Straftatenentwicklung im Bereich der Polizeiinspektion Mayen
Zehn Prozent weniger Delikte
Polizeiliche Kriminalstatistik 2012 zeigt: Landesweiter Trend zum Rückgang setzt sich fort
Mayen. Die Polizeiliche Kriminalstatistik 2012 (PKS) verzeichnet für den örtlichen Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Mayen mit seinen etwa 72.000 Einwohnern erfreulicherweise erneut einen Rückgang in der Straftatenentwicklung. Die Anzahl der Straftaten insgesamt sank von 3.863 Fällen auf 3.451 Fälle. Davon wurden von den Ermittlungsbeamten der Kriminalinspektion Mayen, die über den Bereich der Polizeiinspektion Mayen hinaus auch überregional für die Dienstbezirke der Polizeiinspektionen Adenau, Bad-Neuenahr, Cochem, Remagen und in Teilbereichen der Autobahnpolizeidienststellen zuständig sind, 1.272 Strafanzeigen abschließend bis zur Abgabe an die Staatsanwaltschaft bearbeitet. Bei einer Aufklärungsquote (AQ) von 58,7 Prozent konnten somit in Mayen und Umgebung von allen angezeigten Delikten 2.027 Verfahren mit Hinweisen zu Tatverdächtigen an die Staatsanwaltschaft Koblenz übermittelt werden. Im Jahr zuvor lag die AQ noch leicht höher bei 60,7 Prozent.
Die Zahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik im Vergleich
Die Strafanzeigen verteilen sich in Stadt Mayen 1.505 (2011: 1.724) sowie für die Bereiche der Verbandsgemeinden Maifeld 834 (888), Mendig 541 (668) und Vordereifel 562 (583). Mit der zum 1. Oktober 2012 realisierten Neuzuordnung der Gemeinden Hausten, Langscheid, Langenfeld, Arft, Acht, Welschenbach, Siebenbach, Herresbach, Baar, Virneburg, Lind und Boos zur Polizeiinspektion Adenau zählen alle ab diesem Zeitpunkt erfassten Straftaten zur Statistik der örtlich zuständigen Dienststelle in Adenau. Bei einer nur geringen Anzahl an Straftaten für die drei Monate in 2012 wirkt diese strukturelle Änderung jedoch nur leicht in die PKS.
Für größere Orte im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Mayen weist die Statistik aus: Gemeinde Mertloch 31 Straftaten, Aufklärungsquote 61,3 %; Gemeinde Ochtendung 260 Straftaten, Aufklärungsquote 50,4 %; Gemeinde Polch 293 Straftaten, Aufklärungsquote 63,5 %; Gemeinde Münstermaifeld 107 Straftaten, Aufklärungsquote 53,3 %; Gemeinde Ettringen 111 Straftaten, Aufklärungsquote 59,5 %; Gemeinde Kehrig 75 Straftaten, Aufklärungsquote 56,0 %; Gemeinde Kottenheim 93 Straftaten, Aufklärungsquote 61,3 %; Gemeinde Mendig 398 Straftaten, Aufklärungsquote 49,5 %; Gemeinde Bell 44 Straftaten, Aufklärungsquote 47,7 %.
Die polizeilichen Maßnahmen in der Sachbearbeitung führten zur Identifizierung von 1.739 (1.961) Tatverdächtigen, von denen 1.349 (1.494) männlich und 390 (467) weiblich sind. Bei 437 (440) festgestellten Tatverdächtigten unter 21 Jahren ist ein Viertel aller Beteiligten (25,1 Prozent) Kind, Jugendlicher oder Heranwachsender. Dabei liegt die Verteilung nach Geschlecht bei 345 (349) und 78,9 Prozent männliche Tatverdächtige unter 21 Jahre.
55,3 Prozent, 961 von 1.739 der Tatverdächtigen, hatten ihren Wohnsitz in der Tatortgemeinde. Dies entspricht fast dem Wert von 2011 mit 54,7 Prozent. 411 (entspricht 23,6 Prozent) weitere Tatverdächtige wohnten außerhalb der Tatortgemeinde, jedoch noch in örtlicher Nähe, im Landkreis Mayen-Koblenz. Insgesamt 180 ermittelte Personen (10,4 Prozent) sind nicht-deutsche Tatverdächtigte.
Gewaltdelikte
17,13 Prozent der Fälle (591 Fälle) sind dem Deliktsbereich „Rohheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit“ zuzuordnen. Dabei ist gegenüber 2011 (581) ein leichter Anstieg zu verzeichnen. Im Fünf-Jahres-Mittel (durchschnittlich 633 Fälle) ist der Trend jedoch insgesamt als leicht rückläufig zu bezeichnen.
„Körperverletzungsdelikte“ bilden mit 12,05 Prozent an der Gesamtzahl der Straftaten einen weiteren Schwerpunkt der PKS. Die in 2012 registrierten 416 Fälle (382) konnten zu 91,6 Prozent (91,9 Prozent) aufgeklärt werden. In diese Zahl fallen auch 46 (34) Fälle der „Gefährlichen und schweren Körperverletzung auf Straßen, Wegen oder Plätzen“.
In 136 (135) Fällen wurden Strafanzeigen im Zusammenhang mit Gewaltdelikten in engen sozialen Beziehungen gefertigt. 97 Täter waren dabei männlich und 23 weiblich. Durch die Kooperation mit Netzwerkpartnern wie beispielsweise „Weißer Ring“ oder Täter-Arbeits-Einrichtung endet das Geschehene nicht nur ausschließlich mit der Anzeigenaufnahme der Polizei.
