Die KG Grün-Gold Vettelschoß-Kalenborn hatte zur Prunksitzung geladen
„Ein Meisterstück der 5. Jahreszeit“
Fantastische Tänze und jecke Tön verwandelten das Forum am Blauen See in einen Narrentempel
Vettelschoß. „Op d’r Hüh, da is wat loss, mer fiere am leevste in Vettelschoß“, lautet das Motto der Karnevalsgesellschaft Grün-Gold. Und nicht nur die Jecken aus dem Linzer Höhenort stimmten ihr bei der Prunksitzung voll und ganz zu. Im prächtig dekorierten Gürzenich am Blauen See konnte der junge Präsident Mathis Kurrat neben dem Hausherrn Falk Schneider und etlichen Vertretern des Gemeinderats auch Verbandsbürgermeister Hans-Günter Fischer sowie Falk Schneiders Kollegen von der Hüh, Willi Knopp aus Sankt Katharinen und Josef Rüddel aus Windhagen, willkommen heißen. Sie alle wurden mit den bunt kostümierten Jecken Zeuge von einem mehr als schwungvollen Sitzungsstart, schickte Mathis Kurrat nach dem 1. Kürassierregiment 1999 mit der Jugend des TC Rot-Weiß Vettelschoß weitere Tänzer auf die große Bühne. Weiter ging es mit den „Tanzmäusen“ und der Garde der KG Dattenberg, bevor mit den „Eiermännern“ wieder eine Vettelschoßer Gruppe das Forum zum Kochen brachte. Dann wurde es eng auf der große Bühne, hielten doch die Wenter Klaavbröder Einzug. Und die Windhagener Karnevalisten um Präsident Dennis Heinemann hatten nicht nur die „Dominos“ mitgebracht, die zu „Pirate sin frei, Kölle ahoi“ ihren Showtanz darboten. Natürlich waren auch die Wenter Tollitäten „Horst I. von Eisen und Trööt“ und Elfi I. „von Möhnen und Stern“ nicht zu Hause geblieben. „Zuckerklümpche, mer hann se Üch mitjebraach“, so der Wenter Präsident zu den Vettelschoßer Möhnen, ist die Prinzessin, mit bürgerlichem Namen Elvira Müller, doch eine der ihren. Aus den Reihen der „Zuckerklümpchen“ holte Dennis Heinemann dann auch noch Prinzesinnen-Mum Brunhilde auf die Bühne. Versäumen wollten die Tollitäten mit ihrem Hofstaat auch das weitere Programm nicht, bei dem mit der „Boy-Group“ aus Dattenberg, der „Rööpe Underground“ immerhin so illustre Stars wie die „Village People“, die Comedian Harmonists, der König von Mallorca, Jürgen Drews, oder Karel Gott auf der Vettelschoßer Bühne standen. Eben diese von Margit Michels, Ute Wagner und Ruth Zimmermann mit den Sängern einstudierte „Texteinseitigkeit“ brachte die Jecken im Saal außer Rand und Band.
Tänzerische Highlights
Auch wenn das TC Blau-Weiß Sankt Katharinen angesichts der späten Abendstunde seine Blue Diamonds, Devils und Angels zuhause gelassen hatte, mit den Blue Magics und den Blue Flames wurde es schon recht eng auf der Bühne, zumal ja auch noch das Tanzpaar Lea Rombach und Tobias Schmahl, die Deutsche Vize- und Europa-Vize-Meister 2013, und die neu gegründete Showtanz-Formation mitgekommen waren. Mit ihrer Marschformation eröffneten die „Magics“ das Dancing-Fastelovend-Programm der Blau-Weißen, bevor die Flames dann „Berliner Luft“ verströmen ließen. „Viele kennen uns ja noch als Showtanzformation, die aber hat sich vor zwei Jahren aufgelöst“, erinnerte Chef-Trainer Martin Hausen. Ob die Kathringer auf ihrem Weg ganz oben ankommen werden, davon kann man sich am Samstag, 26. April, bei den Darbietungen der Hauptklasse überzeugen. Nach diesem optischen Hochgenuss hatte es der „Knubbelisch vum Klingelpütz“ zunächst schwer, seine Hommage op de kölsche Sprooch an den Jeck zu bekommen. Der „Schließer“ aus der JVA Ossendorf, heute vornehm „Delikt Designer“ genannt, mokierte sich nicht nur über seinen Kollegen aus den neuen Ländern wie „Mechernich-vor-Kommern“. Dessen Spott ergoss sich auch über texanische Gefängniswärter aus H(o)uston. „Mit sinn at arch in Verzuch“, versuchte Mathis Kurrat die geforderte Zugabe abzuwiegeln, hatten die Grün-Goldenen doch angekündigt, das Programm der Prunksitzung so gestrafft zu haben, dass keine Ausdauer bis 2 Uhr früh nötig sein werde.
Abschluss mit den Weltmeistern
Ein Ende vor Mitternacht war aber da schon längst illusorisch. Denn immerhin machte sich gerade der elffache Deutsche Meister, zehnfach Europameister und zweifache Weltmeister im Gardetanz mit Hebefiguren, der Lokalmatador TC Rot-Weiß Vettelschoß, unter dem frenetischen Jubel der Narrenschar auf den Weg, nicht nur die Bühne, sondern auch die Herzen aller Jecken im Saal zu erobern. Kurz das kleine Maskottchen, den feuerroten Elefanten, an der Treppe zu den Brettern, die die Welt bedeuten, abgestellt und schon forderten die Tänzerinnen und Tänzer ihr Publikum auf: „Follow me“ und „Kumm, loss mer danze!“, wobei diese Aufforderung in einer bombastischen Hebefigur mündete. Nach weiteren Darbietungen zauberten die Rot-Weißen sogar Whoopi Goldberg mit ihrem Sister-Act-Tanz so schwungvoll auf die Bühne. Alle im Saal waren sich schließlich beim dynamisch vorgetragenen Tanz zu Gloria Gaynors „I will survive“ sicher, dass sich dies auch auf die tolle Truppe bezieht, nach der das Quintett „Köln-Kartell“, das Programm der Grün-Goldenen Prunksitzung beendet, nicht aber die Fastelovendfeier, zu der die Saalband „New Sound Fever“ weiter aufspielte.
