Premiere von „Filippo Neri“ in der Pfarrkirche St. Petrus in Lüftelberg
Ein beeindruckendes Mysterienspiel
Lüftelberg. Seit 1981 existiert der Lüftelberger Mysterienspielkreis und erfreut jedes Jahr um die Fronleichnamszeit ihre begeisterten Fans. Auch in diesem Jahr ist das Theaterstück ein Teil der Meckenheimer Kulturtage, die zum 17. Mal stattfinden. Die Mysterienspiele stammen alle aus der Hand von Kurt Faßbender. Da er aus gesundheitlichen Gründen keine neuen Stücke mehr schreiben kann, kommt es inzwischen zu Wiederholungen, die aber nicht minder beeindruckend sind. Sind doch die Kinder der achtziger Jahre inzwischen erwachsen und spielen jetzt die Rollen der Erwachsenen.
So ist zum Beispiel Heinz Limbach, der bei der Uraufführung 1994 den stürmischen Filippo hergab, bei der aktuellen Aufführung der bedächtige Priester Don Alfonso. Die Aufführungen haben sich wieder großer Beliebtheit bei den Zuschauern aus Lüftelberg und der ganzen Region erfreut. Am Premierentag war die Pfarrkirche St. Petrus voll besetzt. Eine ungewöhnliche Kulisse im Altarraum ließ auf eine turbulente und spannende Aufführung hoffen. Ein Zelt im Hintergrund, eine Wäscheleine quer durch den Altarraum und der Hund von Regisseur Willi-Josef Wild sollten das Theaterstück aufpeppen.
Worum geht es in dem Mysterienspiel? Filippo Neri (Nils Winkler), auch liebevoll Pippo genannt, war eine herausragende Gestalt der katholischen Reform im Rom des 16. Jahrhunderts. Geboren am 21. Juli 1515 in Florenz, kam er als 16-Jähriger zu einem kinderlosen Vetter seines Vaters Romolo Neri (Otto Bürvenich). Filippo sollte eine Kaufmannslehre machen und das Geschäft seines Onkels erben. Das passte dem mehr auf das Wohl der Armen ausgerichteten Neri nicht. Er ging nach Rom und begann mit einem Theologiestudium. Auch hier richtete er sein Augenmerk mehr auf die Armen, Ausgestoßenen und Kranken.
Das Mysterienspiel zeigt beeindruckend, wie zum Beispiel die Kinder Michele und Ippolito Caccia (Noah Buttlies und Tim Schütz), Clara (Eva Defanti), Rosa (Marlen Szopa) und Thomas (Rafael Buttlies) an seinen Lippen hängen. Zur Kurie hatte Filippo ein gespaltenes Verhältnis. So verweigerte er zum Beispiel den Kardinalshut und band sich lieber ein rotes Kissen auf den Kopf. Als er einmal mit den Kindern betteln ging für einen guten Zweck, lief ihm der Priester Don Alfonso (Heinz Limbach) über den Weg. Er bewegte ihn zum Mitmachen mit den Worten: „Die Menschen werden uns folgen, wenn sie mitbekommen, dass ein Priester das vorlebt, was er in der Kirche predigt.“
Neri gründete in Rom das „Oratorium“, eine Kongregation, von denen es heute mehr als 50 gibt in Frankreich, Spanien, Deutschland, Österreich, Südamerika und Indien. Über Filippo Neri gibt es zahlreiche zum Teil skurrile Anekdoten, die ab und zu im Theaterstück vorgestellt werden. Wegen seiner Heiterkeit bekam Filippo den Beinamen „Der lachende Heilige“ oder auch „Der Komödiant Gottes“. Neri starb am 26. Mai 1595 in Rom und wurde am 12. März 1622 von Papst Gregor XV. heiliggesprochen.
Unter der Regie von Willi-Josef Wild und Tamara Döhnert brachten 38 Darsteller ein wunderbares Stück auf die „Bühne“. Für die musikalische Begleitung sorgten Beatrix Bartolomey und Raphael Zollmarsch. Ein lang anhaltender Applaus belohnte die Laienschauspieler für ihre überragenden Leistungen. Natürlich gab es in der Pause im Bereich des Kirchenvorhofs diverse Getränke. Zudem konnten sich die Besucher mit den anwesenden Schauspielern austauschen.
Die beiden nächsten Vorstellungen sind am Samstag, 6. Juni, um 18 Uhr und am Sonntag, 7. Juni, um 17 Uhr
.
Mitglieder des Vereins Lüfthildis Mysterienspiele bewirteten die Besucher.Fotos: Stein
Filippo Neri (Nils Winkler) protestiert mit seiner eigenwilligen Kopfbedeckung gegen die Anordnung seines Kardinals.
Hier eine Szene aus dem Mysterienspiel von Kurt Faßbender.
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