Integration und Förderung im Landkreis
Berufliche Integration und kultursensible Unterstützung im Landkreis Mayen-Koblenz
aus Mayen
Mayen-Koblenz. Der Beirat für Migration und Integration des Landkreises Mayen-Koblenz hat im Jobcenter Landkreis Mayen-Koblenz getagt. Im Mittelpunkt standen die Unterstützung von Menschen mit Fluchtgeschichte und Migrationshintergrund sowie die Arbeit des Jobcenters zur beruflichen Integration. Ergänzend gab das Gesundheitsamt Impulse zum Thema kultursensible Medizin.
Integration in Arbeit: individuelle Unterstützung im Fokus
Zum 31. Dezember 2025 hatten 4436 zugewanderte Menschen einen Leistungsanspruch beim Jobcenter Landkreis Mayen-Koblenz. Das entspricht rund 45 Prozent aller Leistungsberechtigten. Ziel der Arbeit ist es, den Lebensunterhalt zu sichern und berufliche Perspektiven zu eröffnen. Die Beratung orientiert sich an den individuellen Fähigkeiten, bisherigen Berufserfahrungen und persönlichen Zielen. „Wir wollen vorhandene Potenziale erkennen und Menschen gezielt auf ihrem Weg in Arbeit oder Ausbildung unterstützen“, sagt Christoph Kretschmer, stellvertretender Geschäftsführer und Bereichsleiter Projekte des Jobcenters.
Projekte schaffen konkrete Perspektiven
Wie gezielte Unterstützung in der Praxis aussieht, verdeutlichte das Jobcenter anhand der Projekte MedConnect RLP und FAiR Plus.
MedConnect RLP* begleitet internationale medizinische Fachkräfte bei Anerkennungsverfahren, behördlichen Fragen und dem Einstieg in Beschäftigung. Praxisbeispiele zeigten, wie die Begleitung von Fachkräften und Arbeitgebern berufliche Integration erleichtern kann. So konnte ein Zahnarzt aus Tunesien nach bestandener Fachsprachenprüfung und weiterer Unterstützung zum 1. Juli 2026 eine Beschäftigung mit Berufserlaubnis aufnehmen.
Das Projekt FAiR Plus (Flüchtlinge und Asylsuchende integriert in die Region)** unterstützt Menschen mit Fluchtgeschichte bei ihrer beruflichen Orientierung und Integration. Im Fokus stehen individuelle Beratung, die Entwicklung beruflicher Perspektiven und die Unterstützung beim Zugang zu Arbeit und Ausbildung. Durch die Zusammenarbeit mit regionalen Akteuren und Netzwerken werden passende Unterstützungsangebote erschlossen und Wege in Beschäftigung erleichtert.
„Eine erfolgreiche Integration braucht individuelle Lösungen und eine gute Zusammenarbeit der beteiligten Akteure“, betont Frau Schumacher, Geschäftsführerin des Jobcenters Landkreis Mayen-Koblenz.
Auch der Beiratsvorsitzende Mohamad Al Emam hob die Bedeutung der Zusammenarbeit hervor: „Eine erfolgreiche Integration von Menschen mit Migrationsgeschichte ist eine Gemeinschaftsaufgabe, die nur durch eine enge Zusammenarbeit aller beteiligten Akteure im Landkreis gelingen kann. Die vorgestellten Projekte zeigen, wie wichtig individuelle Unterstützung und eine gute Vernetzung für die berufliche und gesellschaftliche Integration sind. Ich bedanke mich beim Jobcenter und beim Gesundheitsamt für die wertvollen Einblicke in ihre Arbeit und die Vorstellung ihrer Projekte.“
Kultursensible Medizin: den Menschen individuell verstehen
Lea Felbecker und Raj Chakupurakal vom Gesundheitsamt des Landkreises Mayen-Koblenz gaben Impulse zur kultursensiblen Medizin. Sie erläuterten, wie persönliche Erfahrungen, kulturelle Prägungen und Lebensbedingungen den Umgang mit Krankheit beeinflussen können. Entscheidend seien eine respektvolle Beratung, offenes Nachfragen und verständliche Informationen, ohne Menschen auf ihre Herkunft zu reduzieren.
Einfache Sprache, mehrsprachige Materialien und bei Bedarf qualifizierte Sprachmittlung können den Zugang zu medizinischer Versorgung und Vorsorge erleichtern. Das Gesundheitsamt stellte zudem eine Projektidee vor, bei der Gesundheitsinformationen gemeinsam mit den jeweiligen Communities vermittelt werden sollen. Ziel ist es, Informationsbedarfe aufzugreifen und Gesundheitsthemen verständlich und in vertrauter Umgebung zu vermitteln.
Der Austausch bot Gelegenheit, unterschiedliche Unterstützungsansätze kennenzulernen und die Zusammenarbeit zwischen Jobcenter, Gesundheitsamt und weiteren Akteuren im Landkreis Mayen-Koblenz zu stärken. Gemeinsam sollen bestehende Netzwerke weiterentwickelt und Zugänge zu beruflicher und gesellschaftlicher Teilhabe erleichtert werden.
*Das Projekt „MedConnect RLP – Anerkennung, Integration und Vernetzung im Gesundheitswesen“ wird gefördert durch das Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Gesundheit Rheinland-Pfalz.
**Das Projekt FAiR Plus wird im Rahmen des Programms „WIR - Netzwerke integrieren Geflüchtete in den regionalen Arbeitsmarkt“ durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und die Europäische Union über den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) gefördert.
Weitere Themen
Vertreterinnen und Vertreter des Beirats für Migration und Integration des Landkreises Mayen-Koblenz, des Jobcenters Landkreis Mayen-Koblenz und des Gesundheitsamtes des Landkreises Mayen-Koblenz. Foto: Jobcenter MYK