Der Kanu-Club Unkel hatte wieder zum Rheinschwimmen eingeladen
Niedrigwasser, Temperatursturz und Regen hielten die Schwimmer nicht ab
Unkel. Bereits zum 22. Mal hat der Kanu-Club Unkel am Sonntag sein traditionelles Rheinschwimmen von den Erpeler Nato-Rampe an den Brückentürmen bis zum Strandgelände am Bootshaus in Unkel ausgerichtet. Dabei war es lange Zeit fraglich gewesen, ob die Fans dieses Naturerlebnisses überhaupt auf die rund drei Kilometer lange Strecke, die in einer guten halben Stunde zu bewältigen ist, gehen könnten. Grund zur Besorgnis gab dieses Mal nicht wie im Vorjahr ein für die Jahreszeit ungewohnt hoher Pegelstand des Flusses, sondern vielmehr nach ungemein heißen und vor allem trockenen Sommertagen Niedrigwasser.
Probleme mit Niedrigwasser
„Weniger Wasser hat der Rhein zuletzt nur 2003 geführt. Auch vor zwölf Jahren haben wir jede Menge Kies am Rampenende anschütten müssen, weil die Schwimmer in den großen Steinen hängen geblieben wären“ berichtete Pressewart Alfons Keuter. Auch wenn es seit dem frühen Morgen ununterbrochen geregnet hätte, in den Fluss „jumpen“ sei absolut nicht angesagt, so sein Urteil, während der Pendelbus die Teilnehmer der ersten Staffel oben an der Straße freigab.
Über 760 Starter
Im Clubhaus oder online vorangemeldet hätten sich über 520 Teilnehmer. Inzwischen sei der Verein zwar weit entfernt von seinem Rekordbesuch mit 900 Rheinschwimmern, aber trotz Regen und einem Temperatursturz auf schlappe 16 Grad wollten sich über 760 „Wellengleiter“ dieses Vergnügen nicht entgehen lassen.
Die wenig sommerlichen Temperaturen nahmen die ungeduldig auf den Start warteten Schwimmer der ersten Staffel kaum wahr, auch wenn die meisten von ihnen keinen Neoprenanzug angezogen hatten. Viel zu dicht drängten sie sich unter dem großen Zelt, das der Verein am Anfang der Nato-Rampe aufgebaut hatte. „Jetzt geht’s los!“, brachten sich die Rheinschwimmer in Stimmung, bis Robert Wollscheid endlich für den erkrankten Jürgen Hamacher mit der obligatorischen Einweisung begann.
„Die Wassertemperatur beträgt 25 Grad“, informierte er die Schwimmer, die er nachdrücklich zur Vorsicht mahnte. „Seid vernünftig und steigt langsam in den Rhein, vor allem ohne Kopfsprung“, wies er sie an. Außerdem drücke die Strömung in Höhe der „Heisterer Platte“ in die Flussmitte. „Haltet Euch dort extrem rechts, damit Ihr nicht in die Schifffahrtslinie geratet und achtet auch auf Euren Nebenmann“, gab es den Rheinschwimmern mit auf den Weg, bevor diese sich auf den Weg Richtung Clubhaus machten. Eskortiert wurden beide Staffeln dabei von zahlreichen Kanuten des Vereins um den Zehner-Kanadier „Unkelstein“ sowie von Booten der Erpeler und Unkeler Feuerwehr.
Älteste Teilnehmer geehrt
Nachdem die Rheinschwimmer am Strand des ehemaligen Rhein-Freibads von Unkel an gekommen waren, wartet auf sie noch vor der Dusche zunächst die obligatorische „Schluckimpfung“, die bei den Erwachsenen hochprozentig, bei den Kindern dafür umso fruchtiger ausfiel. Musikalisch empfangen und unterhalten wurden die Teilnehmer zudem von den „Barhockern“. Nachdem sich dann auch die Teilnehmer der am frühen Nachmittag gestarteten zweiten Staffel getrocknet hatten, zeichnete Sport- und Wanderwartin Elke Kranz zunächst den Mehlemer Klaus Marx, der zum 20. Mal am Rheinschwimmen teilgenommen hatte, mit einer Ehrenurkunde aus. Ältester Teilnehmer mit stolzen 85 Jahren war Ludwig Rückert, während sich den Titel der ältesten Teilnehmerin die neun Jahre jüngeren Christa Berluteit, Ortrud Weber und Regina Weichsel schwesterlich teilten. Wie im Vorjahr kam die stärkste Gruppe von Wassersportverein Oberkassel, der mit 26 Rheinschwimmern angetreten war. Als am weitesten angereiste Teilnehmer stellte Elke Kranz vier Asylanbewerber aus Syrien vor, die wie die übrigen Rheinschwimmer das Bad in den Wellentälern begeistert genossen hatten.
Mit blauen Badeschuhen und gelbem Enten-Hütchen auf dem Kopf war Klaus Marx zum 20. Mal dabei. als Anerkennung dafür erhielt der Mehlemer eine Urkunde.
