Bürgermeisterwahl 2014 in Rheinbreitbach
Wolfgang Gisevius ist Kandidat der SPD
Rheinbreitbach. Wolfgang Gisevius, Vorsitzender des SPD-Gemeindeverbands Unkel, hat Anfang voriger Wochen seinen Hut als potenzieller Nachfolger von Karsten Fehr als Bürgermeister von Rheinbreitbach in den Ring geworfen. Unterstützt wird der Sozialdemokrat bei der Wahl im Mai kommenden Jahres wie auch schon der parteilose Karsten Fehr vor vier Jahren von Bündnis 90/Die Grünen. „Wir verzichten nicht auf eine Kandidatur, sondern unterstützen Wolfgang Gisevius, weil wir mit dem Bündnis von SPD, FDP und Grünen schon in der Vergangenheit gut gefahren sind“, so der Beigeordnete Ansgar Federhen, der neben dem SPD-Fraktionsvorsitzenden Roland Thelen mit seinem Parteifreund Robert Wollscheid bei der Vorstellung des SPD-Bürgermeisterkandidaten im Burghotel „Ad Sidon“ anwesend war. Vor elf Jahren hat es den in 1943 in Dresden geborenen Wolfgang Gisevius mit seiner Patchwork-Familie mit insgesamt fünf erwachsenen Kindern nach Rheinbreitbach verschlagen. Aufgewachsen war er in Lüneburg, bevor er ein Hamburg Wirtschaftswissenschaften studierte. Zunächst war Wolfgang Gisevius als Dozent für Kommunalpolitik an der Akademie der Friedrich-Ebertstiftung in Bergneustadt tätig, deren Direktor er später wurde, von 2003 bis 2008 leitet er dann in Bonn das „Forum Nordrhein-Westfalen“. Kommunalpolitische Erfahrung hat Wolfgang Gisevius allemal. Nicht nur dass er 24 Jahre lang dem Stadtrat von Bergneustadt angehört hat. Mit „Der neue Bürgermeister“ hat der Fachmann für Kommunalpolitik sogar ein Buch darüber geschrieben, wie man auf den Chefsessel einer Kommune gelangt. In Rheinbreitbach sollen ihm dazu, wie schon seinem Vorgänger, der wegen seines Amtes als Verbandsbürgermeister nicht mehr kandidiert, auch die Liberalen verhelfen.
„Sympathie gewinnen ist die wichtigste Aufgabe“, so der SPD-Kandidat, der mit mehr Transparenz Vertrauen schaffen will, wie man in seinem Wahlkampf-Flyer lesen kann. Für mehr Bürgerbeteiligung und bessere Informationen will er sorgen. „Rat, Verwaltung und Bürger müssen wieder auf Augenhöhe miteinander sprechen“, fordert er. Das werde in den Nachbarstädten Unkel und Linz, in denen die Bevölkerung in das Mitgestalten der Zukunft aktiv einbezogen wird, bereits praktiziert. Umsetzen würde er in Rheinbreitbach dies etwa mit einer Veranstaltungsreihe „Ortsgespräche“, in der Themen wie Wohnqualität, Leerstand und Freiflächen, aber auch etwa mögliche Beiträge zur Energiewende besprochen werden würden. „Ich war in der Vergangenheit nicht immer überzeugt, dass die Informationen zum geplanten UWE-Windpark gerne gegeben wurden“, so Wolfgang Gisevius. Für den Wahlkampf eigne sich dieses polarisierende Thema aber nicht. Das setzt der Sozialdemokrat lieber auf das Thema gute Nachbarschaft. „Ich sehe mich als Vermittler zwischen Jung und Alt, der durch Gespräche motiviert und mobilisiert. Beide Generationen brauchen professionelle Hilfestellung und neue Formen des Ehrenamtes“, so der Bürgermeister-Kandidat. Ein fertiges Modell habe er nicht im Kopf, wohl aber etliche Vorstellungen und Ansatzpunkte von einer „Senioren-Werkstatt“ bis hin zu einem Seniorenbeauftragten.
„Warum ich kandidiere, liegt auf der Hand. Wir sind in Rheinreitbach herzlich aufgenommen worden und ich habe hier viel Freunde und Bekannte, sei es als aktiver Volleyballer beim SV Rot-Weiß, sei es im SPD-Ortsverein“, so Wolfgang Gisevius, der sich auch mit der Geschichte von Rheinbreitbach als Mitglied im Heimatverein intensiv beschäftigt hat. Da er zudem nicht mehr berufstätig sei, läge es auf der Hand, dass er nun seine Erfahrungen allen Bürger zugute kommen lassen wolle, zumal es schade wäre, wenn niemand bereit sei, zu kandidieren.
