Eine-Welt Linz e.V. und Weltladen Linz stellen sich vor
Seit drei Jahren erfolgreich für soziales Engagement und Fairen Handel
Linz. Am 24. September 2012 versammelten sich im Pfarrheim der kath. Kirche Linz zwölf Frauen und Männer aus Linz und den umliegenden Gemeinden mit dem Ziel, einen Verein zu gründen, der sich sozial engagiert, den Fairen Handel fördert und für mehr Gerechtigkeit zwischen den Völkern einsetzt. Inzwischen sind über 40 Bürgerinnen und Bürger aus Linz und den umliegenden Gemeinden Mitglied des Vereins Eine-Welt Linz e.V., der ausschließlich gemeinnützige Zwecke auf überparteilicher und überkonfessioneller Grundlage verfolgt.
Konkret werden Informationsveranstaltungen zum Fairen Handel für Schüler, Jugendliche, Erwachsene und Vereine angeboten, Artikel zu den Themen Leben und Wirtschaften sowie Gerechtigkeit in der Welt veröffentlicht, Entwicklungsprojekte gefördert und zusätzlich zum Weltladen Verkaufsbasare mit Produkten des Fairen Handels organisiert.
Wer sich für eine Mitgliedschaft im Verein Eine-Welt Linz e.V. interessiert , für den liegen Beitrittserklärungen im Weltladen aus und sind im Internet unter www.weltladen-linz.de abrufbar.
Weltladen gegründet
Schon ein halbes Jahr nach der Vereinsgründung, am 23. März 2013, eröffnete der Verein nach einer intensiven Planungsphase und der Suche nach einem geeigneten Ladenlokal, in der Linzer Rheinstraße 3 einen Weltladen, von dessen Ambiente alle Kunden immer wieder angetan sind.
Seit dieser Zeit werden von über 30 ehrenamtlich tätigen Mitarbeiter/innen mit stetig steigendem Erfolg fair gehandelte Lebensmittel und Kunsthandwerk aus Afrika, Asien, Europa und Lateinamerika verkauft. Neue Mitarbeiter/innen für den Weltladen werden immer gebraucht, da ab und zu Mitarbeiterinnen durch Krankheit, Alter und Umzug ausscheiden. Interessenten können sich im Weltladen melden oder das für den Personaleinsatz zuständige Vorstandsmitglied, Jutta Dietrich, unter Tel. (0 15 7) 34 66 99 33 anrufen.
Seit November 2013 unterhält der Weltladen eine zusätzliche Verkaufsstelle im Laden der Bäckerei Zimmermann in Neustadt/Wied. Auch hier werden viele fair gehandelte Produkte angeboten.
Stolz ist der Vorstand, bereits nach zwei Jahren Weltladen mit Annette Förster eine ausgebildete Fachkraft für den Fairen Handel zu haben und mit dem WFTO-Emblem, World Fair Trade Organization, ausgezeichnet worden zu sein, dem weltweiten Netzwerk für Fairen Handel. Danach schließen die WFTO-Mitglieder Gewinnmaximierung aus, schaffen Chancen für wirtschaftlich benachteiligte Produzent/innen, bezahlen einen fairen Preis, schaffen gesunde und sichere Arbeitsbedingungen, setzen sich für Gleichberechtigung und Nicht-Diskriminierung und auf politischer Ebene für mehr Gerechtigkeit im internationalen Handel ein.
Wie der Vorsitzende des Trägervereins Eine-Welt Linz e.V. Hans-Joachim Schmitz sagt, kaufen die bundesweit 800 Weltläden ihre Lebensmittel, Textilien und Kunsthandwerk bei Fair-Handels-Organisationen, die partnerschaftliche Handelsbeziehungen zu Produzent/innen und ihren Organisationen unterhalten. Weltläden verkaufen diese fair gehandelten Produkte mit dem Wissen an ihre Kund/innen, dass diese Produkte ohne unfairen Zwischenhandel, ohne Preisdumping und ohne Hungerlöhne in die Weltläden kommen.
Kriterien für Fairen Handel
Weitere wichtige Kriterien für die Fair-Handels-Organisationen sind, dass sie darauf achten, dass Menschenrechte nicht verletzt werden und der Marktzugang für benachteiligte Produzent/innen ermöglicht wird. Nicht zuletzt sind daher langfristige, partnerschaftliche Handelsbeziehungen und Faire Preise für die Produzent/innen wichtige Bestandteile des Fairen Handels der das Ziel hat, die Regeln des Welthandels gerechter zu gestalten.
Dadurch, dass den Produzent/innen faire Preise gezahlt werden, können diese auch die Rechte von Kindern, keine ausbeuterische Kinderarbeit, sichern. Hinzu kommt, dass die transparenten und partnerschaftlichen Handelsbeziehungen für die Produzent/innen im Globalen Süden nicht nur einfaches Überleben ermöglichen, sondern ihnen das Gefühl geben, eine Zukunft zu haben. Unterstützend kommt die Bildungs- und Kampagnenarbeit der Weltläden hinzu.
