Allgemeine Berichte | 29.12.2014

Internationaler Bund (IB) für Bildung und soziale Dienste gGmbH Koblenz

Geschichtsunterricht mal anders

Zeitzeugin berichtet über ihr Leben in der DDR

Elke Schlegel berichtet vor der Klasse. privat

Koblenz. Zeitgeschichte hautnah erleben, unter diesem Motto hatte der Internationale Bund (IB) in Koblenz Frau Elke Schlegel eingeladen. Frau Schlegel ist Zeitzeugin und berichtete Jugendlichen, die sich beim Internationalen Bund in einer Berufsvorbereitung befinden, von ihren Erlebnissen und Erfahrungen im Unrechtsstaat der DDR. Die Jugendlichen hatten sich im Rahmen des Mauerfalls vor 25 Jahren mit dem Thema „DDR“ im Unterricht auseinandergesetzt. Geschichte aus Büchern, Zeitungen oder Fernsehen ist lehrreich aber lange nicht so anschaulich wie erlebte Berichte von Zeitzeugen. In ihren Berichten wird der Alltag in der DDR lebendig. Man begreift den Unterschied zwischen Demokratie und Diktatur.

Frau Schlegel wollte im Alter von 20 Jahren mit ihrem Freund aus der DDR in die Bundesrepublik ausreisen. Sie stellte einen Ausreiseantrag und demonstrierte mit anderen Gegnern der DDR gegen das Ausreiseverbot. Im März 1983 wurde sie verhaftet und ins DDR - Frauenzuchthaus - Hoheneck gebracht. Die hier herrschenden Haftbedingungen bezeichnete sie als menschenunwürdig. Aus Platzmangel mussten die Frauen teilweise auf dem Boden schlafen.

Verhöre wurden nachts durchgeführt und am Tag war es verboten zu schlafen. Bewusst wurden Frauen, die wegen ihrer politischen Gesinnung in Haft waren, mit Gewaltverbrecherinnen und Mörderinnen in einer Zelle untergebracht. Frau Schlegel wurde zu einem Jahr und sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Ihr damals zwei Jahre alter Sohn wurde von ihrer Mutter versorgt.

In ihrem Bericht konnte man fühlen, wie sehr Frau Schlegel unter den Haftbedingungen litt. Sie wurde untergewichtig und wog zum Schluss nur noch 36 kg. 1984 wurde Frau Schlegel von der Bundesrepublik Deutschland freigekauft und konnte in den Westen ausreisen. Ihr Freund, der auch inhaftiert war, kam kurze Zeit nach. Ihren Sohn konnte sie erst ein Jahr später wieder in die Arme schließen.

Frau Schlegel erzählte ihren Leidensweg in der DDR sehr emotional und an einigen Stellen kamen ihr auch die Tränen. Diese Ergriffenheit spürten auch die etwa 50 Jugendlichen, die an zwei Terminen der Zeitzeugin zuhörten.

Dies zeigen auch einige Äußerungen der Jugendlichen nach dem Bericht. Tanja K. sagte:“ Nach dem Vortrag brauchte ich einige Minuten, um das Gesagte zu verarbeiten. Was diese Frau durchmachte, hat mich zutiefst berührt.“ Stefanie T. meinte: „Ich wusste zwar von Eltern, Medien und aus dem Geschichtsunterricht wie und was damals passiert ist. Aber jemanden zu treffen und seine Geschichte zu hören war etwas anderes, man hat es anders wahrgenommen, man konnte es sich viel besser vorstellen.“ Auch Marcus S. war sehr berührt vom Schicksal Frau Schlegel`s, da er sich so etwas nicht vorstellen konnte.

Am zweiten Termin war auch der Bundetagsabgeordnete der SPD Herr Pilger anwesend. Er unterstützte die Veranstaltung durch eine private Spende. Der Dank der Teilnehmer und Mitarbeiter des Internationalen Bundes in Koblenz galt Frau Schlegel für die glaubwürdige und anschauliche Berichterstattung. Einhellige Meinung war, das war Geschichte hautnah.

Pressemitteilung

Internationaler

Bund (IB) Koblenz

Elke Schlegel berichtet vor der Klasse. Foto: privat

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