Gebäudliche Potenzialanalyse gestartet
Potenzialanalyse der Kirchengemeinde St. Marien und St. Johannes in Wachtberg und Meckenheim
aus Meckenheim
Wachtberg und Meckenheim. Die Kirchengemeinde St. Marien und St. Johannes der Täufer Wachtberg und Meckenheim ist Ende April 2026 in die gebäudliche Potenzialanalyse gestartet und gehört damit zu den ersten Pastoralen Einheiten im Erzbistum Köln, die diesen wichtigen Schritt im Rahmen des Transformationsprozesses #ZusammenFinden gehen.
Mit der Potenzialanalyse verfolgt das Erzbistum das Ziel, eine tragfähige Grundlage für zukünftige Entscheidungen im Umgang mit kirchlichen Immobilien zu schaffen. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht kurzfristige Maßnahmen, sondern eine langfristige Perspektive: Wie können kirchliche Gebäude so genutzt und weiterentwickelt werden, dass sie das pastorale Leben bestmöglich unterstützen?
In den kommenden Monaten werden daher die Kirchen und Pfarrheime der Gemeinde umfassend betrachtet. Neben dem baulichen und energetischen Zustand spielen insbesondere die aktuelle Nutzung sowie die Bedeutung der Gebäude für das Gemeindeleben eine zentrale Rolle. Die Ergebnisse fließen in die Entwicklung eines 5-Jahresplans für die Pastorale Einheit ein.
Der leitende Pfarrer, Michael Maxeiner, unterstreicht die besondere Bedeutung dieses Prozesses: „Die gebäudliche Potenzialanalyse ist für uns kein reines Bauprojekt, sondern ein geistlicher Weg. Wir schauen nüchtern auf den Zustand unserer Kirchen und Pfarrheime und zugleich fragen wir uns ehrlich: Was braucht die Kirche heute und morgen, um Menschen in Wachtberg und Meckenheim zum Glauben einzuladen und missionarisch präsent zu sein? Unsere Gebäude sind Orte des Gebets, der Begegnung und der Erinnerung an Gott mitten in unserer Gesellschaft. Aber wir wissen auch: Wir können nicht alles halten, und wir müssen auch nicht alles halten. Entscheidend ist, dass wir Orte stärken, an denen Glaube wachsen kann und von denen aus wir in die Gesellschaft hineinwirken. Die Potenzialanalyse hilft uns, Schwerpunkte zu setzen – nicht um vorschnell loszulassen, sondern um das zu sichern, was uns als Kirche wirklich trägt und in die Zukunft führt.“
Auch aus Verwaltungssicht steht eine verantwortungsvolle und sachliche Analyse im Vordergrund. Der Prozess wird durch externe Architekten begleitet, die die Gebäude fachlich bewerten und Entwicklungsmöglichkeiten aufzeigen. Eine erste Begehung der Gebäude fand bereits am 30. April 2026 statt.
Vom Architekturbüro Sandner aus Königswinter, die vom Erzbistum mit der Potentialanalyse in Wachtberg und Meckenheim beauftragt wurden, erklärt Patrick Lackner als beteiligter Architekt die Aufgabe so: „Als externe Planer begleiten wir aktuell die bauliche Potentialanalyse in der Pastoralen Einheit. Dabei untersuchen wir die bestehenden kirchlichen Gebäude systematisch und betrachten sie in ihrem jeweiligen räumlichen, baulichen und funktionalen Zusammenhang. Unsere Aufgabe besteht darin, Chancen und Rahmenbedingungen aufzuzeigen und diese fachlich zu bewerten. Die Analyse versteht sich als Grundlage für einen transparenten und zukunftsorientierten Dialog mit dem Ziel der Erstellung des 5-Jahresplans für die gesamte PE – nicht als Festlegung auf bestimmte bauliche Schritte.“
Wichtig ist der Gemeinde dabei die klare Botschaft: Die Potenzialanalyse ist kein Sparprogramm und keine Vorentscheidung über die Zukunft einzelner Gebäude. Vielmehr geht es darum, vorhandene Potenziale zu erkennen, nachhaltige Lösungen zu entwickeln und die kirchlichen Orte so zu stärken, dass sie auch künftig lebendige Zentren des Glaubens und der Begegnung bleiben.
Herausforderungen und Ziele für die Zukunft
Die Vorsitzende des Bauausschuss des Kirchenvorstands, Edith Anders, erklärt: „Die veränderten finanziellen und personellen Ressourcen machen es auch für uns erforderlich, sich den sich daraus ergebenen Herausforderungen zu stellen. Dazu ist es u. a. erforderlich, all unsere Gebäude einmal auf den Prüfstand zu stellen. D. h. Gebäude und bebaute Grundstücke werden hinsichtlich Lage, Zustand, Nutzung, Kosten und Entwicklungsmöglichkeiten betrachtet, um Entwicklungschancen und -defizite zu erkennen. Unterstützt werden wir hierbei von einem externen Architekturbüro, die sich in den nächsten Wochen in jedem Ort unserer Pastoralen Einheit, Kirchen und Gebäude ansehen werden. Auf Basis der Ergebnisse und der parallel stattfindenden Pastoralen Analysen wird ein verbindlicher 5-Jahresplan erstellt, in dem festgelegt wird, welche Gebäude erhalten, entwickelt oder verwertet werden können. Wir als Kirchenvorstand tragen die wirtschaftliche und rechtliche Verantwortung für die notwendigen Gebäudeentscheidungen. Seien Sie sicher, dass wir uns diese Entscheidungen nicht leicht machen werden. Unser Ziel wird es sein, einen langfristig finanzierbaren, nachhaltig entwickelten und vor allem pastoral lebendig genutzten Gebäudebestand, der gut verwaltet und betreut werden kann zu erhalten.“
Die Kirchengemeinde St. Marien und St. Johannes der Täufer unterhält über vierzig pfarrliche Gebäude (Kirchen, Kapellen, Pfarrheime und -häuser) und wird weiterhin die Gemeindemitglieder regelmäßig über die nächsten Schritte informieren.