Eigentumskriminalität
Ein leichter Anstieg ist im Bereich des Diebstahls ohne erschwerende Umstände festzustellen. Hier stieg die Fallzahl von 634 in 2011 auf 672 für das Jahr 2012, ist jedoch im 5-Jahres-Mittel (711 Fälle) leicht rückläufig. In 122 (116) Fällen musste die Polizei aufgrund von Ladendiebstählen ausrücken und Ermittlungen bei den Tatverdächtigen anstellen.
Erfreulicherweise weist die Statistik für Diebstahl unter erschwerenden Umständen einen Rückgang um fast ein Drittel (31,1 Prozent) von 479 auf 330 Fälle aus. Unter diesen Deliktsbereich werden auch die Einbrüche in Wohnungen, sogenannte Wohnungseinbruchsdiebstähle und Tageswohnungseinbrüche gezählt. Betrug deren Zahl 2011 noch 99 Fälle, so liegt die Zahl der Taten nun bei 61 Fällen. Maßnahmen der technischen Prävention und präsidialweite Konzeptionen dürften hier zur Reduzierung der Zahlen beigetragen haben.
Vermögens- und Fälschungsdelikte
Im Bereich der Vermögens- und Fälschungsdelikten (592 Fälle [660) bildet der Betrug als klassische Tat, mit einem Gesamtanteil an allen Straftaten von 12,32 Prozent und 425 (485) Fällen, einen deutlichen Schwerpunkt. Hier ist erfreulicherweise ein starker Rückgang im Fünf-Jahres-Trend zu erkennen. Betrug die Fallzahl 2008 noch 709 Fälle, so liegt der Wert heute noch bei knapp 60 Prozent von damals.
Gewalt gegen Polizeibeamte
Seit einigen Jahren steht die Gewalt gegen Polizeibeamtinnen und -beamten verstärkt im öffentlichen Fokus. Diese Taten finden sich in der PKS unter dem Deliktsbereich „Widerstand gegen die Staatsgewalt und Straftaten gegen die öffentliche Ordnung“ wieder. Niedrigschwellige Aggressionen, welche nicht zur Erstattung einer Anzeige führen, fließen nicht in die Statistik ein. So galt es für die Mitarbeiter der Polizei- und Kriminalinspektion Mayen, insgesamt 19 (29) Mal eine Strafanzeige wegen Widerstands gegen Polizeivollzugsbeamte zu erfassen und zu bearbeiten.
Betäubungsmittelkriminalität
Nur etwa 5 Prozent (5,19 Prozent) der Gesamtstraftaten sind als Rauschgiftdelikte zu klassifizieren. Dabei bilden die allgemeinen Verstöße gegen § 29 BtMG, wie etwa Konsumdelikte, mit 133 (269) die überwiegende Anzahl der 179 (391) Straftaten. Die Aufklärungsquote in diesem Bereich betrug 2012 96,1 (93,3) Prozent. Cannabis und Amphetamin bilden weiterhin die Schwerpunkte im Deliktsbereich.
Computerkriminalität
Die PKS 2012 weist ebenfalls Zahlen zum Phänomenbereich Computerkriminalität aus. Dabei gilt es jedoch zu beachten, dass typische Straftaten mit dem Tatmittel Internet, wie beispielsweise „Ebay“-Betrügereien und ähnliches als Warenkreditbetrug erfasst werden und nicht im Bereich Computerkriminalität registriert werden. Darunter fallen Delikte wie Datenveränderung oder Ausspähen von Daten. In 2012 wurden für diesen Bereich 48 (34) Fälle erfasst. Hier ist im Fünf-Jahres-Mittel (37 Fälle) ein Anstieg zu erkennen.
Straßenkriminalität
Mit 600 (648) Fällen der Straßenkriminalität ist im Fünf-Jahres-Mittel (697 Taten) ein positiver Trend zu erkennen. Unter dieser Kategorie werden unter anderem Sachbeschädigung auf öffentlichen Wegen, Straßen und Plätzen sowie Körperverletzungen unter anderem Delikte im öffentlichen Raum erfasst. Die Straßenkriminalität bildet mit knapp 17 Prozent (17,39 Prozent) einen nicht unerheblichen Anteil am Gesamtstraftatenaufkommen. Hier ist die Polizei regelmäßig auf besondere Unterstützung der Bürgerinnen und Bürger angewiesen, um die Taten erfolgreich aufzuklären. Deshalb bitten die Beamten, nicht wegzuschauen, sondern bei Hinweisen die Polizei über Notruf zu verständigen.
Mayen und Umgebung sind sicher
Lag die Häufigkeitszahl im Jahr zuvor noch bei 5.341, so reduzierte sich dieser Wert für die nun registrierten Straftaten auf 4.771. Die Häufigkeitszahl (HZ) beschreibt die Zahl der bekannt gewordenen Fälle insgesamt oder innerhalb einzelner Deliktsarten, errechnet auf 100.000 Einwohner. Für das gesamte Polizeipräsidium Koblenz lag die HZ im Jahr 2011 bei 6.350 (Rheinland-Pfalz insgesamt 6.874). Pressemitteilung der
Polizeiinspektion Mayen
