Allgemeine Berichte | 07.10.2014

Stadtverwaltung Meckenheim informiert

„Kaum hatte ich begonnen, habe ich schon gelebt“

Veranstaltungsreihe zum Thema Sterben, Tod und Vergänglichkeit in Meckenheim

Meckenheim. Wirklich zu verstehen, dass das eigene Leben irgendwann zu Ende geht, ist keine einfache Erkenntnis. Den Gedanken an unsere Vergänglichkeit zuzulassen, macht schnell Angst. Aber ohne den Tod als Teil des Lebenszyklus, ohne die Sterblichkeit würde es den Menschen nicht geben - der Tod gehört zum Leben dazu. Dennoch vermeiden es viele Menschen sich mit der Tatsache zu beschäftigen, das alles Leben auch einmal sein Ende finden wird - das von geliebten Menschen und auch das eigene. Aber wer das Sterben verneint, schneidet sich von einem Teil des Lebens ab. Leben und Sterben sind untrennbar miteinander verbunden.

Die Veranstaltungsreihe „Kaum hatte ich begonnen, habe ich schon gelebt“ beleuchtet Tod und Sterblichkeit unter verschiedenen Aspekten. Unter dem Motto „Der Tod ist ein Horizont und ein Horizont ist nur die Grenze unseres Sehens“ beginnt die Reihe am Mittwoch, 22. Oktober, um 19 Uhr, mit einem Podiumsgespräch in der evangelischen Friedenskirche, Le Mée-Platz. Nach der Begrüßung durch Bürgermeister Bert Spilles moderiert die Leiterin des Katholischen Familienbildungswerkes, Anne Schmidt-Keusgen, ein Gespräch mit Prof. Walter van Laack, Aachen, Pfarrer Dahl, Meckenheim, und Mona Matern vom Hospizverein Meckenheim - Rheinbach zu Nahtoderfahrungen.

Kabarett am Freitag, 24. Oktober, um 20 Uhr

Auf eigene Art nähert sich der Kabarettist Rainer Pause dem Thema am 24. Oktober um 20 Uhr im Pädagogischen Zentrum, Königsberger Straße 30. Karten für „Das letzte Gericht“ sind für 22 Euro in den Buchhandlungen sowie bei Bröckers & Gülden und Ilonas Bastelstube in Merl erhältlich.

Man nennt sie Kirchhof, Nekropole oder Gottesacker, die Plätze, auf denen Menschen ihre letzte Ruhe finden. Ob in einem Sarg oder in einer Urne, ob im eigenen Grab, auf einer anonymen Parzelle oder in der pompösen Familiengruft, auf den Friedhof führt der letzte Weg. Das Aufstellen von Grabmalen im Christentum, von Holzstelen im Islam oder das Aufschichten von mitgebrachten Steinen im Judentum kennzeichnen den Ort der Bestattung, heben ihn hervor, schaffen eine Erinnerungsstätte und geben den Toten so über ihr irdisches Leben hinaus eine Bedeutung.

Geschichte der Meckenheimer Friedhöfe

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Kaum hatte ich begonnen, habe ich schon gelebt“ berichtet die städtische Archivarin Ingrid Sönnert über die Geschichte der Meckenheimer Friedhöfe am Donnerstag, 30. Oktober, um 18 Uhr, im katholischen Familienbildungswerk, Kirchplatz 1. Im Anschluss wird die Fotoausstellung der Fotografin Ellen R. Dornhaus eröffnet. Mit dem Blick durch die Kamera zeigt sie die Besonderheiten und unterschiedlichen Gestaltungen des Totengedenkens auf den fünf Meckenheimer Friedhöfen. Die Fotos selbst sind weniger Dokumentation als Inspiration und zeigen die Friedhöfe in unterschiedlichen Stimmungen, Tages- und Jahreszeiten, so entstehen im Wechsel der Jahreszeiten einprägsame Eindrücke.

Blick durch die Kamera

Mit dem Blick durch die Kamera zeigt sie die Besonderheiten und unterschiedlichen Gestaltungen des Totengedenkens der fünf Meckenheimer Friedhöfe und fängt die unterschiedlichen Stimmungen, Tages- und Jahreszeiten ein.

Wie setzen Musiker, Literaten und Künstler das Thema Tod und Sterblichkeit um? Zu vier Aufführungen der „Merler Abendmusik“ mit ausgesuchten Musiktiteln lädt Regionalkantor Bernhard Blitsch in den Merler Dom am 2., 9., 16. und 23. November um 17 Uhr, am 9. November um 18 Uhr ein.

