Meckenheimer Altstadt bekommt neues Gesicht
Sanierung der Hauptstraße nur Teil eines Gesamtwerkes
Meckenheim. Wer zurzeit durch die Meckenheimer Altstadt geht, der kann die Baumaßnahmen entlang der Hauptstraße nicht übersehen. In einem ersten Bauabschnitt vom Niedertorkreisel bis zum Kirchplatz wird kräftig gebuddelt. Ein Zustand, der bei Bürgermeister Bert Spilles und seinen Mitarbeitern in der Verwaltung richtige Freude auslöst. Denn damit wird endlich umgesetzt, was schon seit Jahren geplant ist. Wobei der Stadtchef zu Recht etwas ungehalten wird, wenn nur von der Sanierung der Hauptstraße gesprochen wird, denn in Meckenheim wird ein integriertes Handlungskonzept für die Altstadt umgesetzt. Für dieses hat bereits im September 2007 der Ausschuss für Stadtentwicklung beschlossen, einen städtebaulichen Realisierungswettbewerb durchzuführen. So gehört zu diesem Konzept unter anderem auch die Anbindung einer attraktiven Personenunterführung in Verlängerung der Stadtachse zur Bahnhofstraße sowie die Aufwertung des Bahnhofsumfeldes als „Tor zur Altstadt“. Ebenso wichtig sind barrierefreie Gleiszugänge und die Erhaltung des historischen Bahnhofsgebäudes. Insgesamt 17 Punkte listet der vom Stadtrat innerhalb dieses Konzeptes beschlossene Plan auf, welche sich dann zu einem Gesamtwerk zusammentun und auch nicht isoliert betrachtet werden dürfen, da jedes einzelne Werk natürlich Auswirkungen auf andere Gewerke hat. Doch was ist das Ziel dieser Maßnahme? Der Stadt geht es hierbei darum, auch auf die Hauptstraße als Ganzes einen Blick zu werfen statt nur auf einzelne Teile und diese hinsichtlich Barrierefreiheit, Verkehrsführung und Attraktivität für den Einzelhandel sowie die Lebensqualität der dort wohnenden Bürger zu verbessern. Hinzu kam ein ganz praktisches Problem. Der Erftverband ist Eigentümer der in der Hauptstraße verlegten Kanalisation und diese ist ganz schön in die Jahre gekommen und war dringend sanierungsbedürftig. Es war daher von Anfang an klar gewesen, dass eine Sanierung der Hauptstraße hier in enger Abstimmung durchzuführen ist, denn man wollte zügig arbeiten, um die Belästigungen für die Anlieger in engen Grenzen zu halten. Doch wie das so ist, wenn man baut, es gibt immer wieder zahlreich Überraschungen, denn wer in der Unterwelt buddelt, findet dort auch die Hinterlassenschaften derjenigen, welche dort vor Urzeiten schon mal tätig waren. Zwar hat man in Meckenheim weder römische Schätze (zum Leidwesen der Kämmerin) noch Kriegshinterlassenschaften (zum Glück für die Anlieger) gefunden, dafür aber so manches Baustück früherer Kanalbauer, was jetzt ebenfalls entsorgt werden musste. Dennoch zeigte sich Bürgermeister Bert Spilles recht zufrieden, denn die Abstimmung mit dem Erftverband funktioniert und die Baumaßnahmen liegen gut im Plan. Dabei ist es der Stadt wichtig, die Beeinträchtigungen für die Anwohner so gering wie möglich zu halten, so ist unter anderem die Zufahrt zu den Geschäften und in die Innenstadt nach wie vor möglich, es gibt zahlreiche kostenlose Parkplätze und man kann am ersten fertiggestellten Teilstück auch schon sehen, wie das Ganze einmal aussehen wird.
Die Gastronomen dürfen sich über mehr Platz für Außenbestuhlung freuen, es wird weiterhin Parkplätze geben und Bäume werden das Stadtbild aufhübschen. Völlig neu gestaltet wird auch der Kirchplatz werden, wo man bereits jetzt die neu angelegten Stufen erkennen kann, sicherlich ein Ort, wo man zukünftig gerne etwas länger verweilen möchte. All diese Maßnahmen werden die Aufenthaltsqualität in Meckenheim deutlich steigern. Der erste Bauabschnitt vom Niedertorkreisel bis zum Kirchplatz soll in seiner Gesamtheit denn auch bis zum August 2015 fertig sein, wobei man diesen Bauabschnitt wiederum in drei Unterabschnitte geteilt hat, wovon der Erste am 25. Oktober eingeweiht werden soll. Der erste Gesamtabschnitt hat dann rund 4,3 Millionen Euro gekostet, wobei das Land hier 60 %, also 2,6 Millionen Euro dazuschießt. Die Differenz muss von der Stadt und auch von den Anliegern aufgebracht werden, um hier eine faire Kostenteilung zu erreichen, hat die Stadt unter anderem eine Einzelfallsatzung verabschiedet. Und da nach der Baumaßnahme vor der Baumaßnahme ist, wird nach Fertigstellung des 1. Bauabschnittes im nächsten Jahr dann der 2. Bauabschnitt von der Glockengasse bis zum Obertorkreisel in Angriff genommen werden.
