Erfolgreicher Rathaussturm in Meckenheim
Kinderprinzessin Hanna I. übernimmt die Macht über das jecke Volk
Meckenheim. „Erst fängt es ganz langsam an…, aber dann!“ So ließe sich der Beginn des Rathaussturms in Meckenheim beschreiben. Bis auf ein paar einsame Jecken war im Reginahof von der Verwaltung, vom Rat und vom Bürgermeister bis gegen 11 Uhr noch nichts zu sehen, von einer ausgeklügelten Verteidigungsstrategie ganz zu schweigen. Bürgermeister Bert Spilles unterhielt sich noch fröhlich mit einigen Leuten, als das Stadtsoldaten-Corps mit schwerer Artillerie und die Prinzengarde bereits den Eingang zum Gelände des Reginahofes besetzt hatten. Dann kam Panik auf und der Bürgermeister flüchtete mit seinen Getreuen auf das festungsartig hergerichtete Fahrzeug. Er fand jedoch noch Zeit, seine treuen Gefährten bei der Verteidigung des Rathauses vorzustellen. Er begrüßte die „rote Heidi“, die Grünen, die sich augenscheinlich „fußkrank“ in die Verteidigungsanlage schleppten, und, „geschädigt vom letzten Wahlkampf“, war von der UWG noch nicht viel zu sehen.
Schuss aus der Feldhaubitze
Mitten hinein platzte dann der erste Schuss aus der Feldhaubitze des Stadtsoldaten-Corps. Kein Grund zur Sorge für Bürgermeister Spilles, der fragte, ob die Soldaten wohl Bohnensuppe gegessen hätten. Friedel Groß und Peter Klee, die Kommandierenden der Angriffstruppen hatten sich als Bauleute getarnt, mit Schaufel, Schubkarre und weiteren Utensilien. Die Irritation über den Aufzug war schnell geklärt, denn Friedel Groß begrüßte alle Anwesenden auf dem „größten Bauspielplatz im Rhein-Sieg-Kreis“. Ausrüstung und Ideen hätten sie schon mal mitgebracht. Doch Spilles strotzte vor Selbstbewusstsein und fragte, ob sie den Maulwurf Pauli in doppelte Ausführung darstellen wollten.
Wortgefecht
Im amüsanten und einfallsreichen Wortspiel kamen dann die aktuellen Fragen und Probleme der Untertanen auf den Tisch. „Wie geht es denn nun mit der Hauptstraße weiter, wird die nächstes Jahr fertig oder wollt ihr uns den Weg erschweren?“, provozierten Peter Klee und Friedel Groß die Verteidiger. „Die Bäume sind schon gefällt für die großen Karnevalswagen, konterte Spilles. Im weiteren Wortgefecht zitierten die Angreifer Dirk Schwindenhammer, den Wirtschaftsförderer der Stadt, mit seinen Worten: „Baustellenmarketing ist mehr als nur einen Flyer zu drucken. Die Baustelle soll ein Anziehungspunkt mit Erlebnisfaktor sein“ und erhielten Applaus von der Bevölkerung. Abgesehen von der nun Mehrkosten verursachenden Bahnüberführung klagten die Angreifer die Rathausbesatzung des modernen Raubrittertums an, angesichts des Neubaus des Rathauses, der halbherzigen Vorgehensweise bei der Herstellung der Jungholzhalle als funktionstüchtige Halle, nicht nur für Karnevalsveranstaltungen.
Petition aufgerollt
Zur Unterstreichung der Ernsthaftigkeit dieses Anliegens, wurde eine Riesenpapierrolle als Petition aufgerollt, auf der stand: „Hiermit beantragen wir eine verbindliche Zusage für die Nutzung der Jungholzhalle“. Kinderprinzessin Hanna I. unterschrieb unter Beifall der Anwesenden als Erste die Petition. Später schloss sich die Menge mit ihren Unterschriften auf der Papierrolle an. Groß und Klee mahnten ebenso den baldigen Bau einer Tiefgarage beim neuen Rathaus an, denn zu Fuß könne man nicht immer den weiten Weg gehen. Schaufel und Pflastersteine hätten sie schon mitgebracht. Nach dem Wortgeplänkel und Kamellebeschuss versuchte Hanna I., den Bürgermeister vom Wagen zu locken.
Der versprochene Silberpokal
Sie versprach ihm einen silbernen Pokal für seinen Wahlsieg. Doch der Bürgermeister und seine Vasallen blieben hart und verteidigten das Rathaus bis auf den letzten Mann. Schließlich wurde es den Kommandierenden zu bunt und es gab das Signal für den Angriff an die Truppen: „Herr Spieß, rücken Sie vor“, lautete der Befehl an die Stadtsoldaten. Sie brachten ihre Artillerie in Stellung und die Prinzengarde umzäunten die Verteidiger mit Eisenzäunen. Im allgemeinen Wirrwarr der Kampfhandlungen hatten Kinderprinzessin Hanna I. mit Hofdame Joy und Gefolge die Verteidiger des Rathauses „Schach matt“ gesetzt und in Ketten gelegt. Unter dem Jubel der Rathausstürmer verkündete dann Hanna I. „Das Rathaus gehört uns!“ (zumindest bis Aschermittwoch). Die Verteidiger fügten sich zähneknirschend dem Sieg und Bürgermeister Spilles kaufte sich klammheimlich für 6,50 Euro von den Ketten los.
