Politik | 19.11.2014

Koblenzer Stadtverwaltung erlässt neue Rechtsverordnung, die ab 1. Januar gilt

Prostituierten-Wohnmobile gehören der Vergangenheit an

Prostituierten-Wohnmobile gehören der Vergangenheit an

Koblenz. Die Damen des ältesten Gewerbes der Welt werden es ab Januar in Koblenz schwerer haben, denn Wohnmobile und Caravans, in denen sie arbeiteten, müssen dann verschwunden sein. Das sieht eine Rechtsverordnung der Stadt Koblenz vor, die ab 1. Januar gilt. Prostitution ist dann nur noch in Teilen der Andernacher Straße und der August-Horch-Straße zwischen 22 und 4 Uhr zugelassen - und zwar als Straßenstrich.

In der Otto-Schönhagen-Straße (hinter Bauhaus), wo derzeit mehr als 30 Prostituierten-Wohnmobile stehen und bis zu 50 Damen ihre Dienste nahezu rund um die Uhr anbieten, sind diese ab 2. Januar ebenso wie in einem kleinen Teil der August-Horch-Straße nicht mehr erlaubt.

Die Gründe für diese Rechtsverordnung erläuterten Oberbürgermeister Prof. Dr. Joachim Hofmann-Göttig, Bürgermeisterin Marie-Theres Hammes-Rosenstein, der stellvertretende Ordnungsamtsleiter Thomas Flöck sowie Vertreter der Polizei mit Präsident Wolfgang Fromm bei einer Pressekonferenz. So hat es laut Hofmann-Göttig viele Beschwerden von Bürgern gegeben wegen fehlender Parkplätze und Verschmutzungen.

Zudem sollen Prostituierte sogar Familien mit Kindern angesprochen haben. Ferner beklagen Gewerbetreibende, dass Mitarbeiterinnen auf dem Weg nach Hause von Freiern angesprochen oder sogar belästigt und beleidigt werden.

„Ich habe die Beschwerden aus der Bürgerschaft und aus der Geschäftswelt sehr ernst genommen und deshalb prüfen lassen, welche Handlungsmöglichkeiten bestehen“, machte Oberbürgermeister Hofmann-Göttig deutlich. Bürgermeisterin Hammes-Rosenstein ergänzte: „Ich stehe im engen Kontakt mit der Polizei, die uns wegen der Umgebungskriminalität dringend geraten hat, hier tätig zu werden.“

Das Abstellen von Caravans und Wohnmobilen, in denen einem Gewerbe nachgegangen wird, bedeutet eine Sondernutzung der städtischen Straßen und Plätze und kann daher per Rechtsverordnung in der gesamten Stadt untersagt werden, was ab Januar so auch geschieht. Wer dagegen verstößt, dem drohen Platzverweise, Gewahrsamnahme und ein Bußgeld von bis zu 1000 Euro.

Wo aber sollen die Caravans und Wohnmobile denn hin? „Wir prüfen, ob es irgendwo ein privates, abgesperrtes, nicht einsehbares Gebiet gibt“, erklärte der Oberbürgermeister, fügte aber hinzu, dass die Stadt dort weder Toiletten bauen noch sich in irgendeiner Weise engagieren wird, um sich nicht dem Vorwurf auszusetzen, sie betreibe oder fördere ein kommunales Bordell.

Die Stadt hat aber auch Mitleid mit den jungen Frauen, die oft zur Prostitution gezwungen werden und laut „Solwodi“ (Solidarity with women in distress - Solidarität mit Frauen in Not) schon nach zehn Jahren physisch und psychisch kaputt sind. Mit dieser und auch der Fachberatungsstelle „Roxanne“ (gehört zu pro familia) sowie dem Frauenhaus hat Hammes-Rosenstein gesprochen und wird bald Infoblätter und Flyer über die Hilfsmöglichkeiten und die neue Rechtsverordnung an die Prostituierten verteilen lassen. Kaum eine von ihnen spricht Deutsch. Die Frage, was sie ab Januar selbst und mit den Fahrzeugen machen, konnte keine der Frauen beantworten.

Jedoch kündigten Polizei und Ordnungsamt an, dass sie die Einhaltung der Rechtsverordnung streng kontrollieren werden, denn Prostitution ist in Koblenz ab Januar eben nur noch in der August-Horch- und in der Andernacher Straße nachts in Form von Straßenstrich erlaubt.

