Allgemeine Berichte | 05.07.2026, 18:53 Uhr

Kunst Ausstellung Linz

Ausstellung „Fragil Stabil“ von Beatrice Richter in Linz am Rhein

V.li. Norbert Boden, Teresa Schmidt-Meinecke und Beatrice Richter.
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Linz. Bei angenehmen sommerlichen Temperaturen fanden viele Kunstinteressierte den Weg in die Räumlichkeiten von Markt9 in Linz am Rhein zur Vernissage der Ausstellung von Beatrice Richter mit dem Titel „Fragil Stabil“.

Der Vorsitzende des Kunstvereins Linz am Rhein, Norbert Boden, hieß die Gäste willkommen und begrüßte die Künstlerin.

Nach einigen einleitenden Worten über die Vita von Beatrice Richter stellte er die Kulturwissenschaftlerin Teresa Schmidt-Meinecke vor und übergab ihr das Wort für die Einführung.

Schmidt-Meinecke ging zuerst auf den Titel der Ausstellung ein. Beim Wort „fragil“ könne man zum Beispiel an Zartheit, Unsicherheit oder Verletzlichkeit denken, wohingegen „stabil“ für Halt, Beständigkeit und Ordnung stehen könnte. Man könne dabei auch an gesellschaftliche Veränderungen oder an Persönliches denken, wo etwas gerade fragil oder stabil geworden sei.

Auch warf sie die Frage auf, ob die beiden Begriffe als Gegensätze gemeint seien oder sich aufeinander beziehen würden. Sie animierte die Anwesenden, selbst eine Antwort darauf zu suchen.

Im Folgenden ging sie auf die Arbeitsweise von Beatrice Richter ein. Diese verwende Tusche auf ungechlortem Papier. Sie arbeite mit wenigen schnellen Gesten, mit der sie stark umrissene, konkrete Formen schaffe. Diese wirkten gleichzeitig spontan und präzise, jedoch niemals beliebig. Ihre Bilder vermittelten den Eindruck von mikroskopischen Strukturen, vielleicht von getrockneten Pflanzenteilen, wie in einem Herbarium.

Weiter führte sie aus, dass die Künstlerin nicht mit Vorstudien arbeite. Alles habe direkt das Potenzial dazu, das fertige Werk zu sein. Auch gebe es keinen Ausschuss. Der Entstehungsprozess ende bei Beatrice Richter nicht mit einem womöglich misslungenen Versuch. Sie prüfe die Zeichnungen stets auf besondere Merkmale, auf ihre Möglichkeiten. In ihrem Atelier warteten viele Fragmente auf den Zeitpunkt, mit anderen Werken zusammengefügt zu werden zu einer neuen Komposition. Auf diese Weise träten Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft in einen Dialog.

Teresa Schmidt-Meinecke schlug nun den Bogen zu unserem eigenen Leben. Wer kenne nicht Phasen, in denen es sich irgendwie so anfühle, als wäre man noch nicht angekommen oder als würde noch etwas fehlen. Und dann gebe es wieder Momente, in denen sich etwas füge und man das Gefühl habe, jetzt sei alles stimmig, jetzt gebe es eine Harmonie. Sie wies auf die stille Botschaft der Ausstellung hin, dass nichts sofort abgeschrieben werden sollte.

Zum Abschluss äußerte sie ihre Faszination dafür, dass das Schaffen von Beatrice Richter nie abgeschlossen sein könne, weil die Arbeit von heute immer das Potenzial einer Arbeit von morgen in sich trage. Sie erkannte darin eine mögliche Sichtweise für unser Leben. Wir könnten darauf vertrauen, dass irgendwann der Moment komme, in dem sich etwas erfüllt, und dass die Dinge ihren Platz finden würden. Das empfinde sie als sehr optimistisch, hoffnungsvoll und erfrischend.

Im Anschluss bedankte sich Norbert Boden für ihre Ausführungen und lud die Anwesenden ein, sich in Ruhe in der Ausstellung umzuschauen.

Die Ausstellung kann bis zum Sonntag, d. 26.07.2026 zu den üblichen Öffnungszeiten besucht werden: Fr. 16 – 18 Uhr, Sa. + So. 14 – 18 Uhr. Im Rahmen der Finissage am Sonntag, d. 26.07.2026 von 14 – 16 Uhr wird ein Gespräch mit der Künstlerin stattfinden.

V.li. Norbert Boden, Teresa Schmidt-Meinecke und Beatrice Richter. Foto: Ines Langs

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