Stadtrat Unkel tagte
Verkauf von drei städtischen Grundstücken beschlossen
Auch die Herkulesstauden am nördlichen Rheinufer beschäftigten den Stadtrat
Unkel. Die Stadt Unkel will rund 1600 Quadratmeter der großen Grünfläche entlang der Graf-Blumenthal-Straße/ Ecke „Am hohen Weg“, die ursprünglich als Reserveflächen für den benachbarten Friedhof vorgesehen waren, versilbern. „Bei der Prüfung der Gräberbestückung auf unserem Friedhof wurde festgestellt, dass zwischen den Gräbern viele Freibereiche vorhanden sind oder nicht mehr besetzt sind. Durch die verstärkte Urnenbeisetzung in den zurückliegenden Jahren wurde zudem die Nachfrage hinsichtlich der flächenmäßig größeren Sargbestattungen geringer, so dass wir diese Reserveflächen in Zukunft nicht mehr benötigen werden“, führte Stadtbürgermeister Gerhard Hausen auf der jüngsten Sitzung des Stadtrates aus. Da liege es angesichts der mehr als angespannten Haushaltslage doch nahe, den neben dem jüdischen Friedhof liegenden Spielplatz nach Westen bis an das Feuerwehrgerätehaus zu verschieben und die Restfläche in drei Parzellen einzuteilen, um diese als Bauland anzubieten.
Bodengutachten beantragt
Dieser Einschätzung schlossen sich die Mandatsträger an und beschlossen einstimmig, bei der Kreisverwaltung eine entsprechende Umnutzung zu beantragen.
Verkauft werden sollen die zwei 580 Quadratmeter großen Parzellen und das dritte, 520 Quadratmeter große Grundstück an den Meistbietenden. Ein Mindestbetrag von 120 Euro pro Quadratmeter ist angesichts der Lage mitten in der Stadt und dazu auf Hochwasserfreiem Gebiet durchaus vertretbar, zumal die Grundstücke an der Graf-Blumenthal-Straße bereits erschlossen sind, so dass nur noch die Hausanschlüsse verlegt werden müssen. Nach Abzug der auf mindestens 28.000 Euro geschätzten Nebenkosten würden somit mindestens knapp 19.000 Euro in das Unkeler Stadtsäckel fließen. Abgewartet werden muss nach einer Bauvoranfrage lediglich das Ergebnis eines Bodengutachtens. Dieses ist notwendig, da die Flächen wie auch die gegenüberliegenden, auf denen früher der Weiße Sport zu Hause war, ehemals als Gemeindemüllplatz für Bauschutt sowie als allgemeine Ablagerungsstelle genutzt worden waren.
Giftiger „Bärenklau“ am Rheinufer
SPD-Stadtratsmitglied Manfred Mönch hatte den Stadtbürgermeister bereits darauf aufmerksam gemacht, dass sich an die 20 Herkulesstauden am Unkeler Rheinufer in der Nähe der Kläranlage angesiedelt hatten. Jetzt wollte er wissen, was die Stadt gegen diese hochgiftigen auch „Bärenklau“ genannten Pflanzen unternommen habe. Schließlich würden die mittlerweile mannshohen Stauden mit ihren Giftstoffen für Wanderer und spielende Kinder eine extreme Gefahr darstellen. Inzwischen seien die Pflanzen verblüht, so dass sie sich mit ihren Samen weit verbreiten könne, monierte das Stadtratsmitglied. Die Beantwortung seiner Anfrage überließ Gerhard Hausen dem VG-Chef Karsten Fehr, der darauf hinwies, dass die Verwaltung in einem Mitteilungsblatt die Bevölkerung zur Neophytenbekämpfung aufgerufen habe. „Die ist auf dem angesprochenen Grundstück am Rhein besonders notwendig, da sich dort auch die ebenfalls problematische Kanadische Goldraute neben den Herkulesstauden angesiedelt hat,“ so Karsten Fehr.
Einschreiten könne die Verwaltung aber nicht. „Es gibt zwar seit 2005 eine Gefahrenabwehrverordnung, die aber bezieht sich lediglich auf die Sicherheit auf Straßen und öffentlichen Anlagen“, erläuterte der Jurist. Entsprechend seien der Verwaltung hinsichtlich privater Grundstücke die Hände gebunden. Allerdings habe ihm der Erste Kreisbeigeordnete Achim Hallerbach zugesagt, Mitarbeiter nach Unkel zu schicken, die sich mit den Herkulesstauden befassen würden, schloss Karsten Fehr seine Ausführungen.
