Allgemeine Berichte | 13.09.2015

Renovierte Kapelle „Am Mayener Kreuzchen“ wurde feierlich eingesegnet

Ein „Kleinod der Besinnung“ kann nun wieder besucht werden

Pastor Ralf Birkenheier segnete die Kapelle.

Ettringen. Bei dem in neuem Glanz erstrahlenden kleinen Gotteshaus „Am Mayener Kreuzchen“ könnte einem unweigerlich ein uraltes Gedicht des im Jahre 1862 verstorbenen Lyrikers Ludwig Uhland in den Sinn kommen, in dem es heißt: „Droben stehet die Kapelle - schauet still in's Tal hinab“. Mit „oben“ ist der Standort am Ortseingang Ettringens und mit dem „Tal“ wohl der Ausblick auf die Stadt Mayen gemeint.

Urgroßeltern der Ettringer Familien Weidenbach, die Eheleute Mathias Weidenbach, hatten die Kapelle einst aus heimischem Basaltlavagestein anstelle eines kleinen, zuvor dort stehenden „Kreuzchens“ im Neugotischen Stil erbaut - als Dank und auch als Bitte dafür, dass ihr behinderter Sohn Joseph vor ihnen sterben sollte. „Man muss die Sorge der Eltern verstehen, weil es damals noch keine Einrichtungen zur Behindertenbetreuung gab“, erläuterte Nachfahre Wolfgang Weidenbach den Entschluss der Altvorderen. Gewidmet wurde das Kapellchen der Mutter Gottes. In der gotischen Nische über dem Eingang stellte man eine in Tuff gehauene Marienfigur und in der ebenfalls gotischen Seitennische fand eine Josephsfigur ihren Platz. Die Einweihung fand am Palmsonntag 1896 statt.

"Zahn der Zeit" nagte an der Kapelle

Nach Josephs Tod kümmerten sich seine Brüder Theodor, Mathias, Peter und Johann um den Erhalt des Kleinods. Viele Ettringer oder Wanderer hielten in all den Jahren Einkehr zum stillen Gebet. Stefan Weidenbach ließ in den 60 er Jahren bereits eine Renovierung durchführen. Und viele Ettringer erinnern sich noch daran, als das gegenüber wohnende Ehepaar Maria und Heinz Milles von 1976 bis zum Jahre 2000 im kleinen Gotteshaus nach dem Rechten schauten und neben der Vorsorge um Blumenschmuck und Kerzenschein ebenfalls diverse Ausbesserungen, besonders nach extremen Schmierereien in einer Mainacht, sowie den Schlüsseldienst durchführten. Ihre Tochter Margret, heute in Gering beheimatet, erinnerte sich: "Ich bin mit der Kapelle groß geworden, durfte immer mit hin zum Saubermachen. Einmal hatte ich von Papa Heinz die Aufgabe bekommen, mit einem weichen Pinsel den Schriftzug am kleinen Altar mit Gold zu erneuern“.

Aber der "Zahn der Zeit" nagte und nagte am kleinen Kapellchen. Es galt, viele der entstandenen Altersschäden zu renovieren: die Eingangstür zu bearbeiten, die zerstörten Rauten der Bleiverglasung in den Fenstern zu ersetzen, diverse Trockenlegungen durchzuführen, die Dacheindeckung zu reparieren, die Fugen am Mauerwerk neu zu verfüllen, die moosgrün verwitterten Figuren zu restaurieren, die Wachsverunreinigungen an der einst vom Ettringer Bildhauer Manfred Arft geschaffenen Pieta zu entfernen und vieles mehr. Bei dieser Menge von Maßnahmen kam natürlich unter den Nachfahren die Frage auf: „Sollen wir ausbessern oder gar gleich erneuern - reicht das vorhandene Geld dafür?“.

