Allgemeine Berichte | 05.12.2025, 14:22 Uhr

Eine berührende Geschichten des Bunten Kreis: Mutter Malena erinnert sich: „Es war ein markerschütternder, beinahe unmenschlicher Laut.“

Wie Familie S. um das Leben ihres Sohnes kämpfte

Miran war schwer krank - doch nun stehen die Prognosen gut.  Foto: Bunter Kreis Rheinland e.V.

Region. Als Malena über jenen Nachmittag spricht, an dem sich das Leben ihrer Familie schlagartig veränderte, stockt ihre Stimme. Die junge Mutter aus dem Westerwald erinnert sich an jedes Detail. An das Sofa, auf dem sie mit ihrem vier Wochen alten Sohn Miran ein Mittagsschläfchen hielt, und an den Schrei, der alles veränderte.

„Es war kein normales Schreien mehr“, sagt sie. „Es war ein markerschütternder, beinahe unmenschlicher Laut.“

Miran reagierte nicht mehr auf Ansprache. Er öffnete die Augen nicht, ließ sich nicht beruhigen. Für Malena, allein und unerfahren, brach in diesem Moment die Welt zusammen. „Ich war völlig überfordert. Mir kamen direkt die Tränen.“

Verzweifelt telefonierte sie ihre Hebamme, ihre Schwägerin und ihre Mutter ab. Bauchschmerzen? Koliken? Ein schlechter Traum? Nichts passte zu dem Zustand des Babys. Schließlich entschied sie, ins Krankenhaus zu fahren.

Dort spitzte sich die Lage dramatisch zu. Miran überstreckte sich, erbrach sich immer wieder und krampfte. „Ich stand hilflos im Flur und alles, was man mir sagte, war: ‚Sie müssen warten.‘“ Minuten wurden zu Stunden, bis die Ärzte schließlich auf deutliche neurologische Auffälligkeiten hinwiesen. Ein Ultraschall brachte die schockierende Diagnose: eine schwere, beidseitige Hirnblutung – Grad 4, die stärkste Form.

„Plötzlich war der Raum voller Ärzte. Und dann ging alles ganz schnell.“ Das Krankenhaus konnte dem vier Wochen alten Säugling nicht helfen. In derselben Nacht wurde Miran nach Sankt Augustin verlegt und sofort notoperiert. Ein externer Ventrikeldrain (ein dünner Katheter, der in die Hirnkammer gelegt wird, um Nervenwasser abzuleiten), sollte den lebensbedrohlichen Druck im Kopf senken.

Zwischen Hoffen und Bangen

Während Miran um sein Leben kämpfte, versuchte die Familie zu verstehen, was geschah. „Die Ärzte konnten uns nicht sagen, ob er wieder aufwacht, oder ob er schwerstbehindert sein würde.“ Der Druck im Gehirn war enorm, Krampfanfälle folgten. Zehn Tage lag Miran im künstlichen Koma – zehn Tage voller Ungewissheit.

In den Wochen danach folgten weitere Operationen, Spülungen und verlegte Drainageschläuche. Immer wieder Komplikationen. Immer wieder Warten.

Im Ronald-McDonald-Haus in unmittelbarer Nähe zur Klinik fanden Malena und ihr Mann Ümit einen Ort, an dem sie Kraft schöpfen konnten. „Wir waren in zwei Minuten bei ihm. Wir haben alles zusammen durchgestanden – als Eltern, als Paar.“

Ein kleiner Kämpfer

Zwei Monate nach der Diagnose durfte die Familie nach Hause. Miran war geschwächt, musste vieles neu lernen: fixieren, die Kopfkontrolle, grundlegende Bewegungsmuster. Die Nachsorgeschwester des Bunten Kreises wurde zu einer wichtigen Stütze und Miran kämpfte. „Heute hopst er schon durchs Wohnzimmer“, sagt Malena und lächelt. „Sein rechtes Bein ist noch etwas schwächer, doch die Physiotherapie zeigt Wirkung. Zweimal pro Woche trainiert er, um bald krabbeln und später laufen zu können. Die Prognosen stehen gut. Wenn man ihn heute sieht, würde niemand glauben, was er hinter sich hat.“

Blick nach vorn

In die Krabbelgruppe geht Miran inzwischen regelmäßig. „Anfangs war es ihm zu laut, aber jetzt funktioniert es immer besser.“ Eine Reha im kommenden Jahr soll seine Entwicklung weiter stärken.

Malena wirkt gefasst, auch wenn die Erinnerungen schmerzen. Professionelle Hilfe hat sie bisher nicht in Anspruch genommen. „Vielleicht irgendwann“, sagt sie. „Aber im Moment leben wir einen ganz normalen Alltag. Und das macht mich glücklich.“

Was sie sich für ihren Sohn wünscht?

