Politik | 26.03.2013

Büro Erwin Rüddel, MdB

„Medizinische Versorgung auf dem Land muss gesichert werden!“

Gesundheitsexperten diskutieren mit Staatssekretärin Strategien

Über die Herausforderungen einer guten wohnortnahen, medizinischen Versorgung diskutierten (v.l.) mit dem CDU-Bundestagsabgeordneten Erwin Rüddel (M.) Dr. Peter Heinz, Stellv. Vorstandsvorsitzender der KV Rheinland-Pfalz, Dr. Günter Merschbächer, Geschäftsführer der Marienhaus Kliniken GmbH, Walter Bockemühl, Vorstandsvorsitzender der AOK Rheinland-Pfalz/Saarland, Annette Widmann-Mauz, MdB Parl. Staatssekretärin beim Bundesminister für Gesundheit, Dr. Dieter Pöhlau, Chefarzt der Neurologie der Kamillus-Klinik, Dr. med. Markus Bleckwenn, Facharzt für Innere- und Allgemeinmedizin, Achim Hallerbach, 1. Kreisbeigeordneter (Modellprojekt „Ländlicher Raum“) und Udo Franz, 2. Kreisbeigeordneter.privat

Kreisgebiet. Auf Einladung des heimischen CDU-Bundestagsabgeordneten Erwin Rüddel diskutierten am Freitag vor zahlreichen Gästen Experten des Gesundheitswesens die medizinische Versorgungslage im ländlichen Raum. Die weit über hundert Gäste zeigten, wie brisant des Thema wahrgenommen wird. Anwesend waren neben Gesundheitspolitiker Erwin Rüddel die parlamentarische Staatssekretärin im Gesundheitsministerium, Anette Widmann-Mauz, der Vorstandsvorsitzende der AOK Rheinland-Pfalz/Saarland, Walter Bockemühl, der stellvertretende Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Rheinland-Pfalz, Dr. Peter Heinz, der Geschäftsführer der Marienhaus GmbH, Dr. Günter Merschbächer, der Chefarzt der Kamillus-Klinik Asbach, Dr. Dieter Pöhlau der niedergelassene Hausarzt aus Linz, Dr. Markus Bleckwenn und der 1. Kreisbeigeordnete Achim Hallerbach.

Einig waren sich alle Podiumsteilnehmer über die Dringlichkeit des Problems. Kreisbeigeordneter Achim Hallerbach wies darauf hin, dass das Durchschnittsalter der Ärzte im Kreis bereits heute bei 56 Jahren liege. Die Zahlen für den Kreis Altenkirchen sind vergleichbar. „In den kommenden zehn Jahren geht über die Hälfte der Ärzte in den Ruhestand. Wenn wir jetzt nicht reagieren, wird sich die Versorgung dramatisch verschlechtern“, erklärte Erwin Rüddel. Die parlamentarische Staatssekretärin Annette Widmann-Mauz erläuterte, was durch die Bundesregierung bereits an Maßnahmen initiiert wurde. Sie verwies auf die Möglichkeit einer höheren Vergütung für Landärzte sowie auf die Möglichkeit, Praxissitz und Wohnort zu trennen, oder auf den Abbau von Mengenbegrenzungen. Das ist für viele Ärzte eine Verbesserung und ein Anreiz. Die bessere Verknüpfung von ambulantem und stationärem Sektor sei ebenso eine Chance, die Grundversorgung in der Fläche zu verbessern. Auf Kliniken oder Medizinische Versorgungszentren komme eine größere Herausforderung zu. Grundsätzlich müsse aber der Beruf des Hausarztes wieder attraktiver werden.

Ein Umdenken forderte auch Gesundheitspolitiker Erwin Rüddel: „Es sind nicht nur die harten Faktoren, viel häufiger fordern Ärzte heute die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein. Auch lockt viele junge Ärzte nicht mehr die Freiberuflichkeit, sondern eher die Sicherheit in einem festen Anstellungsverhältnis. Und manchmal sind es andere ’weiche‘ Faktoren wie der nächste Supermarkt, die KiTa oder ein Kino, die einen Standort für junge Ärzte attraktiv machen“, führte Erwin Rüddel aus. „Die Lösung dieser Anforderungen kann nur gelingen, wenn alle Bereiche von Bund über Land bis zu den Kommunen zusammenarbeiten.“

Der Linzer Hausarzt Dr. Markus Bleckwenn unterstrich, dass gerade einmal zehn Prozent aller Medizinstudenten sich vorstellen können, eine Hausarztpraxis zu führen. Hier müsse auch an den Ausbildungswegen etwas geändert werden. Dr. Peter Heinz von der KV Rheinland-Pfalz fügte hinzu, dass heute 70 Prozent der Medizinstudenten Frauen sein, diese hätten andere Lebensentwürfe als männliche Kollegen, und machte auf die Frage der Vereinbarkeit von Familie und Beruf aufmerksam.

