Allgemeine Berichte | 25.06.2026

Forschungsballon startet in Stratosphäre

MINT-EC Projekt in Münstermaifeld: Forschungsballon durchdringt Stratosphäre 2026

Blick aus der Sonde aus 23000 m auf das Rhein-Main-Gebiet. Im Vordergrund ist ein Schokoladenschaumkuss und neben der Sonde der Frankfurter Flughafen zu sehen.

Münstermaifeld. Ein MINT-EC-Projekt der Extraklasse lockte am Samstag, den 13.06.2026, über 600 Zuschauer auf den Sportplatz des Kurfürst-Balduin-Gymnasiums. Direkt nach der Eröffnung des Schulfestes startete ein wissenschaftlicher Wetterballon nach dem gemeinsamen Countdown der Schulgemeinschaft zu einer spektakulären Reise in die höhere Erdatmosphäre. Unterstützt wurde das ehrgeizige Großprojekt von der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG) und von der Firma Griesson de Beukelaer.

Hervorgegangen war die Idee aus dem Unterricht im MINT-Wahlfach, in dem sich die Schülerinnen Katharina Maur, Ella Reuber und Clara Waldecker (alle 8. Schuljahr) seit über einem Jahr mit dem Projekt beschäftigen.

Flug in die eisige Höhe

Bei idealen Wetterbedingungen hob der Ballon ab und stieg bis in die Stratosphäre auf. An Bord der angehängten Messsonde befand sich hochmoderne Technik: Ein Datenlogger zeichnete permanent Luftdruck, Luftfeuchtigkeit, Geschwindigkeit und kosmische Strahlung auf. Zudem lieferten zwei Spezialkameras gestochen scharfe Bilder des Aufstiegs. Erst in einer Höhe von 23.033 Metern platzte die Ballonhülle planmäßig. Die Sonde sank an einem Fallschirm sicher zurück zur Erde.

Unterwegs passierte das fliegende Labor extreme Bedingungen. In knapp 13.000 Metern Höhe registrierten die Sensoren eine eisige Tiefsttemperatur von -48 °C. Daraus errechneten die Nachwuchsforscher einen mittleren Temperaturgradienten von 0,54 °C pro 100 Höhenmeter innerhalb der Troposphäre. „Echte Messdaten aus über 23.000 Metern Höhe im eigenen Unterricht auszuwerten, schlägt jedes Lehrbuch“, zeigt sich der projektleitende Fachlehrer Michael Veit begeistert. „Für die Schülerinnen und Schüler wird Physik und Geografie dadurch lebendig und direkt greifbar.“

Nervenaufreibende Verfolgungsjagd

Nach dem Sinkflug landete die Kapsel auf einem Maisfeld südlich von Aschaffenburg. Die Bergung entwickelte sich zu einem echten Krimi: Zwei Schülerteams nahmen in separaten Fahrzeugen mithilfe von Live-GPS-Daten die Verfolgung auf. „Die Live-Verfolgung über die GPS-Daten war extrem nervenaufreibend. Als wir die Sonde dann unversehrt gefunden haben, ist uns allen ein Stein vom Herzen gefallen“, berichtet Schülerin Anna Höhner aus dem Bergungsteam.

Hollywoodreife Aufnahmen für den Unterricht

Die Auswertung des Materials läuft bereits auf Hochtouren. Die Kameras lieferten spektakuläre Panoramaaufnahmen der Troposphäre und Stratosphäre sowie packende Bilder von Start und Landung. Schülerteams schneiden daraus zwei Filme: einen dynamischen Kurzfilm für die Schulgemeinschaft und ein ausführliches Erklärvideo. Beide Filme werden künftig fest im Unterricht des MINT-EC-Wahlfachs verankert.

Das Projekt zeigt nachhaltige Wirkung. Erste Ergebnisse wurden bereits in verschiedenen Klassen und vor dem Lehrerkollegium präsentiert. Im kommenden Schuljahr wandern die Daten fest in den Erdkundeunterricht der Oberstufe. Weil die Begeisterung an der Schule so riesig ist, steht die Fortsetzung schon fest: Zum nächsten MINT-EC-Tag am 21. Mai 2026 soll ein zweiter Forschungsballon abheben.

Projektgruppe Stratosphärenballon

Projektgruppe Stratosphärenballon Foto: Kurfürst-Balduin-Gymnasium

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Blick aus der Sonde aus 23000 m auf das Rhein-Main-Gebiet. Im Vordergrund ist ein Schokoladenschaumkuss und neben der Sonde der Frankfurter Flughafen zu sehen. Foto: Kurfürst-Balduin-Gymnasium

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