Allgemeine Berichte | 10.10.2013

Christen in Koblenz diskutieren im Vorfeld der Synode

Wie kann Kirche von heute aussehen?

An Pinnwänden hielten die Veranstaltungsbesucher ihre Anregungen zu bestimmten Fragekomplexen fest, damit diese Eingang in die Beratungen zur Synode finden.privat

Koblenz. Wie stellen sich die Christinnen und Christen im Bistum Trier Kirche von heute vor? Bischof Dr. Stephan Ackermann hat sie im Vorfeld der Mitte Dezember beginnenden Diözesansynode eingeladen, ihre Ideen einzubringen. In einer Veranstaltung des Katholischen Forums Koblenz am 30. September wurde von dieser Einladung reger Gebrauch gemacht. Im Bischöflichen Cusanus-Gymnasium stellte Dr. Berthold Weig den neuesten Religionsmonitor der Bertelsmann-Stiftung vor; Professor Dr. Dr. Hans-Joachim Sander (Universität Salzburg) zeigte das Selbstverständnis der Kirche in der Welt von heute auf.

„Religiosität hat im öffentlichen Leben Europas an Bedeutung verloren, bleibt aber eine bedeutende Kraft“, stellte Weig die ersten Ergebnisse des zweiten erweiterten Religionsmonitors (Infos unter www.religionsmonitor.de) vor. In 13 Ländern beantworteten 14.000 Menschen dazu 100 Fragen zu ihren persönlichen religiösen Einstellungen und zum Verhältnis von Religion und Gesellschaft. „Die Leuchttürme der Religionen stehen nicht mehr in Europa“, sagte Weig. In Deutschland sei ein Drittel der Bevölkerung katholisch. Je älter die Menschen seien, desto größer sei ihr Interesse an Religion. „Mittel- und langfristig werden wir uns auf eine sinkende Religiosität einstellen müssen, was deutliche Spuren in der Kirchlichkeit hinterlassen wird“, betonte der Referent.

Sander verdeutlichte, dass mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil sich die katholische Kirche neu positioniert habe. Von der Frage, wer sie sei, sei sie zu der Frage „Wo bin ich“ gekommen - dies zeige sich etwa in der Hinwendung zur Menschenrechtsarbeit und zum interreligiösen Dialog.

Kirche, sagte Sander, müsse sich mit der Welt befassen. Sie sei nicht entweltlichbar. Allerdings müsse sie sich aus dem Verständnis eines Gemeinwesens, das sich aus sich selbst generiert, und damit von klassischen Utopias, verabschieden. Sander definierte „Utopias“ als „Nicht-Orte“ und demgegenüber „Heterotopias“ als „Anders-Orte“. Heterotopias seien reale Orte in der wirklichen Welt. Mit seiner Reise nach Lampedusa etwa habe Papst Franziskus ein solches Heterotopos besucht. Markante Defizite in der Welt aufzuzeigen und sich mit den Menschen zu identifizieren, gehöre zu einem neuen Weltverständnis im Gegensatz zu einer „Globalisierung der Gleichgültigkeit“. Kirche müsse sich mit den prekären Orten auseinandersetzen und entrechteten und unterdrückten Menschen eine Stimme geben. Das bedeute, die eigenen Dunstkreise verlassen und auf die Menschen zugehen.

In vier Arbeitsgruppen trugen die Teilnehmenden ihre Vorstellungen zu den Themen „Kirche in der Welt von heute“, „Glauben leben lernen“, „Wie den Glauben feiern in Gottesdienst und Gebet“ und „Die Gaben im Volk Gottes entdecken und fördern“ zusammen. Die Rätestruktur überdenken, Laiendienste anerkennen, Aufgaben transparenter machen und delegieren, Orientierung an den Wünschen der Gemeinde und die Stellung der Frau im amtlichen Bereich diskutieren: So lauteten einige der Forderungen. Synodensekretär Christian Heckmann versprach, die Anregungen mitzunehmen, sie zu dokumentieren und in der Vorbereitung der Synode vorzulegen.

An Pinnwänden hielten die Veranstaltungsbesucher ihre Anregungen zu bestimmten Fragekomplexen fest, damit diese Eingang in die Beratungen zur Synode finden.Foto: privat

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