Seniorenhaus St. Josef, Donnerstag, 6. November, 19.30 Uhr

„Ich möchte hingehen wie das Abendrot“ heißt es am 6. November um 19.30 Uhr im Seniorenhaus St. Josef, Kirchfeldstraße. Helmut Mertens stellt Gedichte vor, die die Endlichkeit des Lebens thematisieren und von Heiko Schmidt rezitiert werden, Musikalische Begleitung Nina Eisenlohr, Klavier, und Konrad Sangenstedt.

Ausstellung vom 7. bis 13. November

Die Sicht des Künstlers auf Sterben und Tod zeigt die Ausstellung „Metamorphosen“ der Künstlergruppe EigenArt von Freitag, 7., bis Donnerstag, 13. November, im Herrenhaus Burg Altendorf. Mitwirkende Künstler sind Edith Metz, Margret Zimpel, Maiken Bardeschi-Böge, Marlene Schumacher, Heide Simm, Marlyse Permantier, Kurt Dzuibek, Mechthild Fiebig und Barbara Kroke. Die Ausstellung wird am 7. November um 18.30 Uhr durch Bernhard Granz, den Vorsitzenden des Bürgervereins Meckenheim e.V., eröffnet. Öffnungszeiten: Sa. Mo. Di. u. Mi. von 14 Uhr bis 17 Uhr; So von 11 bis 17 Uhr. Im Rahmen der Ausstellung zeigt Amelie Koenigs am 8. November um 17 Uhr das Dante-Miniaturtheater „Die göttliche Komödie - Paradiso“ (3. Akt).

Buchvorstellung

Am 14. November um 19.30 Uhr lesen Thorsten Benkel und Matthias Meitzler aus ihrem Buch „Gestatten Sie, dass ich liegen bleibe“ im katholischen Familienbildungswerk, Kirchplatz 1. Die beiden Soziologen haben über 500 Friedhöfe besucht und stellen ergreifende, humorvolle, überraschende und rätselhafte Gräber und Inschriften vor. Die eindrucksvollsten von nahezu 30.000 Fotos präsentieren sie in ihrem Buch „Gestatten Sie, dass ich liegen bleibe“. Sie zeigen, wie Menschen mit dem Verlust umgehen („Lach doch mal“), wie Beziehungsverhältnisse reflektiert werden („Mit dir zu leben war nicht leicht, doch ohne dich ist´s noch viel schwerer“), was den Verstorbenen wichtig war („Nicht das Licht auslöschen“), wie ihre Hobbys ihr Lebensende prägten („Dein letztes Match hast du verloren“), welche Charakterzüge sie hatten („Es Lebbe geht weiter“) und welche Verdienste ihnen zugeschrieben werden („Er war guter Eltern Sohn“). Wer würde mit Skiern, Raumschiffen, Skateboards, Handys, Panzern und Comicfiguren als Gransteinmotive rechnen? Und was will die Graninschrift „Lasst uns die nächste Revolution in einem August beginnen“ besagen?

Filmkomödie im Familienbildungswerk

„Wer früher stirbt, ist länger tot“ heißt es am Donnerstag, 20. November, um 19.30 Uhr, im Familienbildungswerk, Kirchplatz 1. Gezeigt wird eine Filmkomödie von Marcus H. Rosenmüller über den elfjährige Sebastian Schneider, der zusammen mit seinem alleinerziehenden Vater Lorenz und seinem großen Bruder Franz im fiktiven oberbayerischen Dorf Germringen lebt. Er erfährt im Streit von seinem Bruder, dass seine Mutter Sophie nicht bei einem Unfall, sondern bei Sebastians Geburt starb. Da er sich schuldig fühlt, setzt er nun alles daran, sich von seinen Sünden reinzuwaschen.

Kooperationspartner

Kooperationspartner der Veranstaltungsreihe sind die Stadt Meckenheim, das katholisches Familienbildungswerk, der Bürgerverein Meckenheim, die Künstlergruppe EigenArt, Bernhard Blitsch, katholischer Regionalkantor, Helmut Mertens, Pfarrer Knut Dahl und die evangelische Kirche. Die Fotoausstellung wird gesponsert durch die RWE Deutschland AG.

Pressemitteilung

der Stadt Meckenheim

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