Politik | 02.09.2026, 07:19 Uhr

FWM3/Die Linke: B258 im Fokus

Verkehrssicherheit und Lärmschutz am Nürburgring im Kreis Mayen-Koblenz verbessern

Verkehr im Blick: Der Straßenabschnitt zwischen Virneburg und Mayen gehört zu den Verkehrsverbindungen, die im Zusammenhang mit dem Nürburgring-Verkehr näher betrachtet werden sollen.
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Kreis Mayen-Koblenz. Der Nürburgring ist ein wichtiger Wirtschafts-, Tourismus- und Motorsportstandort für die gesamte Region. Gleichzeitig stellt sich aus Sicht der FWM3/Die Linke-Fraktion im Kreistag Mayen-Koblenz die Frage, welche Auswirkungen der mit dem Nürburgring verbundene Verkehr auf das Kreisgebiet hat. Die Fraktion hat deshalb einen entsprechenden Antrag zur Beratung im Kreisausschuss eingereicht. Ziel ist zunächst eine sachliche Bestandsaufnahme: Wo kommt es tatsächlich zu erhöhtem Verkehrsaufkommen, Geschwindigkeitsüberschreitungen, Lärmbelastungen oder besonderen Gefahrenlagen? Und wo ergibt sich daraus möglicherweise konkreter Handlungsbedarf?

„Wir wollen nicht warten, bis sich irgendwo ein konkretes Problem entwickelt oder die Belastung für die Anwohnerinnen und Anwohner zu groß wird. Wir wollen frühzeitig wissen, wie die Situation bei uns im Landkreis tatsächlich aussieht. Dafür braucht es Fakten und keine Vermutungen“, erklärt der Fraktionsvorsitzende, Hans-Georg Schönberg.

Verkehrsströme halten sich nicht an Verwaltungsgrenzen

Der Verkehr rund um den Nürburgring orientiert sich nicht an Landkreis- oder Gemeindegrenzen. Insbesondere während der Veranstaltungssaison, an Wochenenden und bei größeren Veranstaltungen können sich Verkehrsströme verändern und gegebenenfalls auch auf Neben- und Ausweichstrecken verlagern. Deshalb sollen nach Vorstellung der Fraktion insbesondere Verkehrsverbindungen und Ortslagen im westlichen Landkreis betrachtet werden. Dazu gehören unter anderem die Bereiche Mayen – Kürrenberg – Hirten – Kreuznick – Virneburg – Baar – Herresbach – Döttingen sowie weitere Verbindungen in Richtung Nürburgring.

Dabei gehe es ausdrücklich nicht darum, einzelne Orte oder Verkehrsteilnehmer unter Generalverdacht zu stellen. Entscheidend sei vielmehr, zunächst festzustellen, wo tatsächlich Belastungen oder Gefahrenlagen bestehen.

Die B258: Verkehrssicherheit für alle

Eine besondere Rolle spielt dabei die B258, auf der unterschiedliche Verkehrsteilnehmer unterwegs sind. Neben dem überregionalen Verkehr nutzen auch Motorrad- und Autofahrer sowie Radfahrer die Strecke. „Die B258 ist keine Rennstrecke, sondern eine öffentliche Straße, die von ganz unterschiedlichen Verkehrsteilnehmern genutzt wird. Gerade dort, wo schnelle Fahrzeuge und Radfahrer aufeinandertreffen, können gefährliche Situationen entstehen. Unser Ansatz ist deshalb: Wir müssen uns anschauen, was auf den Straßen tatsächlich passiert, und die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer in den Mittelpunkt stellen“, erklärt Schönberg. Aus Sicht der Fraktion soll deshalb der gesamte Verkehrsraum betrachtet werden. Problematisch seien nicht bestimmte Fahrzeuggruppen an sich, sondern konkrete Verstöße und gefährliche Verhaltensweisen im öffentlichen Straßenraum – etwa deutlich überhöhte Geschwindigkeiten, riskantes Fahrverhalten, unnötige Beschleunigungsfahrten, manipulierte oder nicht vorschriftsmäßige Fahrzeuge sowie andere Regelverstöße.

