Allgemeine Berichte | 29.08.2015

„Sommerfest des SOLWODI Schutzhauses Koblenz“

„Solidarität mit Frauen in Not“

Man feierte ein doppeltes Jubiläum: 30 Jahre Hilfsorganisation SOLWODI und 20 Jahre Gründung des SOLWODI Schutzhaus Koblenz

Zahlreiche Gäste informierten sich über die Arbeit von SOLWODI. Fotos: -ND-

Koblenz. Im Haus der Sporthochschule Koblenz-Oberwerth fand das dritte Sommerfest des Fördervereins SOLWODI Schutzhaus Koblenz statt. Begleitet von der „SHAMA ABBAS Band“ fand das Fest traditionell am „Internationalen Tag der Erinnerung an den Sklavenhandel und dessen Abschaffung“ statt.

SOLWODI steht für „SOLidarity with Women in DIstress“ und bedeutet „Solidarität mit Frauen in Not“ und ist eine Menschenrechts- und Hilfsorganisation. Diese Organisation unterstützt sowohl Frauen, die dem Menschenhandel und der Zwangsprostitution zum Opfer gefallen sind, als auch Frauen, die von Zwangsheirat bedroht werden.

Schwester Dr. Lea Ackermann, die laut SWR als „die bekannteste Nonne Deutschlands“ gilt, gründete 1985 in Mombasa, Kenia, die Organisation SOLWODI im Kampf gegen die Zwangsprostitution und den Menschenhandel. Als Ordensschwester kam sie damals in Kontakt mit den oft schwer traumatisierten Frauen.

Das Sommerfest findet nicht ohne Grund an diesem besonderen Gedenktag statt. Prof. Dr. Ingeborg Thümmel, die erste Vorsitzende des SOLWODI Schutzhaus Koblenz, betonte, wie wichtig es sei an diesen Tag zu erinnern, „denn noch heute werden Menschen, meistens Mädchen und Frauen, gezwungen ihren Körper zu verkaufen. Dazu hat SOLWODI Deutschland eine ganz klare Meinung: Not For Sale! Kein Mädchen und keine Frau darf in eine solche Notlage kommen, dass sie keinen anderen Ausweg mehr sieht, als sich zu verkaufen.“ Die Menschenrechtsorganisation SOLWODI möchte „keine Parallelgesellschaft, in der die Würde des einzelnen Menschen nicht mehr zählt.“

Die Gäste des Sommerfestes wurden umfassend über die Arbeit des SOLWODI Schutzhaus Koblenz informiert. Yulia Konstantinova, Sozialarbeiterin und Beraterin im Schutzhaus Koblenz, beschrieb die Arbeit mit den Frauen. Seit der Zulassung 1995 ist das Koblenzer Schutzhaus fast durchgehend voll belegt und die Arbeit dort wird u.a. mit Hilfe von Spenden geleistet. Die Frauen im Schutzhaus werden beratend durch ihren Alltag begleitet. Sowohl ärztliche und psychologische Hilfestellungen, als auch Integrationskurse ermöglichen es, den Frauen wieder im Leben Fuß zu fassen. Dabei springen die Berater und Beraterinnen des Schutzhauses auch als Familienersatz ein, da diese Frauen ganz allein in Deutschland ihr Leben von vorne beginnen. Genau dieser Umstand, dass das gelingt, bereitet den Mitarbeitern des Schutzhauses Koblenz sehr viel Freude. Schwester Dr. Lea Ackermann begrüßte die Gäste und bedankte sich für das gelungene Sommerfest. Sie sagte, dass es „genau richtig ist, dass SOLWODI gefeiert wird“ und begründete es mit einem Erlebnis, als sie im März in Afrika war. Es kam eine Frau auf sie zu und sagte, dass sie dank SOLWODI ihr jetzt in die Augen schauen kann, denn vorher hat sie immer vor Angst und Scham auf den Boden geschaut. Jetzt durch die Hilfe der Organisation ist sie eine „Busineswomen“ und kann aufrecht durch das Leben gehen.

Doppeltes Jubiläum

Dieses Jahr feierte die Hilfsorganisation zum Schutz von Frauen in Not ein doppeltes Jubiläum. Zum einen feierte die Hilfsorganisation SOLWODI ihre Gründung vor 30 Jahren und zum anderen die Gründung des SOLWODI Schutzhaus Koblenz vor 20 Jahren.

Anschließend wurde ein Scheck vom Förderverein SOLWODI von 5000 Euro für das Schutzhaus Koblenz an Schwester Dr. Lea Ackermann von der zweiten Vorsitzenden des Fördervereins SOLWODI, Monika Hömberger, überreicht.

Neben der musikalischen Begleitung und vielfältigen Köstlichkeiten, konnten die Gäste im Foyer des Hauses handgefertigte Kunstwerke afrikanischer Frauen sowie einige Bücher zum Thema erwerben, darunter auch die Biografie der Schwester Dr. Lea Ackermann. Der Erlös geht komplett an das SOLWODI Schutzhaus Koblenz.

Die Anwesenheit und die Spenden der Gäste, so Prof. Dr. Ingeborg Thümmel, symbolisiert diesen Frauen des Koblenzer Schutzhauses, dass sie nicht vergessen sind. Mit dieser Beachtung bekommen diese Frauen ein Stück ihrer Würde wieder zurück.

„Solidarität mit Frauen in Not“

„Solidarität mit Frauen in Not“

Zahlreiche Gäste informierten sich über die Arbeit von SOLWODI. Fotos: -ND-

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