Koblenzer Christdemokraten ziehen klare Grenze
Rünz und Nowak: Der Widerstand des 20. Juli mahnt, den Faschismus-Begriff nicht zu missbrauchen
aus Koblenz
Koblenz. Das Gedenken an den 20. Juli 1944, den Tag des Stauffenberg-Attentats und des Widerstands gegen Hitler, nehmen der CDU-Kreisvorsitzende und Koblenzer Landtagsabgeordnete Philip Rünz sowie die stellvertretende Kreisvorsitzende Daniela Nowak zum Anlass für deutliche Kritik am Linken-Co-Vorsitzenden Luigi Pantisano. Dieser hatte rund um den Bundesparteitag in Potsdam erklärt, es gebe keinen Unterschied zwischen der CDU, die „faschistische Politik“ mache, der AfD und „den Faschisten selbst“. Für Rünz und Nowak zeigt gerade dieser Gedenktag, wie sehr solche Vergleiche den Blick auf den echten Faschismus verstellen.„Gerade das Gedenken an den 20. Juli 1944 führt uns vor Augen, was echter Faschismus war. Die Frauen und Männer des Widerstands haben ihr Leben im Kampf gegen Hitler gegeben. Wer eine demokratische Volkspartei wie die CDU mit Faschisten gleichsetzt, überschreitet eine Grenze, die im demokratischen Wettstreit niemals überschritten werden darf“, so Rünz. „Das verharmlost den echten Faschismus und beleidigt Millionen demokratisch gesinnter Bürgerinnen und Bürger. Die nachträgliche Relativierung als ‚verkürzt‘ macht den Schaden nicht ungeschehen.“Die stellvertretende Kreisvorsitzende Daniela Nowak setzt den Vorfall in ein größeres Bild: „Der Parteitag in Potsdam hat einmal mehr das tief sitzende Antisemitismus-Problem in Teilen der Linken gezeigt.“ Eine Recherche des Bayerischen Rundfunks legte interne Chats der Linksjugend offen, in denen Parolen wie „Israel verrecke“ fielen und Stalinismus und DDR-Diktatur verherrlicht wurden.Für Rünz und Nowak steht damit mehr im Raum als eine einzelne Entgleisung: „Eine Partei, die die demokratische Mitte zu Faschisten erklärt und Antisemitismus in den eigenen Reihen duldet, ist keine normale Partei mehr. Sie gefährdet den gesellschaftlichen Zusammenhalt genauso wie die extremen Kräfte am rechten Rand. Wer die Mitte von links und von rechts in die Zange nimmt, spielt mit der Stabilität unseres Landes.“
Für Landtagsabgeordneten und CDU-Kreisvorsitzenden Philip Rünz hat die Linke schon längst eine rote Linie überschritten. Foto: Jörg Niebergall
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Klare Worte: Stellv. CDU-Kreisvorsitzende Daniela Nowak benennt das Antisemitismus-Problem der Linken. Foto: Sebastian Krupp