Weg des Erneuerns wurde durch vielfältige Spenden möglich

„Als sich aber dann die 'Banken der Heimat', die Kreissparkasse Mayen und die Volksbank RheinAhrEifel, die immer hilfreich zur Seite stehen, wenn es um die Erhaltung der kulturellen Werte geht, und gleichzeitig auch RWE bereit erklärten, großzügig zu spenden, wurde der Weg des Erneuerns eingeschlagen“, freute sich Magdalene Schmitz, geborene Weidenbach. Diesen Spendern folgten nach und nach 44 private Spenden von Menschen, die sich dem Kapellchen in irgendeiner Weise verbunden fühlen. Sogar Vereinsspenden gab es. Geldspenden, Sachspenden oder Nachlass-Spenden von Ettringer Firmen komplettierten das Bild der Ettringer Großzügigkeit. Insgesamt ergaben diese verschiedenen Spendenformen einen Betrag von knapp 20.000 Euro. Weitere wertvolle Unterstützung erhielten die Initiatoren durch Vereine und einzelne Personen, die kostenlos wichtige Arbeiten ausführten, Dinge repariert oder gute Ratschläge gegeben haben.

„An alle ein herzliches Dankeschön. Ohne all das wäre die Renovierung nicht möglich gewesen“, rief Wolfgang Weidenbach am Abend des 8. September, am Fest „Mariä Geburt“, bei der durch die Bläsergruppe der Blaskapelle Ettringen musikalisch umrahmten Einsegnung des Kapellchen durch Pastor Ralf Birkenheier den vielen anwesenden Spendern, Gläubigen, Verwandten und Wohltätern zu. Der von der Leistung der Ettringer begeisterte Pfarrer brachte es auf den Punkt: „Ich bin immer wieder überrascht, gerade in der gegenwärtigen Zeit, in der die Kreuze infrage gestellt werden, dass ich überall erlebe, wie hier in der Kapelle Renovierungen vorgenommen werden. Die Sehnsucht der Menschen danach, gehalten, gesegnet, geborgen, geschützt zu sein. Diese Ursehnsucht ist vorhanden, so wie die Ettringer sagen: das 'Gehöschnis'".

Viele der Anwesenden erinnerten sich noch an ihre Kindheit, als sie mit Eltern oder Großeltern die Kapelle zum Gebet besucht hatten. Nun ist dies nun wieder möglich. Zwei Gebetbücher liegen auf den neuen Sitzbänken bereit. Und zu allem hatte der „Weidenbach Clan“ ein großes Stück beigetragen - allesamt Menschen, die versuchten, das von den Vorfahren Überlieferte zu erhalten: „Et Kapellche am Mayener Kreuzje“. Übrigens ist sie eine von insgesamt drei Ettringer Kapellen. Zur Feier des Tages gab es gleich nebenan auf dem urigen Anwesen von Olaf Kaltz einen tollen Imbiss für alle Freunde der täglich geöffneten Kapelle, für die nun Eugenia Kühn den Schlüsseldienst übernommen hat.

Pastor Ralf Birkenheier segnete die Kapelle.
Die Einsegnung war eingebettet in eine würdige Messfeier.

Die Einsegnung war eingebettet in eine würdige Messfeier.

Bis zuletzt hatten fleißige Hände gewirkt und herausgeputzt.

Bis zuletzt hatten fleißige Hände gewirkt und herausgeputzt.

Pastor Ralf Birkenheier segnete die Kapelle.

