Allgemeine Berichte | 22.10.2015

„Präventionsabend“ in der evangelischen Grundschule in Meckenheim

Polizei informiert über Einbruchprävention

Thema zog viele Bürger in Aula der Grundschule

Informierten über die Arbeit der Polizei. Joachim Kühlwetter, Kriminalhauptkommissar Hans-Jürgen Hoppe und Polizeidirektor Andreas Piastowski.StF

Meckenheim. Überaus gut besucht war am vergangenen Dienstag eine Veranstaltung der Polizei in der Aula der evangelischen Grundschule in Meckenheim. Auf einer als „Präventionsabend“ gekennzeichneten Veranstaltung informierten Polizeidirektor Andreas Piastowski und Kriminalhauptkommissar Hans-Jürgen Hoppe nicht nur über aktuelle Einbruchzahlen, sondern stellten vor allem auch wirksame Schutzmaßnahmen vor. Die Schirmherrschaft über die Veranstaltung hatte CDU-Fraktionschef Joachim Kühlwetter übernommen, der selber als Polizeibeamter arbeitet.

Fenster sind Schwachstellen

Hans-Jürgen Hoppe ging dann in seinem Hauptreferat auch auf die Zahlen und Fakten ein: 81 Prozent aller Täter kommen durch Fenster und Fenstertüren in die Objekte und in 16 Prozent aller Fälle ist die Haustür die Schwachstelle des Objektes. Bei Wohnungen in Mehrfamilienhäusern sieht es etwas anders aus, hier kommen die Täter in 47 Prozent aller Fälle durch die Eingangstür und in 52 Prozent aller Fälle durch die Fenster.

Dabei haben es die Täter nicht immer besonders schwer, denn auch Tische oder Regentonnen werden gerne schon mal als Einstiegshilfe genutzt, um an Fenster hineinzukommen.

Gerade jetzt in der dunklen Jahreszeit haben die Einbrecher wieder Hochkonjunktur, denn in der Zeit zwischen 16 und 20 Uhr finden prozentual die meisten Einbrüche statt. Dabei macht die Polizei darauf aufmerksam, dass die meisten Täter als Werkzeug nur einen stabilen Schraubenzieher und einen Holzkeil nutzen, um in die Räume einzudringen.

Wie gut das funktioniert, wurde in einem kleinen Film dargestellt und wer glaubt, dass Täter viel Zeit benötigen, um eine Wohnung total auf den Kopf zu stellen und reichlich Beute zu machen, der irrt.

Ein Einbruch dauert im Schnitt weniger als fünf Minuten

In weniger als fünf Minuten haben diese eine Wohnung durchsucht, alle Schubladen und Schränke inspiziert und reichlich Beute gemacht. Es versteht sich von selber, dass die Täter dabei nicht wieder aufräumen und die Räumlichkeiten entsprechend aussehen. Auch das Wort „Gelegenheitstäter“ definierte der Polizist für manchen neu. Dabei suggeriert das Wort ja, dass hier einer mal bei der einen oder anderen passenden Gelegenheit zuschlägt, das Gegenteil ist jedoch richtig. Es wird bei jeder sich passenden Gelegenheit zugeschlagen. Der Gelegenheitstäter ist also alles andere als ein Hobbyeinbrecher. Wobei Gelegenheit ja bekanntlich schon Diebe macht, so rät die Polizei dazu, die eigenen Räumlichkeiten entsprechend zu sichern, dass allerdings mit Verstand und passenden Materialien. Auch sollten die Firmen, welche Sicherheitstechnik einbauen, entsprechend geschult sein.

So lassen sich gerade auch Wohnungseingangstüren in Mehrfamilienhäusern durch entsprechende Querriegelschlösser hervorragend absichern. Diese müssen allerdings im Beton gut verankert sein.

Auch das Schloss selber sollte einen guten Schutz auch gegen das Aufbohren aufweisen. Fenster und Türen sollten ebenfalls bestens geschützt sein und vor allem sollten diese Sicherungen auch betätigt werden, wenn man das Haus verlässt. Dies gilt auch bei kurzer Abwesenheit, denn Täter beobachten und nutzen auch kurze Zeiten aus.

Förderprogramme der KFW für Sicherheitstechnik

Das alles ist im Einzelfalle nicht ganz billig, aber hierfür gibt es dann auch Förderprogramme der KFW mit einem Zinssatz von einem Prozent für Sicherheitstechnik. Auch die Ausleuchtung von Häusern und Wohnungen macht Sinn, kombiniert mit entsprechenden Lösungen, welche auch bei Abwesenheit dem potentiellen Täter zeigen, dass das Haus bewohnt ist. Freilich geht nichts über gute Nachbarschaft und manche Täter stecken auch einfach eine Karte in die Hauseingangstür, und wenn diese nach drei Tagen noch immer steckt, dann weiß er, dieses Haus ist unbewohnt.

Vorsicht bei Urlaubsbildern in sozialen Netzwerken

Auch darf getrost davon ausgegangen werden, dass Täter sich auch in sozialen Netzwerken tummeln und sich über aktuelle Urlaubsbilder mit Ortsangaben freuen.

Wenn dann noch Bilder aus der eigenen Wohnung gepostet sind, dann freut sich der Täter noch mehr. Auch gab es Tipps für die Anschaffung entsprechender Wertbehältnisse, welche Richtlinien genügen müssen sowie zur Installation von Einbruchmeldeanlagen. Aber hier stellt die Polizei klar, eine Einbruchmeldeanlage meldet, wenn der Täter in den Räumlichkeiten drinnen ist, vorher sollten entsprechende mechanische Sicherungen verbaut werden, die dies erst gar nicht ermöglichen. Auch sollte eine Einbruchmeldeanlage nur von einem Fachmann eingebaut werden und Schutz gegen Falschalarm und Sabotage bieten und darüber hinaus das Prüfsiegel des VdS, Verband der Schadensversicherer, tragen.

Da die Aufklärungsquote in der Region nur bei 15,4 Prozent liegt, bittet die Polizei vor allem darum wachsam zu sein und auch Auffälligkeiten direkt bei dieser zu melden. Polizeidirektor Andreas Piastowski brachte dies auf den Punkt, als er feststellte: „Sie belästigen nicht die Polizei, Sie bezahlen Steuern.“

Er erläuterte, dass die Polizei häufig nur bis drei Prozent des Sachverhaltes wisse und die restlichen 97 Prozent bei der Bevölkerung liegen und es auch die Aufgabe der Polizei sei, dies dann zusammenzutragen. So kann jeder mit einer gewissen Aufmerksamkeit dazu beitragen, dass Einbrüche in seiner Gegend nicht unmöglich, wohl aber schwieriger werden, denn nichts fürchten Täter mehr als Störungen und Entdeckungen.

Informierten über die Arbeit der Polizei. Joachim Kühlwetter, Kriminalhauptkommissar Hans-Jürgen Hoppe und Polizeidirektor Andreas Piastowski.Foto: StF

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