Allgemeine Berichte | 22.11.2013

Laacher Forum führte an Grenzen der Naturwissenschaft

Die Welt der Physik

Professor Dr. Markolf H. Niemz auf einer Gratwanderung zwischen Wissenschaft, Spiritualität und Philosophie

Professor Dr. Markolf H. Niemz. privat

Maria Laach. Auf eine abenteuerliche Gratwanderung zwischen Wissenschaft, Spiritualität und Philosophie führte Professor Dr. Markolf H. Niemz, Physiker und Professor für Medizintechnik, seine Zuhörerinnen und Zuhörer im Informationszentrum Maria Laach und stellte gleich zu Beginn klar, dass „wir Physiker mehr glauben als wir wissen.“ Irgendwann sei eine Widerlegung der Einsteinchen Relativitätstheorie durchaus denkbar. Diese Prämisse vorausschickend, stellte der Referent die Frage nach dem „Ich“. René Descartes „Ich denke, also bin ich“ helfe nicht weiter, setze doch die Feststellung „Ich denke“ bereits ein „Ich“ voraus. Dem schottische Philosophen und Ökonom David Hume folgend, nach dessen Vorstellung es „das Ich gar nicht gibt“, exsistiert für den Referenten keine Konstante, die mit dem „Ich“ gleichgesetzt werden könnte, sondern immer nur eine Abfolge von Sinneseindrücken. Professor Niemz: „Ein Siebzigjähriger ist nicht mehr derselbe Mensch, der er als Zehnjähriger war. Er hat andere Gedanken, andere Gefühle und sogar einen anderen Körper.“ Der französische Dichter Arthur Rimbaud begriff das „Ich“ als einen dynamischen Prozess: „Es ist falsch zu sagen: Ich denke. Man müsste sagen: es denkt mich.“ Nach diesem philosophischen Exkurs gab der Referent seine Definition: „Ich bin ein Fühlen und Lernen, das heißt ein Verb! Meine Zutaten sind mein Körper und meine Seele.“ In Bezug zu Raum und Zeit sagte Niemz: „Dass Raum und Zeit gemeinsam mit dem Urknall entstanden seien, halte ich inzwischen für logisch falsch. Raum und Zeit können nicht entstehen, weil sie sich selbst voraussetzen. Jedes Entstehen - also auch das Entstehen von Zeit - ist ein Sein, und jedes Sein setzt die Existenz von Zeit voraus.“ Gleiches gelte auch für den Raum. „Die Physik kann Gesetzmäßigkeiten im Universum beschreiben, aber sie kann nicht begründen, warum sie so sind, wie sie sind.“ Für den Physiker existiert kein „Außerhalb des Universums“ und damit auch kein personaler christlicher Schöpfergott. „Gott“ bedeutet für den Referenten „Energie“. Offensichtlich bleibt bei Niemz ausschließlicher Beschäftigung mit Materie und Energie das Vertrauen auf die Existenz eines personalen, dreifaltigen Gott verschlossen. Wohltuend in diesem Zusammenhang, dass der Referent auch diese Theorie als eine nicht beweisbare These eines Physikers formulierte. Selbst der Urknall sei nicht bewiesen. Was aber hat ein Naturwissenschaftler zum Thema Ewigkeit zu sagen? Für Professor Dr. Markolf H. Niemz ist „Ewigkeit eine Perspektive des Lichts“ und „Licht eine Art Weltgedächtnis, ein Buch, dessen Autoren wir alle sind.“ Über diese Definition können auch Nahtoderfahrungen erklärt werden, die ein Wissen von früheren oder sogar zukünftigen Ereignissen vermitteln, führte der Referent aus: „Meine Auffassung von Ewigkeit ist nicht bloß im Einklang mit Physik und Mystik, sondern auch mit Religion und moderner Sterbeforschung. Viele Theologen stimmen mir zu, wenn ich Ewigkeit als "Allgegenwart" begreife. Sterbende berichten häufig von einem warmen Licht und einer veränderten Wahrnehmung von Raum und Zeit.“ In dieser These berühren sich Physik und Theologie, Stoff für eine engagierte und kontrovers geführte Diskussion. Und es spricht für Professor Dr. Markolf H. Niemz, dass er für dieses abschließende Gespräch viel Zeit mitgebracht hatte, sodass dieser Laacher Forum spät in der Nacht endete. Da kamen an Naturwissenschaft und Grenzwissenschaft Interessierte voll auf ihre Kosten.

Professor Dr. Markolf H. Niemz. Foto: privat

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare

Die alte Ockenfelser Linde soll fallen

  • Claudia W. : Ich bin in der Bergstraße aufgewachsen, meine Großeltern lebten dort. So traurig das ein einzelner so etwas durchsetzt! Ich hoffe das es noch abgewendet wird und dieser schöne alte Baum erhalten bleibt.
  • Iris Arens : Es wiederholt sich immer und überall: Auswärtige ziehen in Kenntnis der Sachlage zu und klagen anschließend gegen die bei Zuzug bereits bestehenden und bekannten Umstände. Hoffentlich bleibt die Linde...

