Traditioneller Schafmarkt in Mayen
Die Polcher Straße gehörte den Tieren
aus Kottenheim
Wanderschäfer Friedel Bous hatte 350 bis 400 Exemplare mitgebracht
Mayen. Der traditionelle Schafmarkt im Rahmen des 621. Lukasmarkts, der einzige seiner Art in ganz Rheinland-Pfalz, hat alles bisher Dagewesene in den Schatten gestellt. Bei herrlichem Herbstwetter tummelten sich zahlreiche Zuschauer auf dem Viehmarktplatz, ein Höhepunkt jagte den nächsten. Für ein eindrucksvolles Bild wie aus vergangenen Zeiten sorgte Wanderschäfer Friedel Bous, der im Mayener Stadtteil Alzheim beheimatet ist. Pünktlich um 10 Uhr zog er mit seinen 350 bis 400 Tieren über die Polcher Straße und vorbei am Kreisel auf dem Viehmarktplatz ein. Der Einzug erinnerte an die Zeit, als Schafherden und Hirten das Landschaftsbild der Region prägten und eng mit den Märkten und der Landwirtschaft verbunden waren.
Werner Neumann, der Vorsitzende des Landesverbands der Schaf- und Ziegenhalter, freute sich über den Besuch von Dr. Kristina Brixius, Staatssekretärin im rheinland-pfälzischen Umweltministerium. „Der Hirtenberuf gehört zu den ältesten Tätigkeiten der Landwirtschaft. Bis heute leisten Schäfer einen wichtigen Beitrag zur Pflege der Kulturlandschaft. Durch die Beweidung von Grünland sowie schwer zugänglichen Flächen erhalten ihre Herden wertvolle Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten und tragen zur Offenhaltung der Landschaft bei“, verdeutlichte Brixius.
Bereits ab 9 Uhr wurden rund 70 Herdbuchschafe aus 16 verschiedenen Schafrassen von Preisrichtern und Jungrichtern bewertet. Um 11.30 Uhr folgte der Jungschäfer-Vorführwettbewerb, bei dem zehn Nachwuchsschäfer ihr Können präsentierten. Anschließend wurden die schönsten Tiere ausgezeichnet und die Titel „Miss Mayen 2026“ sowie „Mister Mayen 2026“ vergeben. Der Titel „Miss Mayen 2026“ ging an ein namenloses Coburger Fuchsschaf von Züchter Klaus Engels aus dem Kreis Mayen-Koblenz, das mit seinem sogenannten goldenen Vlies überzeugte. „Mister Mayen 2026“ ist der Blaue Texelbock Vincent. Er gehört Züchter Wolfgang Adam aus Herxheim in der Pfalz. Den Abschluss bildete die Siegerehrung mit der symbolischen Übergabe des Hirtenstabs. Dabei wurde der Stab von Bous an die hessischen Schafhalter weitergereicht. Nach der Zeremonie zog die Schafherde weiter auf die Weide und setzte damit ihren traditionellen Weg fort. (SK)
Den Augen der Züchter und der Prüfer entging nichts. Foto: SK Foto: Stefan Schmitz
Oberbürgermeister Dirk Boos durfte für Wanderschäfer Friedel Bous kurz den Hirtenstab halten. Foto: SK Foto: Stefan Schmitz
Das war doch mal ein Ausflug für den Kindergarten. Foto: SK Foto: Stefan Schmitz
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Die 350 bis 400 Schafe hatten auf der Polcher Straße ausnahmsweise Vorfahrt. Foto: SK Foto: Stefan Schmitz