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Lena: Diversität ist wichtig: Der Wolf reguliert Überpopulationen ( z.B. Schwarzwild, Rehwild). Für schlecht geschützte Herdentiere sind die Besitzer verantwortlich.
  • Peter 1: Trotzdem ist der Wolf hier vollkommen überflüssig.
  • Walter Miller : Ein verpixeltes Bild von der durch den Wolf getöteten Ziege. Was will man damit ausdrücken ? Das ein Wolf besonders grausam ist ? Er ist ein Geschöpf der Natur - nicht mehr und nicht weniger. Im Gegensatz zu den 467.000 Jägern in Deutschland.
  • Michael Geiger, 56337 Eitelborn: Michael Geiger, Leider kann ich die Losnummern aus der Ziehung vom 28.03.26 im Globus Bubenheim nicht finden.. Warum nicht
  • Dietmar Gläsener: Leider kann ich meine Gewinnlos Nummern , Ziehung vom 28.03.26 im Clobus in KO-Bubenheim nicht abrufen im Internet. Woran liegt es? D. Gläsener, 56237 Nauort
  • S. Bastian: Herr Winkelmann, Sie werden doch ihren eigenen Artikel kennen. Zitat: "Verbandsbürgermeister Jan Ermtraud machte in einer Rede deutlich, dass die Maßnahmenliste einerseits das Ergebnis eines vertrauensvollen...
  • Andreas Winkelmann: Hallo Frau Roth, von "vertrauensvoll" steht nichts im Bericht. Und die veränderte Maßnahmenreihenfolge ist ausdrücklich erwähnt. Gleich zu Anfang ist auf die dem Ratsinformationssystem zu entnehmenden Details verwiesen, wo u..a.
  • Dagmar Both: Guten Morgen Herr Winkelmann, herzlichen Dank für ihre Berichterstattung. Wenn sie von einer vertrauensvollen Abstimmung im Abstimmungsprozess zum Sondervermögen berichten, - dann gilt dies leider nicht für die Freien Wähler.
Dauerauftrag 2025
Anzeige "Rund ums Haus"
Auftrag, Nr. AF2025.000354.0, April 2026
Kreishandwerkerschaft - Anzeige Pool
Kreishandwerkerschaft
Anzeige KW 14
Empfohlene Artikel
Caritas-Präsidentin Eva Welskop-Deffaa tauschte sich bei ihrem Besuch mit einigen Mitarbeitenden des Caritasverbandes aus.
48

Mayen. Beim Besuch des Caritas-Mehrgenerationenhauses in Mayen (MGH) hat die Präsidentin des Deutschen Caritasverbandes die Bedeutung generationenübergreifender Begegnungsorte für den gesellschaftlichen Zusammenhalt betont. Im Rahmen der Jahreskampagne „Zusammen geht was. Caritas verbindet Generationen“ machte sie deutlich, dass Orte wie Mehrgenerationenhäuser entscheidend dazu beitragen, Verständnis, Solidarität und faire Chancen für alle zu fördern.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Die Verkehrssituation an der Aloisius-Grundschule stresst die Anwohnerschaft. Foto: ROB
2252

Immer wieder kommt es zu kritischen „Manövern“: Auch die Stadtverwaltung sieht zunehmende Belastung:

HeimatCheck: Ahrweiler: Eltern-Taxis stressen alle

Ahrweiler. Seit mehreren Jahren steht die Aloisius-Grundschule vor einer wachsenden Herausforderung: dem zunehmenden Verkehrsaufkommen durch sogenannte „Elterntaxis“. Leser von BLICK aktuell berichten, dass sich die Situation trotz wiederholter Hinweise und Appelle bislang nicht verbessert habe. Insbesondere zu den morgendlichen Bringzeiten sowie am Mittag beim Abholen der Kinder kommt es regelmäßig zu kritischen Verkehrssituationen rund um das Schulgelände.

Weiterlesen

Symbolbild. Foto: Adobe Stock
132

Bonn. Am kommenden Samstag (04.04.2026) findet in Beuel und in der Bonner Innenstadt der „Bonner Ostermarsch 2026“ statt. Zu dieser Friedensdemonstration erwarten die Veranstalter rund 500 Teilnehmende. Die Versammlung beginnt um 13:00 Uhr auf dem Mirecourtplatz am Beueler Rheinufer. Von dort aus ist folgender Aufzugsweg vorgesehen:

Weiterlesen

Dauerauftrag 2026
Rund um´s Haus
Rund ums Haus
Essen auf Rädern
Kreishandwerkerschaft
Dauerauftrag Imageanzeige
Kreishandwerkerschaft
Kleinanzeigen
Innovatives rund um Andernach
Oster-Anzeige
Titel
Ostergruß
Hasenhoppeln & Heimatshoppen
Rund ums Haus
Container Anzeige
Rund ums Haus
Ostergrußanzeige
Titelanzeige
Stellenanzeige Personalsachbearbeiter/in
Stellenanzeige Kita