Verschiebung wegen Planungsunsicherheit

  • Sabine Weber-Graeff: Da werden Abermilliarden in die Aufrüstung der Bundeswehr,respektive die Landesverteidigung gesteckt und dann wird seitens von Grün ernsthaft erwogen in den Sichtbereich des militärischen Radars zwei...
  • Joschi Hund: Leider kann man nicht mehr von einem Antik und Trödelmarkt sprechen, warum ? Wenn über die Hälfte der Händler Neuware anbieten und Ihre Waren mit Festpreisen ausgezeichnet haben. Man kann sagen über 80 % der Aussteller waren Händler.
Werksverkauf Anhausen
Maikirmes Franken
Maikirmes Franken
10 Jahre NoWi Bau
Azubispots Bad Neuenahr 2026
Door To Door Anzeige
Azubispots Bad Neuenahr 2026
Biergarteneröffnung
Anzeige neuer Mitarbeiter Jürgen Paaß
Empfohlene Artikel
10

Mayen. Anders als die Jahre zuvor wird das diesjährige „Volksfest“ für Tiere eine Woche nach Muttertag am 17. Mai von 11 bis 17 Uhr im Tierheim Mayen stattfinden.

Weiterlesen

Die Gewinnerinnen Emilia Schäfer und Lilli Wambach mit ihrem Projekt LabGuard.
31

Mayen. Nachdem die Schülerinnen Emilia Schäfer und Lilli Wambach mit ihrem Projekt LabGuard bereits den Regionalwettbewerb in Koblenz gewonnen haben, ging es nun weiter auf den Landeswettbewerb bei Boehringer Ingelheim. Dazu haben die beiden Schülerinnen ihren Laborkittel und ihre schriftliche Arbeit nochmals verbessert und einen neuen Kittel geschneidert. Ihre Projektidee entstand im Chemieunterricht:...

Weiterlesen

Weitere Artikel
13

Bonn/Meckenheim. Nicht einmal Graupelschauer und Aprilwetter konnten die gute Stimmung an diesem Tag vermiesen: Ulla Schmidt besuchte im März den Unternehmensverbund der Lebenshilfe Bonn. Konkret stand ein Rundgang durch das Werk Meckenheim der Bonner Werkstätten auf dem Programm. Drei Stunden nahm sich die Vorsitzende der Bundesvereinigung Lebenshilfe Zeit, um sich verschiedene Arbeitsbereiche zeigen zu lassen.

Weiterlesen

Symbolbild.
254

36-jähriger Autofahrer verliert bei Starkregen die Kontrolle über sein Fahrzeug

04.05.: Dramatisher Unfall auf der B 56: Motorradfahrer schwer verletzt

Lohmar. Am Montag, den 4. Mai, ereignete sich in Lohmar ein schwerer Verkehrsunfall, als zwei Fahrzeuge im Gegenverkehr kollidierten. Dabei erlitt ein Motorradfahrer schwere Verletzungen. Gegen 16:00 Uhr fuhr ein 36-jähriger Mann aus Siegburg mit seinem Pkw auf der Bundesstraße 56 von Siegburg nach Lohmar. Bei starkem Regen verlor er im Ortsteil Heide aus bisher ungeklärten Gründen die Kontrolle über seinen Mercedes-Benz.

Weiterlesen

Symbolbild.
195

Spielschein wurde ohne Kundenkarte in einer Annahmestelle abgegeben

Glückspilz aus dem Westerwald gewinnt über 680.000 Euro im Eurojackpot

Region. Ein Spielteilnehmer oder eine Spielteilnehmerin aus dem Westerwald hatte am vergangenen Freitag allen Grund zur Freude: Mit einem Tippschein für die europäische Lotterie Eurojackpot, den er oder sie in einer Annahmestelle von Lotto Rheinland-Pfalz gespielt hatte, gewann er oder sie in der Gewinnklasse 2 über 681.000 Euro.

Weiterlesen

Dauerauftrag
Kreishandwerkerschaft
Kreishandwerkerschaft
Kreishandwerkerschaft
Imageanzeige
Kreishandwerkerschaft
Rund ums Haus
Rund ums Hause Mayen/Mendig
Anzeige Uhren Vintage
Innovatives rund um Andernach
Innovatives rund um Andernach
10 Jahre NoWi
10 Jahre NoWi
Vorabrechnung, Nr. AF2025.000354.0, April 2026
Anzeige Show Alive
Stellenanzeige
Gebrauchtwagenanzeige
Image
Innovatives rund um Andernach
Imageanzeige Löhr Meckenheim