Allgemeine Berichte | 29.12.2014

Ein ganz besonderer Abend für Menschen ohne festes Zuhause

„Warmes von Herzen“

Rund 120 Menschen wurden mit einem Drei-Gänge-Menü beglückt

„Warmes von Herzen“

Koblenz. Wenn drei Männer gemeinsam grillen, kann dabei durchaus auch etwas Gutes herauskommen. Wie zum Beispiel „Warmes von Herzen“, eine Veranstaltung, bei der Menschen ohne Wohnung ein Abend mit erlesenen Speisen und Live-Musik beschert wird. Sie wurde jetzt vom „Arbeitskreis Menschen ohne Wohnung“ gemeinsam mit dem Jobcenter der Stadt Koblenz zum dritten Mal angeboten - nach zwei Jahren in der Rhein-Mosel-Halle, erstmalig im vor zwei Jahren im Rauental eröffneten Zentrum für Ernährung und Gesundheit der Handwerkskammer Koblenz. Der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer, Alexander Baden, freute sich, Gastgeber dieser sehr speziellen karitativen Veranstaltung zu sein, die besonders gut hierher passe, da sich doch das Handwerk schon seit Jahrhunderten mit Solidarität und Ausbildung beschäftige.

„Und wer hat’s erfunden?“

Die Initiatoren von „Warmes von Herzen“ sind die „Männer vom Grill“: Spitzenkoch Jean-Luc Mundel als „Motor“, Wolfgang Kirtschl (beide sind Arbeitsvermittler beim Jobcenter) und der Koblenzer SWR-Redakteur Andreas Wandow, der zudem die Moderation des vorweihnachtlichen Abends übernahm sowie Interviews mit Sponsoren und aktiven Helfern führte. Etliche der obdachlosen oder in prekären Wohnverhältnissen lebenden Gäste des Abends gehörten zu dem Jobcenter-Klientel, das Mundel und Kirtschl betreuen. Andere werden betreut von „Die Schachtel e.V.“, der Caritas-Fachberatungsstelle, dem städtischen Übernachtungsheim oder dem „Sophie-Schwarzkopf-Haus“ der Arbeiterwohlfahrt - alles Einrichtungen, die dem Arbeitskreis angeschlossen sind. Laut Veranstalter waren rund 120 dieser Menschen, die aus unterschiedlichsten Gründen für eine kurz oder lang andauernde Zeitspanne aus der (Lebens-)Bahn geworfen wurden, der Einladung gefolgt. Hier konnten sie ein paar Stunden lang einmal die Sorgen hintenan stellen, ein buntes Unterhaltungsprogramm erleben und ein ausgezeichnetes Drei-Gänge-Menü genießen.

Große Kochunterstützung

Zur Herstellung von Kürbiscremesuppe, geschmorter Gänsebrust und Dessertvariationen hatte sich Mundel, der selbst auf eine 35-jährige Koch-Erfahrung zurückblickt, Unterstützung von neun Köchen geholt, die er noch aus den Jahren kannte, als er küchentechnischer Leiter des Gastronomischen Bildungszentrums der IHK Koblenz war. Sogar seine Ehefrau legte mit Hand an und brachte sich bei der Herstellung der fünf verschiedenen Desserts ein. Um die Speisen an Mann/Frau zu bringen, bewiesen Wandows Interviewpartner Tatkraft bei der Essensausgabe am Buffet. Eine besonders gute Figur mit Kochmütze und Schürze, die Suppenkelle in der Hand, machte dort die Koblenzer Bürgermeisterin, Marie-Theres Hammes-Rosenstein. Aber auch der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Koblenz, Ernst Josef Lehrer, stand seinen Mann, als er jedem Gast seine Suppe gekonnt mit Kernen und Kernöl veredelte.

Unterhaltsames Programm

Mundel selbst war neben der Speisenzubereitung zuständig für den Programm-Ablauf. Den Plan hielt er wie ein Koch-Rezept in der Hand und überwachte nervös die Einhaltung der richtigen Zutatenmenge, sprich des Zeitrahmens. Den Unterhaltungs-Teil bestritten der Neuwieder Alleinunterhalter Torsten Härig, der die Gäste mit einem Mix aus Rock-, Pop- und Schlagermusik in die richtige Stimmung für die Feier brachte, das Komiker-Duo Willi und Ernst, das mit seinen Witzen und Lied-Parodien als „Rentner aus Leidenschaft“ die Lacher auf seiner Seite hatte und der Schlagerbarde Albert von Locke, beim Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur besser bekannt als Bernd Wenig, der in nicht ganz so schrillem Outfit, wie man es von seinen kultigen Schlagerabenden gewohnt ist, Schlager und Weihnachtslieder vortrug.

„Kein Job - keine Wohnung - kein Job“

Als Schirmherrin der Veranstaltung bedankte sich Hammes-Rosenstein, bei all jenen, die diesen Abend ermöglicht hatten. Sie zeigte sich stolz auf die ihr übertragene Schirmherrschaft, die sie zu dem Aufruf nutzte, gemeinsam den betroffenen Menschen zu helfen und nach Möglichkeiten zu suchen, sie in ein geregeltes Leben zurückfinden zu lassen. Dieser Abend solle zudem als ein Zeichen der Wertschätzung gelten für die, sich in einer Grenzsituation befindenden Mitbürger, „die wir auf diese Weise gerne einmal verwöhnen wollen“. Aus dem Teufelskreis „Kein Job - keine Wohnung - kein Job“ herauszukommen, sei oftmals sehr schwer, erklärte die Leiterin der Arbeitsagentur, Ulrike Mohrs. Dennoch sei es dem Jobcenter im letzten Jahr gelungen, einiges für viele seiner Kunden zu tun, die Situation in Koblenz verbessere sich. Doch weiterhin sei Wohnungslosigkeit ein ganz schwieriges Thema in Koblenz, zumal es an kleinen und bezahlbaren Wohnungen fehle, führte Martina Best-Liesenfeld, Direktorin des Caritasverbands Koblenz, aus. Mit der Fachberatungsstelle für Menschen ohne Wohnung hilft der Verband den Betroffenen in allen Bereichen, um sie aus der hoffnungslos erscheinenden Situation heraus zu holen.

Geschenktasche für die Gäste

Stellvertretend für alle Sponsoren interviewte Wandow auch Stefan Stein, den Marktleiter des Lebensmittel-Großhändlers „Transgourmet Cash & Carry“, für den die Unterstützung dieses Projektes nur logisch war, da das Unternehmen sich bereits im Bereich der gastronomischen Nachwuchsförderung betätige und die Koblenzer „Tafel“ unterstütze. Das Warum der Unterstützung durch die Sparkasse erklärte Lehrer dem Fragesteller und den Gästen. Mit 50 Standorten in der Region verdiene das Institut hier sein Geld, und mit Sponsoring, wie bei diesem Projekt, wolle es dafür etwas zurückgeben. Dank Sparkasse und Handwerkskammer war es möglich, jedem Gast am Ende des Abends zum Abschied noch eine Geschenktasche voller leckerer und nützlicher Kleinigkeiten, zusammen mit guten Wünschen für Weihnachten und das neue Jahr zu überreichen.

Viele Gäste sind der Einladung gefolgt.

Der Schlagerbarde Albert von Locke unterhielt die Gäste.

Ernst Josef Lehrer, Marie-Theres Hammes-Rosenstein, Jean-Luc Mundel und Ulrike Mohrs freuen sich über die gelungene Veranstaltung.

„Warmes von Herzen“
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