Meckenheimer Mädchensitzung
„Rut-Wiess Alaaf“ in der Schützenhalle
Renate Groesser und Monika Schell führten durch das mit Tanz- und Showeinlagen gespickte Programm
Meckenheim. Mit der Prinzengarde Meckenheim, in Begleitung der Kinderprinzessin Hanna I. und Hofdame Joy, gab es den ersten Tusch auf die beiden Sitzungsleiterinnen Renate Groesser und Monika Schell. Sie hatten mit viel Humor und Spaß an der Freud die diesjährige Mädchensitzung zusammengestellt. Die Lachmuskeln der rund 200 kostümierten jecken Wiever wurden wieder arg strapaziert. Während der Sitzung in der Schützenhalle durfte kein Mann die Halle betreten, ausgenommen die Akteure auf der Bühne. Nur Bürgermeister Bert Spilles, der sich nach der närrischen Party der Stadtangestellten eingeschlichen hatte, wurde vom Organisationskomitee wohlwollend geduldet.
Die Gardehexen hatten sich in diesem Jahr ein neues Motto zugelegt: „Rut-Wiess Alaaf“. Damit haben sie sich an den Vereinsfarben der Prinzengarde orientiert. Eine weitere Neuerung war die Aufstellung der Bühne an der Längsseite der Halle, dadurch soll das Publikum besser miteinbezogen werden. Auf den Sitzungsbeginn brauchten die Jecken nicht lange zu warten. Punkt 15 Uhr eröffnete die Prinzengarde den Reigen, gleich gefolgt von der Stadtgarde, die ihre einstudierten Piratentänze mit Eleganz darbot. Engel Hettwich, das griffigste Exemplar aus dem Himmel, brachte die Damen im Saal zu wahren Applausstürmen. Ihren Lebenslauf als Engel mit nicht ganz schlanker Figur beschrieb Hettwich so: „Vor der Aufnahme in den Himmel musste ich einen ärztlichen Test machen. Der Arzt fragte: Vorname? Hettwich. Zuna(h)me? „2- bis 43 Pfund pro Woche.“ Da sie im übrigen Sport verordnet bekam, animierte sie die anwesenden Frauen, zu einer kleinen Fitnessprobe, unter anderem mit dem Tanzsport Zumba.
Es ging dann schwungvoll im Programm weiter mit dem Auftritt der Stadtsoldaten, wo besonders die Kleinsten mit ihren Tänzen glänzten. Es folgten nun die „Spökes“, deren Repertoire von Karnevalsliedern über Kölschrock bis hin zu mitreißenden Partysongs reichte. Ein wahres Highlight war das Geschwisterpaar in der Bütt: Lena (acht) und Niklas (13). Sie haben inzwischen zwei Mal den Büttenreden-Wettbewerb in Aachen gewonnen. Ihr Können überzeugte auch die Närrinnen aus Meckenheim. Nun aber schlugen die Herzen der Weiber hoch, denn das Männerballett „Heiße Socken“ aus Neuwied gastierte nicht zum ersten Mal in Meckenheim. Hebefiguren und die Pyramiden sahen kinderleicht aus, aber ihr akrobatisches Können hat die Gruppe in 20 Jahren immer weiter perfektioniert.
Dann kam Claudia Roland mit ihren kölschen Liedern. Die „Proseccos“ aus Lüftelberg zeigten gekonnte Show-Tänze. Den krönenden Abschluss lieferte das Ahrweiler Männerballett, bevor auch endlich die Männer zugelassen wurden und noch lange gemeinsam gefeiert wurde.
Leider war für Helma Schlicht diese Mädchensitzung die letzte Sitzung als Rednerin. Als Meckenheimer Urgestein im Sitzungskarneval nahm die über 80-Jährige es selbst in die Hand, verteilte Tulpen-Strüßjer und meinte: „Ming Zick is eröm un ich sach mal einfach: Danke.“
Engel Hettwich hat es nicht immer leicht mit den Anstellungen im Himmel.
