Politik | 28.01.2015

Michael Fuchs will sich für Rhenser Bahnlärmbetroffene einsetzen

Jede Nacht gibt’s Schläge

Rhens. Trotz wirtschaftlich turbulenter Zeiten, ausgelöst durch den aktuellen EZB-Beschluss zum Anleihenankauf, hatte es sich der Bundestagsabgeordnete und CDU-Mittelstandssprecher Dr. Michael Fuchs nicht nehmen lassen, nach Weißenthurm und Rhens zu kommen, um sich vor Ort über die Probleme von Bahnlärmbetroffenen zu informieren. Begleitet wurde er dabei von Jürgen Konz, dem Konzernbevollmächtigten der Deutschen Bahn für Rheinland-Pfalz und das Saarland. In Rhens wurden die beiden Herren von rund 20 Anwohnern sowie dem Vorsitzenden des Bürgernetzwerks Pro Rheintal, Frank Gross, erwartet.

Bei dem Ortstermin ging es nicht nur um den Lärm der Güterzüge, sondern vor allem um Erschütterungen, die in Rhens durch eine Weiche in unmittelbarer Nähe zu den Wohnhäusern ausgelöst werden. Dort, wo am Rheinufer die Gebäude bis dicht an den Bahndamm heranreichen, hatte die Bahn 2012 die Weiche installiert, obwohl man hätte wissen müssen, dass dies zu massiven Beschwerden führt. An Weichen ist der Schienenstrang für die Räder der Lokomotiven und Wagen für einen kurzen Moment unterbrochen. Die Wiederaufnahme der Schienenführung ist bei jedem einzelnen Rad mit einem heftigen Schlag verbunden, der sich über den Untergrund bis in die Häuser hinein fortsetzt. Wer das bei mehreren hundert Zügen jeden Tag und vor allem jede Nacht ertragen muss, kommt sich nicht nur vor wie in einer mittelalterlichen Folterkammer, sondern wird hierdurch auch nachweislich krank.

Die Bahn selbst hatte vor zwei Jahren Sachverständige mit der Messung der Erschütterungen beauftragt, die feststellten, dass die Werte über der Zumutbarkeitsgrenze lagen. Doch statt unverzüglich Maßnahmen zu ergreifen, ließ man ein weiteres Jahr verstreichen, um dann erneut zu messen und feststellen zu müssen, dass sich die Werte gegenüber der ersten Messung noch einmal verschlechtert hatten und somit für die Anwohner noch weniger zumutbar waren. Erst auf massiven Druck aus der Bevölkerung wurde beschlossen, die Weiche an eine von der Wohnbebauung entfernte Stelle zu verlegen. Allerdings solle das erst in circa anderthalb Jahren geschehen, wie die zuständige Stelle im Dezember 2014 verlauten ließ.

„Dieser unerträgliche Zustand ist den Menschen, die hier wohnen, nicht länger zuzumuten, und schon gar nicht ein weiteres Jahr“. Mit diesen Worten an Michael Fuchs gerichtet machte sich Frank Gross für die Anwohner stark. Der Koblenzer Bundestagsabgeordnete pflichtete kopfnickend bei und versprach, sich mit dem Eisenbahnbundesamt in Verbindung zu setzen, um die Möglichkeiten eines beschleunigten Verfahrens zu prüfen. Die betroffenen Bürger aus Rhens forderten, dass unmittelbar etwas geschehen müsse. Wenn keine sofortige Verlegung möglich sei, solle man zumindest eine Langsamfahrtstelle einrichten, wie das an vielen Bahnbaustellen in Deutschland üblich ist. Und so lange diese Weiche dort liege, sei dieser Streckenabschnitt eine Baustelle.

Pro-Rheintal-Sprecher Gross dazu: „Die Situation ist exemplarisch für viele der Orte hier am Rhein, wo Menschen unter unzumutbaren Bedingungen leben müssen, weil der Gesetzgeber es versäumt hat, klare Gesetze zum Schutze vor Lärm und Erschütterungen zu erlassen, und vor allem weil es keinen rechtlichen Anspruch auf Lärmschutz gibt“. Deshalb stünden Lärmschutz und akustische Qualitätskriterien bei der Bahn bisher nicht wirklich auf der Agenda und es käme immer wieder zu solchen Schildbürgerstreichen, die hinterher viel Geld kosteten und die Bahn in Verruf brächten.

Pro Rheintal bat Michael Fuchs um Unterstützung in dieser Angelegenheit ebenso wie bei der Forderung nach klaren Grenzwertvorgaben für Fahrwege, Fahrzeuge und Erschütterungen. Man müsse endlich erreichen, dass die Bahn in allem, was sie tue, nicht nur Haltbarkeit, Sicherheit und Kosten im Auge habe, sondern auch akustische Gesichtspunkte mit berücksichtige. Der Schutz vor Lärm und Erschütterungen müsse jetzt im Rheintal oberste Priorität erlangen. Pressemitteilung

Pro Rheintal

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