Aus Krankenhaussicht liegt das vordringliche Problem im Fachkräftemangel. Dr. Günter Merschbächer von der Marienhaus GmbH erklärte, die Häuser fänden oft kein Personal, um offene Stellen neu zu besetzten. Dies wurde von Dr. Dieter Pöhlau bestätigt: „Gerade die kleineren Häuser auf dem Land sind hiervon besonders betroffen.“ Erwin Rüddel zog am Ende Bilanz und sagte abschließend: „Der Weg vor uns ist lang und schwierig. Viele Aufgaben müssen bewältigt werden. Ich denke, wir haben mit der Bundesregierung einen guten ersten Schritt gemacht, aber viele weitere müssen folgen, damit auch in Zukunft die Menschen wohnortnah medizinisch versorgt werden können. Wir müssen uns auf Veränderungen einstellen, damit die Versorgung in Zukunft eine gute Qualität behält.“

Pressemitteilung

Erwin Rüddel, CDU

Mitglied des Deutschen Bundestages

Über die Herausforderungen einer guten wohnortnahen, medizinischen Versorgung diskutierten (v.l.) mit dem CDU-Bundestagsabgeordneten Erwin Rüddel (M.) Dr. Peter Heinz, Stellv. Vorstandsvorsitzender der KV Rheinland-Pfalz, Dr. Günter Merschbächer, Geschäftsführer der Marienhaus Kliniken GmbH, Walter Bockemühl, Vorstandsvorsitzender der AOK Rheinland-Pfalz/Saarland, Annette Widmann-Mauz, MdB Parl. Staatssekretärin beim Bundesminister für Gesundheit, Dr. Dieter Pöhlau, Chefarzt der Neurologie der Kamillus-Klinik, Dr. med. Markus Bleckwenn, Facharzt für Innere- und Allgemeinmedizin, Achim Hallerbach, 1. Kreisbeigeordneter (Modellprojekt „Ländlicher Raum“) und Udo Franz, 2. Kreisbeigeordneter.Foto: privat

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Neueste Artikel-Kommentare
  • K. Schmidt: Die nächste Demo, gerade wenn sie sich an Familien richtet, sollte dann mal unter dem Motto stehen: "Fahrradhelme für alle!"

Kruft: Zwischen Dauerkritik und Tatendrang

  • Rolf Stern : Der Text wirkt weniger wie eine Einordnung, sondern eher wie der Versuch, berechtigte Kritik abzuwürgen. Gerade bei öffentlichen Geldern ist Nachfragen keine Dauerschleife, sondern demokratische Pflicht.
  • Andreas Lung: Liebe Frau Schumacher, Sie haben offensichtlich überhaupt nicht verstanden, worum es geht.
  • Thomas Sebastian Napp: Ich kann der Gemeinde zu dieser Aktion nur gratulieren. Vor allem den Bauhofmitarbeitern muss ich hier ein Lob aussprecheb. Gleichzeitig kann ich es nicht verstehen, dass eine große Naturfläche auf dem...
Dauerauftrag
Dauerauftrag 2026
Mülltonnen -Reinigung, bis auf Widerruf
Innovatives rund um Andernach
Imageanzeige Dauerauftrag 04/2026
Rund ums Hause Mayen/Mendig
Rund ums Haus
Osteraktion
Stellenanzeige Personalreferent/in
Empfohlene Artikel
Besuch der Leubsdorfer Schützen im Bundestag.
34

Leubsdorf. Auf Einladung der heimischen Bundestagsabgeordneten Ellen Demuth unternahm die St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft Leubsdorf eine viertägige politische Bildungsreise in die Bundeshauptstadt Berlin. Die Teilnehmer erhielten dabei spannende Einblicke in die Arbeit der Bundespolitik und besuchten zentrale Orte des politischen Geschehens.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Symbolbild.
7

Ergebnisoffene Sondierungsgespräche der Sparkasse Westerwald-Sieg und Sparkasse Neuwied für eine Fusion werden nicht weiterverfolgt

Fokus der Sparkassen liegt auf eigenständiger Weiterentwicklung

Region. Nach intensiver und ergebnisoffener Prüfung haben die beteiligten Häuser (Sparkasse Westerwald-Sieg und Sparkasse Neuwied) entschieden, die Gespräche über eine mögliche Fusion nicht weiterzuführen.

Weiterlesen

Die Erwachsenengruppe ist weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt.  Foto: privat
8

Die Magic Dancers Remagen stellen sich vor:

Ein traditionsreicher Verein mit Herz und Leidenschaft

Remagen. Die Magic Dancers Remagen sind ein traditionsreicher Verein mit Herz, Leidenschaft und einer besonderen Geschichte. Gegründet im Jahr 1993, gingen sie ursprünglich aus einer Aerobic-Gruppe hervor. Über die Jahre entwickelten sie sich stetig weiter und sind seit 2025 als eigenständiger Verein organisiert. Heute stehen die Magic Dancers für Gemeinschaft, Kreativität und tänzerische Vielfalt – und das generationenübergreifend.

Weiterlesen

Monatliche Anzeige
Anzeige Haushaltsauflösungen und Ankauf
Dauerauftrag
Kreishandwerkerschaft
Holz Loth-Entsorgung
Alles rund ums Haus
Anzeige "Rund ums Haus"
Fahrer gesucht (m/w/d)
Innovatives rund um Andernach
Koblenz blüht
fit für`s Alter?
Kreishandwerkerschaft - Anzeige Pool
Innovatives rund um Andernach
Anzeigenauftrag FMP-1P9L0-AD-351131
Anzeige KW 14
Dauerauftrag 2026
Titelanzeige
Unterstützeranzeige
Imageanzeige - Ostern
Stellenanzeige Personalsachbearbeiter/in