jahren eröffneten Einrichtung wurde nicht nur im Bündnis geboren, erinnerte sich Renate Brest, die stellvertretende Hausoberin des Katholischen Klinikums Koblenz-Montabaur.
Die Kooperationspartner Katholisches Klinikum, Lotto Rheinland-Pfalz und Sparkasse Koblenz fanden hier zusammen, um die Einrichtung gemeinsam auf den Weg zu bringen. Selbst bürokratische Hürden ließen sich leicht nehmen dank dem kurzen Weg zum städtischen Jugendamt, welches auch Bündnispartner ist.
Nur zufriedene Mitarbeiter sind gute Mitarbeiter
Schließlich, betonte Oberbürgermeister Hofmann-Göttig, wisse die Stadt um die Bedeutung von Betreuungsplätzen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. „Berufstätige Eltern müssen sich wohlfühlen. Denn nur zufriedene Mitarbeiter sind gute Mitarbeiter.“
Dem stimmte Ministerin Alt zu. Gerade Betriebskindergärten könnten Eltern enorm entlasten, meinte sie im Hinblick auf die räumliche Nähe von Arbeits- und Kinderbetreuungsplatz. Allerdings könne sich nicht jeder Betrieb einen eigenen Kindergarten leisten. „Die Kooperation mit anderen Unternehmen kann da ebenso eine Lösung sein wie die neu geschaffene Möglichkeit der Kindertagespflege im Betrieb.“ Sowohl Alt als auch Hofmann-Göttig betonten die Bedeutung funktionierender Bündnisse für die familienfreundliche Entwicklung einer Region. „Sie binden viele Akteure ein, koordinieren Angebote und schaffen das Bewusstsein, gemeinsam an etwas Wichtigem zu arbeiten“, betonte die Ministerin.
An Minka Bojara, Bernhard Dostert und Daniela Schüller war es, den Erfolg des Koblenzer Bündnisses zu erklären. Klare Strukturen, Transparenz und ein bei allen Beteiligten ausgeprägtes Bewusstsein für die Problematik bilden nach ihrer Ansicht die Grundlage für erfolgreiche Arbeit. „Aber vor allem arbeiten wir an ganz konkreten Projekten. Das zeigt unseren Mitstreitern, dass sie durch ihr Engagement auch wirklich etwas Greifbares bewirken können“, erklärte Minka Bojara. Auf ein neues Handlungsfeld wies Manuel Kaiser die Bündnisvertreter hin. Als junger Vater und Mitarbeiter der Sparkasse Koblenz profitiert er konkret von der Marienkäfer-Kooperation seines Arbeitgebers.
Das, betonte er, erleichtere sein Leben enorm. Außerdem trage es deutlich zur Bindung an seinen Brötchengeber und zur eigenen Motivation bei. „Im Moment bin ich sehr glücklich mit dieser Lösung. Aber ich mache mir auch Gedanken darüber, wie es weiter geht, wenn meine Kinder in die Schule kommen.“
