Übergabe der „Sammlung Spilles“ an die Stadt Meckenheim
Depositalvertrag unterzeichnet
Umfangreiches Privatarchiv wird fachgerecht aufgearbeitet und bleibt der Nachwelt erhalten
Meckenheim. Nun ist es amtlich und der Vertrag unter Dach und Fach. Karl-Heinz Spilles, der Sohn des 2012 verstorbenen Heimatforschers Hubert Spilles, war eigens zur Vertragsunterzeichnung ins Rathaus gekommen. Mit einem Depositalvertrag wird die umfangreiche Privatsammlung zur dauernden Aufbewahrung an das Stadtarchiv der Stadt Meckenheim übergeben und steht der ortsgeschichtlichen Forschung zur Verfügung. Doch bevor die „Sammlung Spilles“ einem breiteren interessierten Kreis zur Verfügung steht, gibt es noch eine Menge Arbeit zu erledigen, erläuterte die Archivarin der Stadt Meckenheim, Ingrid Sönnert.
Bürgermeister Bert Spilles ist sehr erfreut, dass das wertvolle und in jeder Hinsicht geschichtlich interessante Privatarchiv von Hubert Spilles nicht verloren geht und auch den nachfolgenden Generationen zur Verfügung steht. Die Stadt Meckenheim garantiert mit dem Depositalvertrag die Sicherung, Aufbewahrung und die fachgerechte Aufarbeitung der Unterlagen. Im Gegensatz zu Schenkungen erfolgt beim Abschluss eines solchen Vertrages keine Eigentumsübertragung. Im abgeschlossenen Vertrag der Stadt mit Karl-Heinz Spilles sind unter anderem Vereinbarungen zu den Nutzungsmöglichkeiten der Sammlung Spilles festgelegt worden. Und die Familie Spilles darf sicher sein, dass die Sammlung der Nachwelt erhalten bleibt. Das hinterlassene Privatarchiv ist derart umfangreich und vielschichtig, dass bis heute noch nicht alles „geborgen“ ist. Karl-Heinz Spilles hat es bis heute noch nicht geschafft, die über mehr als 100 Quadratmeter Unterlagen im Spilles-Haus zu erschließen. Noch immer lagern auf dem Dachboden Kartons mit zahlreichen Dokumenten und Fotos.
Um diese zurzeit noch nicht überschaubare Wissenssammlung wird sich nun Ingrid Sönnert kümmern. Seite für Seite, Dokument für Dokument, Foto für Foto werden in einem Findbuch erfasst, erhalten eine Ordnungsnummer, eine kurze Beschreibung und das betreffende Jahr. Viele Schätze der Sammlung liegen im Wohnhaus noch verborgen und dem Sohn liegt vor allem viel daran, dass nichts in falsche Hände kommt und so ist er froh, dass nun alles, Karton für Karton, in das Stadtarchiv, dem „Gedächtnis der Stadt“, übergeht. Hubert Spilles sammelte nicht nur, sondern setzte das durch die Beschäftigung mit der Geschichte Meckenheims erworbene Wissen um. Er organisierte Ausstellungen, unterstützte die Sammlung von Josef Dunkelberg, befürwortete die Einrichtung eines Stadtmuseums und schrieb etliche Bücher zu den verschiedensten geschichtlichen Ereignissen und Entwicklungen der Stadt Meckenheim. Kurz gesagt: Wer etwas zur Geschichte Meckenheims suchte, ging zu Hubert Spilles. Bereits zu seinen Lebenszeiten gab es Gespräche darüber, wem er sein Lebenswerk einmal vermachen sollte. Bevor es jedoch zu einer Entscheidung darüber kam, verstarb Hubert Spilles. Umso erfreuter ist nun Ingrid Sönnert, dass sein Sohn sich bereit erklärt hat, die gesamte Sammlung der Stadt Meckenheim zur Aufbewahrung an das Stadtarchiv zu übergeben.
Für die Geschichtsinteressierten wird das „Archiv Hubert Spilles“ nach Abschluss der Erstellung des Findbuches nutzbar werden. Auch im neuen Rathaus hat Ingrid Sönnert bereits eine entsprechend große Fläche für das Archiv „requiriert“. Diese Form der Übergabe von historischem Material an das Stadtarchiv zur fachgerechten Aufbewahrung und Nutzung ist vielleicht eine Alternative für geschichtlich interessierte Meckenheimer Sammler, ihre Schätze zu sichern und für die Nachwelt zu erhalten.
Karl-Heinz Spilles und Bürgermeister Bert Spilles unterzeichneten im Rathaus den Depositalvertrag zur Sammlung Spilles.