Keine pauschalen Verbote

Die FWM3/Die Linke-Fraktion stellt klar, dass sich der Antrag weder gegen den Nürburgring noch gegen den Motorsport oder verantwortungsbewusste Motorrad- und Autofahrer richtet.

„Uns geht es ausdrücklich nicht um pauschale Verbote oder darum, Motorradfahrer und Autofahrer gegeneinander auszuspielen. Wer sich an die Regeln hält, soll auch weiterhin seinen Sport und seine Freizeit ausüben können. Wo aber Regeln missachtet und dadurch Menschen gefährdet oder Anwohner unnötig belastet werden, müssen wir hinschauen und gegebenenfalls handeln“, betont Schönberg. Welche Maßnahmen erforderlich sind, könne sinnvollerweise erst nach einer belastbaren Bestandsaufnahme entschieden werden. Je nach festgestellter Situation könnten beispielsweise gezielte Geschwindigkeits-, Lärm- und Fahrzeugkontrollen, stationäre oder semistationäre Geschwindigkeitsmessungen, eine bessere Verkehrsführung oder gegebenenfalls bauliche Maßnahmen in Betracht kommen. Entscheidend sei dabei, dass Maßnahmen gezielt, nachvollziehbar begründet und verhältnismäßig seien.

Kreisübergreifende Zusammenarbeit notwendig

Die Verkehrssituation rund um den Nürburgring ist aus Sicht der Fraktion ein regionales Thema. Verkehrssicherheit, Lärm und regelwidriges Fahrverhalten machten nicht an Kreisgrenzen halt. Auch die bereits früher diskutierte „Modellregion Nürburgring/Eifel“ könne dabei einen Ansatz für eine gemeinsame Betrachtung bieten. „Wenn Verkehrsströme nicht an Kreisgrenzen haltmachen, dann dürfen auch unsere Lösungsansätze nicht an der Kreisgrenze enden. Wir sollten deshalb gemeinsam mit dem Landkreis Ahrweiler, den Kommunen, der Polizei und dem Land schauen, welche Erkenntnisse bereits vorliegen und wie wir daraus eine sinnvolle gemeinsame Strategie entwickeln können“, erklärt der Fraktionsvorsitzende. Deshalb soll geprüft werden, wie sich der Landkreis Mayen-Koblenz in eine kreisübergreifende Verkehrssicherheitsinitiative einbringen kann. Gespräche mit dem Landkreis Ahrweiler, den betroffenen Kommunen, der Polizei, dem Landesbetrieb Mobilität und dem Land Rheinland-Pfalz könnten dazu beitragen, vorhandene Erkenntnisse zusammenzuführen und gemeinsame Lösungen zu entwickeln.

Wirtschaftliche Bedeutung und Lebensqualität zusammenbringen

Für unsere Fraktion stehen die wirtschaftliche Bedeutung des Nürburgrings und der Schutz der Bevölkerung nicht im Widerspruch. „Der Nürburgring ist ein Teil unserer Region und für viele Menschen wirtschaftlich und touristisch von großer Bedeutung. Wir wollen deshalb nicht gegen den Nürburgring arbeiten, sondern dazu beitragen, dass wirtschaftliche Entwicklung, Motorsport und die Lebensqualität der Menschen in unseren Gemeinden miteinander funktionieren“, so Aziz Aldemir stellv. Vorsitzender.

PM FWM3/Die Linke vom 01.09.2026

Bekannter Kurvenbereich zwischen Kürrenberg und Mayen: Im Rahmen einer sachlichen Bestandsaufnahme sollen mögliche Gefahrenstellen und Verkehrsbelastungen im Zusammenhang mit dem Nürburgring-Verkehr untersucht werden.

Bekannter Kurvenbereich zwischen Kürrenberg und Mayen: Im Rahmen einer sachlichen Bestandsaufnahme sollen mögliche Gefahrenstellen und Verkehrsbelastungen im Zusammenhang mit dem Nürburgring-Verkehr untersucht werden. Foto: Hans-Georg Schönberg

Verkehr im Blick: Der Straßenabschnitt zwischen Virneburg und Mayen gehört zu den Verkehrsverbindungen, die im Zusammenhang mit dem Nürburgring-Verkehr näher betrachtet werden sollen. Foto: Hans-Georg Schönberg

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