Die Willy-Brandt-Stiftung benötigt Büro im Forum für einen Museumsladen
Bürgermeister Gerhard Hausen in das Unkeler Rathaus zurück
Unkel. Die Tage von Stadtbürgermeister Gerhard Hausen sind gezählt, jedenfalls was seinen Aufenthalt während seiner Dienstzeit im Willy-Brandt-Forum betrifft. Nachdem er mit Fertigstellung der Museumsräume seine Amtsgeschäfte 2011 in das Zentrum der Stadt an den Willy-Brandt-Platz verlegt hatte, beschloss der Stadtrat nun auf seiner jüngsten Sitzung Anfang voriger Woche, dass der Bürgermeister wieder in das Alte Rathaus in der Linzer Straße zurückkehren soll. Damit folgten die Mandatsträger dem Wunsch der Bürgerstiftung „Willy-Brandt-Forum“, die darum gebeten hatte, den Raum im Erdgeschoss zu ihrer eigenen Verwendung wieder freizugeben.
„Es war absolut sinnvoll, von hier aus die Geschäfte der Stadt zu leiten, da ja unsere beiden städtischen Mitarbeiterinnen, die auch für die Touristinformation tätig sind, hier im Museum die Stiftung während ihrer Dienstzeiten wochentags unterstützen sollten, um die Personalkosten so niedrig wie möglich zu halten“, erinnerte Gerhard Hausen. Im Gegenzug habe die Bürgerstiftung dann die Touristen an den Wochenenden wie auch an Feiertagen über die breit gestreuten Aktivitäten und Angeboten der Vereine wie der Stadt informiert.
Anders als Rex Stephenson von der Innenstadt-Lenkungsgruppe, der den Bürgermeister gerne weiterhin im Stadtzentrum beheimatet gesehen hätte, hat Gerhard Hausen gegen den Umzug nichts einzuwenden. „Wir können doch nur froh und dankbar sei, dass die Bürgerstiftung sich so etabliert hat und über so engagierte Ehrenamtler verfügt, dass sie die Öffnungszeiten des Forums, das für Unkel als Touristenstadt ein absolutes Highlight ist, an allen sieben Tagen der Woche ohne Personalkosten selber stemmen kann“, erklärte der Stadtbürgermeister. Von daher könne er dem Umzug, auch wenn dieser etwa 4.000 Euro kosten wird, nur Positives abgewinnen. Durch den zusätzlichen Raum, in dem ein Museumsladen entstehen soll, könne sich das Willy-Brandt-Forum qualitativ entscheidend erweitern. „Und hinsichtlich der Umzugskosten muss man berücksichtigen, dass die Stadt nach meiner Rückkehr ins Rathaus auch die Beteiligung an den Betriebskosten des Forums spart“, ergänzte Gerhard Hausen.
Da die Ehrenamtler der Bürgerstiftung dann auch nicht mehr für die Touristinformation zuständig sein werden, soll diese von einem Gewerbetreibenden übernommen werden, ein Unternehmer habe bereits seine Bereitschaft signalisiert. Entsprechend werden sich auch die Personalkosten der Stadtverwaltung in Zukunft um eine halbe Stelle reduzieren, allerdings erst dann, wenn eine der Bediensteten aus dem Dienst ausscheidet.
