Nachruf auf Mario Adorf
Mario Adorf war für Mayen wie ein „Fels in der Brandung“
Der Weltstar ist im Alter von 95 Jahren verstorben
Mayen/Region. Die Menschen der Eifelstadt Mayen trauern um „ihren Mario“, den Weltstar Mario Adorf, der im gesegneten Alter von 95 Jahren, nach kurzer Krankheit in Paris verstorben ist.
Mayen hat Mario Adorf viel mit auf seinen Lebensweg gegeben, aber Mario gab auch durch seinen Einsatz für die Eifelstadt, einiges zurück. „Heimat ist ein Wert, den man behüten sollte“, fasste Adorf einmal zusammen. Die ganz großen Rollen, wie u. A. „Katharina Blum“ oder „Die Blechtrommel“ haben alle viel mit Heimat zu tun, so der Schauspieler, der sich vor einigen Jahren bereits vom Theater verabschiedet hatte. Für ihn bedeutet „Abschied“ auch Verbeugung vor seinem Publikum, das ihm ein Leben lang die Treue gehalten hatte. Eine Lieblingsrolle hatte er eigentlich nie. Es war immer die Aktuelle.
Wenn Mario Adorf zurück dachte, dann machte er dies gründlich: „Natürlich hatten sich für ihn die Ansichten innerhalb der Gesellschaft verändert. Er war dabei ein Vertreter der Menschen, die sagten, wir dürfen nicht vergessen. Nur aus dem Erinnern heraus kann man viele Fehler nicht mehr begehen“. Adorf war im Herzen immer der „Mayener Jung“ geblieben. So gedenkt auch Mayens Oberbürgermeister, Dirk Meid, in seinem Statement, dem großen Mimen: „Mayen trauert um seinen Ehrenbürger Mario Adorf. Mit seinem Tod verliert unsere Stadt eine der bedeutensten Persönlichkeiten die Mayen hervor gebracht hat. Von hier aus hatte er seinen Weg in eine außergewöhnliche internationale Karriere als vielfach ausgezeichneter Schauspieler gefunden. Trotz seines weltweiten Erfolges ist er seiner Heimatstadt immer treu geblieben. Unsere Stadt ist Mario Adorf zu großem Dank verpflichtet. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Sein Name uns sein Wirken bleiben untrennbar mit unserer Stadt verbunden“, so OB Meid.
Ganz klar – Als Ehrenbürger und Pate der Burgfestspiele, denen er eine besondere Strahlkraft verliehen hatte, drückte er darüber hinaus seine Verbundenheit mit der Heimat, der Eifelstadt Mayen auf besondere Weise aus. Seine besondere Nähe zu den Bürgerinnen und Bürgern zeigte bei jedem seiner Besuche, wie sehr er in seiner Heimatstadt geschätzt und ins Herz geschlossen wurde. Die Heimat war für Mario Adorf immer da, wo man aufgewachsen ist, wo man die ersten Worte geplappert hat, und das war nun eben die schöne Stadt Mayen. Im Juni 2024 kehrte er nochmal zurück zu seinen Wurzeln in Mayen und besuchte mit seiner Ehefrau Monique die Burgfestspiele. Es sollte sein letzter öffentlicher Auftritt sein.
„Heimat“ - Das fasste Mario einmal auf seine Art, rhetorisch perfekt, für BLICK aktuell zusammen: „Meine Herkunft liegt hier in dieser Stadt, die man schon immer das „Tor zur Eifel“ nannte. Ich habe Mayen immer als meine besondere Heimat empfunden, ich bin ja Halbitaliener und habe in Italien meine zweite Heimat eine Zeit lang gesucht, aber nicht gefunden. Jetzt, im hohen Alter Jahren kommen für mich vielfach vermehrt die Erinnerungen an die Kindheit, an Freunde, an die Schulzeit besonders am Gymnasium mit meiner Lieblingspädagogin, Fräulein Holbeck, die wir liebevoll „Püppchen“ nannten. Da sind eben meine Wurzeln“. „Et Jüüdeschläffje“, de „Aal Baach“, de „Steewesch“, datt Leed vom „Mayener Jung“, oder gar die Hymne des SV-Rheinland „Grün und weiß sind unsre Farben“, „Alles ist mir noch geläufig“, verriet er immer dann, wenn der große Mime und Pate der „Burgfestspiele“, bei seinen Besuchen in der Heimatstadt weilte. „Das vergisst man einfach nicht, so erinnere ich mich noch genauesten an meine Ministrantenzeit im Marienhaus, dem „Spitälchen“ und an Pater Oster mit der dicken geröteten Knollennase. Und ich muss bekennen, sogar einmal das Messbuch fallen gelassen zu haben. Das Confiteor konnte keiner von uns so richtig. Erst kam Confiteor omnipotenz Deo, dann langes Gemurmel und zum Schluß „Deo Nostro“.“
Den „Weltstar“ konnte man immer als höflich, humorvoll und charmant beschreiben. Ein Gentleman, der das Leben genoss und der die Menschen bestens unterhielt und begeisterte. So war er, der Mario, und so werden seine Freunde, seine Mayener und seine Bewunderer aus der Stadt seiner Heimat, Kindheit und Jugend ihn in Erinnerung behalten. Und mit Sicherheit wird Mario von hoch ober immer einen Blick auf „sein Mayen“ riskieren. Denn für „Oooose Mario“ wird Mayen, auch aus des Himmels Höhen immer seine Heimat bleiben.“ BS