Prostituierten-Wohnmobile gehören der Vergangenheit an
In der Otto-Schönhagen-Straße stehen derzeit über 30 Prostituierten-Wohnmobile. Fast 50 Damen warten rund um die Uhr auf Freier.

In der Otto-Schönhagen-Straße stehen derzeit über 30 Prostituierten-Wohnmobile. Fast 50 Damen warten rund um die Uhr auf Freier.

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Neueste Artikel-Kommentare
  • K. Schmidt: Die nächste Demo, gerade wenn sie sich an Familien richtet, sollte dann mal unter dem Motto stehen: "Fahrradhelme für alle!"

Kruft: Zwischen Dauerkritik und Tatendrang

  • Rolf Stern : Der Text wirkt weniger wie eine Einordnung, sondern eher wie der Versuch, berechtigte Kritik abzuwürgen. Gerade bei öffentlichen Geldern ist Nachfragen keine Dauerschleife, sondern demokratische Pflicht.
  • Andreas Lung: Liebe Frau Schumacher, Sie haben offensichtlich überhaupt nicht verstanden, worum es geht.
  • Thomas Sebastian Napp: Ich kann der Gemeinde zu dieser Aktion nur gratulieren. Vor allem den Bauhofmitarbeitern muss ich hier ein Lob aussprecheb. Gleichzeitig kann ich es nicht verstehen, dass eine große Naturfläche auf dem...
Kreishandwerkerschaft
Dauerauftrag Imageanzeige
Anzeige "Rund ums Haus"
Innovatives rund um Andernach
Anlagenmechaniker
Ostergruß
Innovatives rund um Andernach
SB Standesamt
Mitarbeiter IT-Administrator
Empfohlene Artikel
Der Knotenpunkt Burgstraße Ostallee.
183

Lahnstein. Die Bürgerinitiative (BI) „Zurück zur ursprünglichen Verkehrsführung“ nimmt Stellung zu einem jüngst veröffentlichten Leserbrief in der lokalen Presse, in dem eine verbindliche Festlegung des Stadtrates auf die Ringlösung gefordert wird. Den Gegnern wird vorgeworfen, es mangele ihnen an seriösen Alternativen, sie würden wesentliche Punkte ausblenden und die Probleme der früheren Verkehrsführung ignorieren.

Weiterlesen

Wie gewohnt entwickelten sich während der Präsentation lebhafte Gespräche: Gemeinsam versuchte man, die Bilder zeitlich einzuordnen und die darauf abgebildeten Personen zu identifizieren.
21

Urbar. Kürzlich lud die FREIE LISTE – Bürger für Urbar e.V. erneut zum „ahle Bilda gugge“ ins Urbarer Bürgerhaus ein.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Symbolbild.
8

Ergebnisoffene Sondierungsgespräche der Sparkasse Westerwald-Sieg und Sparkasse Neuwied für eine Fusion werden nicht weiterverfolgt

Fokus der Sparkassen liegt auf eigenständiger Weiterentwicklung

Region. Nach intensiver und ergebnisoffener Prüfung haben die beteiligten Häuser (Sparkasse Westerwald-Sieg und Sparkasse Neuwied) entschieden, die Gespräche über eine mögliche Fusion nicht weiterzuführen.

Weiterlesen

Die Erwachsenengruppe ist weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt.  Foto: privat
8

Die Magic Dancers Remagen stellen sich vor:

Ein traditionsreicher Verein mit Herz und Leidenschaft

Remagen. Die Magic Dancers Remagen sind ein traditionsreicher Verein mit Herz, Leidenschaft und einer besonderen Geschichte. Gegründet im Jahr 1993, gingen sie ursprünglich aus einer Aerobic-Gruppe hervor. Über die Jahre entwickelten sie sich stetig weiter und sind seit 2025 als eigenständiger Verein organisiert. Heute stehen die Magic Dancers für Gemeinschaft, Kreativität und tänzerische Vielfalt – und das generationenübergreifend.

Weiterlesen

Rund ums Haus
Dauerauftrag 2025
Holz Loth-Entsorgung
Innovatives rund um Andernach
Imageanzeige Dauerauftrag 04/2026
Doppelseite PR/Anzeigen
Schulze Klima -Image
Kreishandwerkerschaft - Anzeige Pool
Container Anzeige
First Friday Anzeige März
Innovatives rund um Andernach
Stellenanzeige
Anzeigenauftrag FMP-1P9L0-AD-351131
Unterstützeranzeige
Imageanzeige - Ostern
Stellenanzeige Personalreferent/in
Stellenanzeige