Vor dem Hintergrund der aktuellen Flüchtlingswellen ist Schmitz überzeugt, dass der Einkauf im Fairen Handel mehr denn je von Bedeutung ist, da er den Menschen im Globalen Süden hilft, ihre Existenz zu sichern.
Schon diese Argumente verdeutlichen, weshalb einige wenige Weltladen-Produkte wie zum Beispiel Kaffee einen höheren Preis haben als in den Super-Märkten. Vorsitzender Schmitz: „In den Weltläden mit ihrem qualitativ guten Angebot an Lebensmitteln und Kunsthandwerk wird „Politik mit dem Einkaufskorb“ gemacht. Der Preis darf nicht im Vordergrund stehen sondern das Ziel, den Menschen zu helfen!“
Dem Ziel, den Menschen im Globalen Süden zu helfen, dienen auch steuerlich absetzbare Geldspenden, die der Weltladen gut gebrauchen kann, damit die monatlichen Kosten für Miete, Strom, Versicherung, Telefon usw. in erträglichem Rahmen bleiben. Ansprechpartner für Geldspenden ist der Vorsitzende des Vereins Eine-Welt Linz e.V., Hans-Joachim Schmitz.
Damit Jung und Alt immer aktuell über die Projekte und Aktivitäten des Vereins Eine-Welt Linz e.V. sowie des Weltladens informiert ist, werden Prospekte gedruckt und verteilt, Pressemitteilungen verschickt und im Internet unter www.weltladen-linz.de informiert. Schmitz: „Die Veröffentlichungen sind für uns wichtige Instrumente, mit denen wir Bürgerinnen und Bürger über die Vorteile des Fairen Handels informieren“.
Im kommenden Jahr wird der Vereine Eine-Welt Linz e.V. zusammen mit dem Weltladen seine Bildungsarbeit auf Schulen und Vereine ausweiten und Vorträge und einiges mehr über den Fairen Handel anbieten.
Fairer Handel nimmt zu
Immer mehr Menschen in Deutschland ist es wichtig, mit ihrer Konsumentscheidung dazu beizutragen, dass bei der Herstellung unserer Alltagsgüter die Produzent/innen unter menschen-würdigen Bedingungen arbeiten können und die Umweltressourcen geschont werden. Gut 13 Euro pro Kopf gaben deutsche Verbraucher/innen im Jahr 2014 durchschnittlich für Lebensmittel und Handwerk aus Fairem Handel aus. Inzwischen wird in der Bundesrepublik pro Kopf zehn Mal mehr für fair gehandelte Produkte ausgegeben als 2004.
Im EU-Vergleich hängt Deutschland jedoch Großbritannien und der Schweiz deutlich hinterher. Die Schweizer gaben 2014 mehr als vier Mal so viel für fair gehandelte Produkte aus als die deutschen Verbraucher/innen.
Ein Schritt auf dem Weg zu dem Ziel, den Fairen Handel bundesweit zu stärken, ist die jährlich im September stattfindende „Faire Woche“. In Linz werden der Vorstand von Eine-Welt Linz e.V. und die ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen des Weltladens in der Zeit von Dienstag, 15. bis Sonntag, 27. September mit verschiedenen Aktionen an die Öffentlichkeit treten.
Ganz besonders freut sich Vorsitzender Hans-Joachim Schmitz, dass sich acht Linzer Restaurants bereit erklärt haben, während der „Fairen Woche“ unter anderem Speisen mit fair gehandelten Lebensmitteln anzubieten. Es machen mit: Linzer Brauhaus, Kurfürstliche Burg-Gastronomie, „Zur Alten Post“ „am Markt“, „Alt-Linz“, „Hammersteins“, „Alte Ratsschänke“ und „Franco“.
Darüber hinaus sind vom Weltladen folgende Aktionen geplant: Vorträge zum Fairen Handel und die Wirkung von Kleinkrediten in Bolivien, Workshops, Informations- und Verkaufsstände, Einladung an die Bevölkerung zu einem kostenlosen „Fairen Frühstück“, ein Wortgottesdienst für Kindergartenkinder und deren Eltern, eine Stadtrallye von Schülern der Robert Koch-Schule sowie die Teilnahme am Seniorentag der Verbandsgemeinde Linz „Fest der Kulturen“ mit Informationen und Verkostungen rund um den Fairen Handel.
Was sich der Vorstand des Vereine Eine-Welt Linz e.V. sowie die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen des Weltladens für die kommenden Jahre wünschen ist, dass noch mehr Bürgerinnen und Bürger den Weg in den Weltladen finden. Ein Ziel des Weltladens für die kommenden Jahre ist es, dass auch Linz eine Fair-Handel-Stadt wird wie bereits viele Städte in der näheren Umgebung, zum Beispiel Sinzig, Unkel, Neuwied, Andernach, Mayen, Lahnstein, Limburg, Bad Honnef, Hennef, Bonn, Hennef, Köln, Altenkirchen und weitere. Der erste Schritt auf dem Weg zu einer Fair-Handels-Stadt ist der Beschluss des Stadtrates, dies zu wollen. Der Vorstand von Eine-Welt Linz e.V. wird daher im kommenden Jahr das Gespräch mit der Stadt-spitze suchen.
