Vereinsjubiläum Ettringen
JSV Ettringen feiert 125 Jahre Turnverein und 100 Jahre JSV mit großer Feier
aus Ettringen
Ettringen. JSV – das spricht sich nicht gleich so flüssig wie etwa „HSV“. Und doch fanden die Redner gerade das etwas sperrige „J“ entscheidend. Denn die „Jugend“, für die es steht, habe den Verein immer wieder belebt, so dass man heute in der Hochsimmerhalle ein seltenes Doppeljubiläum begehen konnte: 125 Jahre Turnverein und 100 Jahre JSV Ettringen, die Fusion aus Turn- und Fußballverein.
Um den größten Verein des Ortes (fast 500 Mitglieder) zu ehren, waren mit Grußworten, Geschenken und Schecks gekommen der Kreisbeigeordnete Pascal Badziong, vom Turnverband Mittelrhein Präsident Rudolf Rinnen, vom Landessportbund Präsidentin Monika Sauer und vom Fußballverband Vizepräsident Achim Kroth, Vertreter der VoBa sowie der in Spielgemeinschaften mit dem JSV kooperierenden Nachbarsportvereine aus Kottenheim, St. Johann und Hausen. Sie alle stimmten in ihren Ansprachen und Grußworten mit Ortsbürgermeister Alexander Weber darin überein, dass ein Sportverein neben der eigentlichen Betätigung auch einen wichtigen Beitrag zu Dorfleben und -kultur leiste, betonten darüber aber auch jeweils unterschiedliche Aspekte wie etwa den, dass die Turnvereine ursprünglich als Gründungen gegen die von den Landesfürsten verhängten Versammlungsverbote Keime der Demokratie waren. Monika Sauer vom Landessportbund formulierte eine wiederum allen gemeinsame Haltung: „Bei Fragen oder Problemen im Verein sprechen Sie uns an. Wir sind nämlich für Sie da – und nicht dazu, uns selber zu verwalten.“
Stellvertretend für die unzähligen Ehrenamtler wurden die verstorbenen ehemaligen Vorsitzenden summarisch geehrt mit einer Urkunde, während FV-Reinland-Vizepräsidentin Michaela Breuer-Hück die vier anwesenden der sechs noch lebenden ehemaligen Vereinsvorsitzenden individuell ehrte: Karl-Heinz Horn, Dieter Schäfer, Peter Hitzel und Uwe Mürlebach. Peter Hitzel erhielt die Ehrennadel in Gold – würde man die Jahre seiner vielen gleichzeitigen Doppelfunktionen im Verein jeweils einzeln rechnen, überträfe die Summe statt der offiziellen 62 Jahre des Engagements wohl sogar sein eigentliches Lebensalter. Trotz zeitweiliger Tiefen und permanenten Zurücksteckens von Familie und Partnerschaft zugunsten der Vereinstätigkeit betrachten es die ehemaligen Vorsitzenden als Ehre und Freude, dem Verein gedient zu haben.
Die aktuellen Vorsitzenden Dirk Ahrweiler und Willi Monreal bedankten sich bei ihren Vorgängern für die hervorragende Arbeit, auf deren Basis sie einen nach Corona wieder erholten und kerngesunden Verein in eine starke Zukunft führen wollen. Gut dosierte Unterhaltungselemente wie der schwungvolle Gesangsauftritt des Chor Colores unter Leitung von Maria Geil, der mitreißende Auftritt der Jugendtanzgruppe der Tanzgruppe Ettringen sowie die launige Moderation von Andreas Hitzel sorgten dafür, dass die mehrstündige Veranstaltung niemals dröge wurde. Der emotionale Höhepunkt stand am Schluss: ein vom ehemaligen Mittelstürmer der 1. Mannschaft, Walter Mühlhausen, in Zusammenarbeit mit Wolfgang Weidenbach und Peter Hitzel (beides Mitglieder jenes legendären Ettringer Teams) zusammengestellter vierzehnminütiger Film um das Meisterschaftsrennen der Saison 1967/68, als der 1. Mannschaft im Entscheidungsspiel auf neutralem Platz der unerwartete Aufstieg in die Bezirksliga gelang. Der dabei abgehaltene Autokorso durch Ettringen ließ vermuten, man habe gerade die Trophäe der Champions League ins Dorf am Hochsimmer geholt.
Ortsbürgermeister Alexander Weber als Schirmherr der Veranstaltung Foto: Michael Lohr
Monika Sauer, die Präsidentin des Landessportbundes, bei ihrer Ansprache Foto: Michael Lohr
Die beiden Vereinsvorsitzenden Dirk Ahrweiler (links) und Willi Monreal wurden im Namen des Vereins reich beschenkt von LSB-Präsidentin Monika Sauer Foto: Michael Lohr