„Dass er gesund bleibt. Dass er sein Bein irgendwann genauso gern benutzt wie das andere. Und dass er einfach ein fröhliches, normales Leben führen kann. Alles andere ist unwichtig.“

Bunter Kreis Rheinland e.V.

Miran war schwer krank - doch nun stehen die Prognosen gut. Foto: Bunter Kreis Rheinland e.V.

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Hausmeister, bis auf Widerruf
Dienstleistungen
Pferdeshow "Yakari und Kleiner Donner"
Sommerfest 2026 in den Römer Thermen
Prummetaatfest in Ehlingen
Erpeler Weinfest
Anzeige Ausbildung 2027
Empfohlene Artikel
Foto: ROB
117

Sankt Augustin. Vermutlich seit dem 6. September wird der 51-jährige Piotr G. aus Sankt Augustin vermisst. Ein Freund, der ihn mehrere Tage nicht erreichen konnte, informierte die Polizei. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei blieben ohne Ergebnis. In Piotr G.s Wohnung fanden die Beamten sein Mobiltelefon und Portemonnaie. Hinweise deuten auf eine mögliche psychische Erkrankung hin. Vermutlich verließ er das Haus mit seinem schwarzen E-Bike.

Weiterlesen

Die Mitgliederversammlung des Vereins „Kirchen auf der BUGA 2029 e.V.“: (v.l.n.r.) Markus Lerchl (Katholische Kirchengemeinde Heilige Hildegard von Bingen), Mechthild Schabo (Bistum Trier), Marcus Grünewald (Bistum Mainz), Svenja Mai (Evangelische Kirche im Rheinland), Nicole Claire Heckmann (Bistum Trier), Dr. David Hüser (Bistum Mainz), Urs Michalke (Evangelische Kirche in Hessen und Nassau), Heiko Ehrhardt (Evangelische Kirche im Rheinland) und Werner Thomas (Bistum Limburg). Auf dem Foto fehlen Kerstin Janott (Evangelisches Dekanat Nassauer Land) und Volker Rahn (Evangelische Kirche in Hessen und Nassau).
29

Region. Anlässlich der Bundesgartenschau (BUGA) 2029 im Oberen Mittelrheintal hat sich der Verein „Kirchen auf der BUGA 2029“ gegründet, um gemeinsam das Programm und die Angebote auf der BUGA mitzugestalten. Das teilten die beteiligten Kirchen am 10. September mit. Vertretungen aus den katholischen Bistümern Limburg, Mainz und Trier sowie aus den evangelischen Landeskirchen von Hessen und Nassau...

Weiterlesen

Weitere Artikel
Bei Junior-Chef Cihan Deniz und seinem Team steht die Qualität im Vordergrund.  Foto: ROB
580

-Anzeige-Kult-Kebab aus Weißenthurm gewinnt den 1. Platz bei großer Umfrage:

Amigo Arkadas ist die Nummer eins beim großen BLICK aktuell-Döner-Voting

Weißenthurm. In der Hauptstraße von Weißenthurm ist immer etwas los. Mit dem Weißen Turm, der Pfarrkirche St. Trinitatis oder der Stadthalle liegen hier gleich mehrere bekannte Anlaufpunkte der Stadt. Für ganz besondere Frequenz sorgt allerdings die Hausnummer 70. Dort befindet sich der Amigo Arkadas Grill: Ein Imbiss, der längst Kultstatus genießt und weit über die Grenzen Weißenthurms hinaus seine eingeschworene Fangemeinde hat.

Weiterlesen

Foto: Winkler TV
434

Wie es zu dem Unfall kam, ist derzeit nicht bekannt:

13.09.: Neuwied: Crash zwischen Feuerwehrfahrzeug und Auto

Neuwied. Am 13. September ereignete sich auf der Landstraße zwischen den Neuwieder Stadtteilen Oberbieber und Heimbach-Weiß, auf Höhe des Stadtteils Gladbach, ein Verkehrsunfall. Nach ersten Erkenntnissen waren ein Feuerwehrfahrzeug und ein Pkw an dem Unfall beteiligt. Zum Unfallhergang und zur möglichen Ursache liegen derzeit noch keine weiteren Informationen vor.

Weiterlesen

Symbolbild. Foto: pixabay.com
310

Rhein-Sieg-Kreis. Herzlichen Glückwunsch: Eine 31-jährige Frau aus dem Rhein-Sieg-Kreis hat bei der Aktion Mensch-Lotterie 500.000 Euro gewonnen. Im Jahr 2025 konnten nach Angaben der Aktion Mensch rund 2,7 Millionen Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen Gewinn erzielen. Mit den Einnahmen aus der Lotterie werden soziale Projekte der Aktion Mensch unterstützt. Die geförderten Maßnahmen sollen unter...

Weiterlesen