Politik | 18.06.2013

Ein 118-Kilometer langer Tunnel von Troisdorf bis Mainz

Rheintal ohne Lärm durch Güterverkehr

Die Gesamtkosten werden sich auf fünf bis zehn Milliarden Euro belaufen

Bauingenieur Dr. Rolf Niemeyer plant weltweit Bauprojekte und führt diese aus.  Privat

Kreis Neuwied. Die Einschränkung der Lebensqualität im Mittelrheintal, bedingt durch den unerträglichen Lärm des Bahn-Frachtverkehrs ist nicht länger hinnehmbar. Die zunehmende Vernetzung von Bürgerinitiativen, rechts- und linksrheinisch, gegen den Bahnlärm und deren Erschütterungen, und dazu gehört auch die aktive „Bürgerinitiative gegen Bahnlärm und Erschütterungen Bad Hönningen“, findet verstärkt Resonanz bei den Betroffenen. Im Zusammenhang mit dem Beschluss der Schweiz, ab dem Jahr 2020, keine lauten Bahn-Waggons mehr durch die Schweiz fahren zu lassen, will man nun laut Ministerium und der Bahn, die Waggons mit den sogenannten LL-Sohlen umrüsten, die den Lärm an den Waggons reduzieren würden. Dies ist jedoch in keiner Weise ausreichend, so Franz Breitenbach von der „Bad Hönninger Bürgerinitiative“. Bereits vor einigen Monaten hat er deshalb Kontakt zu dem in der Nähe Bonns wohnenden Bauingenieur Dr. Rolf Niemeyer, aufgenommen. Er ist ein erfahrener Bau-Dr. Ing., der weltweit Bauprojekte plante und ausführte. Obwohl er kein ausgewiesener Experte im Tunnelbau ist, hat er sich, weil er selbst ein Betroffener des Bahnlärms ist, über Monate konkret Gedanken gemacht, wie das Problem „Güterfrachtverkehr“ im Mittelrheintal auf Dauer nachhaltig und effizient zu lösen sei. Seine Pläne, mit Begründungen, Ausführungsart, Kosten, etc., hat er bereits Ende 2012 beim zuständigen Ministerium eingereicht.

Kernaussagen

Ein Projekt, das aus bautechnischer Sicht machbar ist, dies für einen Tunnel in der Länge von 118 Kilometern von Siegburg bis nach Mainz. Geschätzte Gesamtkosten zwischen fünf und zehn Milliarden Euro.

Folge

Der Güterbahnverkehr wird dauerhaft unter die Erde verlegt und Alternativtrassen würden wegfallen, da diese den Bahnlärm (im Güterverkehr) nur vom Rheintal in die Eifel oder Westerwaldregion verlagern würde. Es sind durchaus keine Utopien und alle Ideen zur wirksamen Reduzierung des Güterfernverkehrs sollten geprüft werden, so auch die Gegner des zunehmenden Bahnlärms. „Alle Möglichkeiten, die Bürger vor krankmachendem Bahnlärm zu schützen, müssen diskutiert und geprüft werden. Dazu gehören auch neue Ideen, die vielen Politikern sicherlich erst einmal als unmöglich erscheinen. Ich bin mir aber sicher, dass wir nur so auf Dauer eine akzeptable Lösung für die Menschen schaffen können. Früher hätte man auch nicht gedacht, dass man heute Auto oder Bahn fahren würde, oder - dass wir alle heute einen Computer selbstverständlich benutzen“, so Elisabeth Bröskamp (MdL, Bündnis 90 / Die Grünen). Wer sich über die Aspekte zur Alternative „Bahnlärmreduzierung durch einen Tunnelbau“ informieren möchte, kann dieses unter www.westerwald-taunus-tunnel.de nachlesen, so Franz Breitenbach, der von der Idee eines Tunnels angetan ist.

Tunnelbau

Hier einige Hintergrundinformationen zum angedachten Tunnelbau von Dr.-Ing. Rolf Niemeyer. Die EU räumt dem Güterverkehr auf der Schiene die höchste Priorität ein und rechnet mit einer Verdopplung der auf der Schiene zwischen Rotterdam und Genua transportierten Frachtmenge zwischen 2005 und 2020. Für den Westerwald-Taunus-Tunnel ist am 30. Dezember 2012 die Projektanmeldung für den Bundesverkehrswegeplan 2015 erfolgt. Die Auslegung des Tunnels durch das Rheinische Schiefergebirge erfolgt ausschließlich nach den Anforderungen für den Güterverkehr, nicht für den Personenverkehr (Dimensionierung, Ausrüstung, Sicherheitseinrichtungen, etc.). Die Befahrung des Westerwald-Taunus-Tunnels soll nur mit Elektroloks erfolgen. max. Zuggeschwindigkeit für Güterzüge im Tunnel: 160 km/h.

Genehmigungsplanung

Die Aufnahme des Bauvorhabens des Westerwald-Taunus-Tunnels in den Bundesverkehrswegeplan 2015. Anschließend bzw. parallel dazu das Raumordnungsverfahren oder direkt das erforderliche Planfeststellungsverfahren durch das Eisenbahn-Bundesamt in Zusammenarbeit mit den beteiligten Bundesländern Rheinland-Pfalz, Hessen und Nordrhein-Westfalen durchführen. Im Gebirge kann ein Tunnelvortrieb in konventionellem Ausbruch mit Sprengvortrieb oder ein Bau mit Tunnelvortriebsmaschinen (z. B. Herrenknecht) erfolgen. Der Vortrieb mit einer Tunnelvortriebsmaschine liegt bei durchschnittlich 300 m pro Monat.

Zeitachse

Für die Planung (Machbarkeitsstudie, Identifizierung des Trägers des Vorhabens, technische Planung, Alternativuntersuchungen mit Kosten-Nutzen-Vergleich, Untersuchung der Umweltverträglichkeit, Ausgleichsmaßnahmen, etc.) ist eine Zeitspanne von drei bis fünf Jahren anzunehmen. Parallel dazu erfolgt die Planung der Baudurchführung und der Finanzierung des Vorhabens.

Volksabstimmung

Die Akzeptanz des Projekts kann durch Meinungsumfragen insbesondere in den betroffenen und vorteilhabenden Kreisen und kreisfreien Städten erkundet werden.

Kosten und Finanzierung

Hinsichtlich der Kostenschätzung für die Herstellung des Westerwald-Taunus-Tunnels kann auf die Erfahrungen im weltweiten Tunnelbau zurückgegriffen werden. Zur Finanzierung des Westerwald-Taunus-Tunnels: Die Bereitstellung der Finanzmittel für Planung / Bauleitung und Bau des Westerwald-Taunus-Tunnels erfolgt durch die Bundesrepublik Deutschland bzw. den Bundesfinanzminister. Wegen der besonderen europäischen Bedeutung des Vorhabens erscheint eine Teilfinanzierung aus Fördermitteln bzw. Fonds der Europäischen Gemeinschaft möglich. Den Nutzen für den Güterverkehr sowie für die diversen Nutzer der Menschen im Rheintal kann man unter www-westerwald-taunus-tunnel.de nachlesen. Pressemitteilung der

Bürgerinitiative gegen

Bahnlärm und Erschütterungen

Bad Hönningen

Bauingenieur Dr. Rolf Niemeyer plant weltweit Bauprojekte und führt diese aus. Foto: Privat

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