Meckenheimr TuS und TST Merl wollen fusionieren
Verein mit 2500 Mitgliedern entsteht
Angebot an Kursen steigt, die Kosten reduzieren sich, deutliche Synergien für die Sportler
Meckenheim. Aus zwei großen soll ein ganz großer Verein werden: Der Meckenheimer Turn- und Schwimmverein 1892 und der Turn-Sport-Tennis-Verein Merl, gegründet 1970, wollen fusionieren. Was die Vorstände und Geschäftsführer mit Arbeitskreisen bereits ausgetüftelt haben, stellten sie den Mitgliedern nun auch offiziell vor. Etwa 120 Sportler verfolgten in der Aula der Meckenheimer Theodor-Heuss-Realschule die bisher ausgearbeitete Fusionsvorstellung. „Wir wollen sehen, wie die Mitglieder dazu stehen. Etwa zum 1. Januar 2015 könnten die beiden Vereine, der MTuS mit 1200 und der TST mit 1320 Mitgliedern zusammengehen. Das würde viele Vorteile, aber keine Nachteile für die Sportler mit sich bringen“, betonten die Vorsitzenden Manfred Mahnig und Wolfgang Staab. Und sie sicherten gleich vor der Informationsveranstaltung zu, dass keine Kurse gestrichen, aber die Kosten sich reduzieren würden und in allen Sparten bessere Angebote gemacht werden könnten. „Heute wollen wir lediglich die Mitglieder aufklären, ihre Wünsche und Bedenken abfragen und uns langfristig besser aufstellen, wenn man uns den Auftrag zur Fusion gibt“, erklärten Mahnig (MTuS) und Staab (TST Merl). Tatkräftige Unterstützung bei der Ausarbeitung hatten die Vereine von Karin Schulze-Kersting vom Landessportbund Nordrhein-Westfalen erhalten. Schulze-Kersting hat schon häufiger ähnliche Fälle im Sinne der Vereine abgewickelt und stand auch in Meckenheim für zahlreiche Fragen zur Verfügung.
Planungen stehen noch ganz am Anfang
Dass die Planer des Zusammenschlusses noch in den Anfängen stehen, betonten sie immer wieder an diesem Abend. Dass sie aber schon gute und intensive Arbeit hinter sich hatten, zeigte sich ebenfalls. Den Sport zu optimieren und ein breites, attraktives und flexibles Angebot bei Kursen und Training zu gewährleisten, das ist die Maxime der Vorstände. Da beide Vereine sich über sinkende Mitgliederzahlen beklagen, müsse nun gegengesteuert werden. „Der demografische Wandel schlägt auf die Vereine durch. Es gibt mehr ältere Menschen, die Kinder gehen in Ganztagsschulen mit Sport, das merken wir deutlich“, so Wolfgang Staab in seiner Einschätzung. „Wir wollen mehr Kontakt mit Kindergärten und Schulen, um Kinder und Jugendliche für den Vereinssport zu begeistern. Berufstätige sollen nach Feierabend ein attraktives Angebot vorfinden für Gesundheit und Fitness.“ Mehr Trendsportarten wolle man anbieten, die Öffnungszeiten durch die Zusammenlegung der Geschäftsstellen erweitern. Der TST ist Eigentümer der Wohnung, in der die Geschäftsstelle untergebracht ist. Der MTuS hat seine Räume am Neuen Markt gemietet, diese Kosten könnten gespart und dem allgemeinen Sportbetrieb zugeschlagen werden. Eine Dependance in Merl solle aber bestehen bleiben. Insgesamt erwarten die Vorstände Einsparungen von 10.000 bis 15.000 Euro jährlich, rechnete TST-Finanzfachmann Klaus Bold vor.
Einsparungen durch Synergieeffekte
„Was ist Ihnen wichtig?“ MTuS-Vorsitzender Manfred Mahnig versprach den Mitgliedern eine enge Beteiligung in allen Fragen. Stunden und Angebot blieben, für die Sportler verbessere sich aber alles. So könnte durch die deutlich größere Zahl von Übungsleitern/Trainern eine bessere Ausbildung gewährleistet werden. „Wir wollen nicht sparen oder Sie zum Verzicht bringen. Ganz im Gegenteil“, gab es ein positives Zeichen auch von Dr. Siegfried Schneider, dem 2. Vorsitzenden des TST Merl. Vor dem Hintergrund, dass für Sportvereine immer weniger Fördergelder und weniger Sponsoren bereitstünden, sei man langfristig gezwungen, gemeinsam zu planen, sagten die beiden Vorsitzenden. Die Ansprüche an die Vereine stiegen, hier könne eine Fusion Synergie bringen: „Gemeinsame Einkäufe von Geräten sparen Geld, Zusammenlegungen kleiner Gruppen garantierten ihren Bestand, große Einheiten könnten gesplittet werden. Ein Verein wie dieser neue, übrigens wäre es der größte im gesamten Rhein-Sieg-Kreis, hat größeres Gewicht im Gespräch mit Sponsoren, Verwaltungen und anderen wichtigen Institutionen.“
Verbesserung der Trainingsmöglichkeiten
„Es geht keine Übungsstunde verloren“, versicherte Karin Schulze-Kersting auf eine besorgte Frage aus der Zuhörerschaft. Auch die unterschiedlichen Eigentumsverhältnisse der bestehenden Vereine würden berücksichtigt. Durch die Zusammenlegung von Hallenzeiten könnten neue Sportarten aufgenommen werden. Die Stadt habe zugesagt, die bestehenden Verträge blieben erhalten. Das Personal bleibe erst einmal in den Ämtern. „Ehrenamtliche werden immer gesucht, wie sich bei früheren Fusionen gezeigt hat. Wir können jeden Helfer gebrauchen“, versicherte die Frau vom Landessportbund. Die Beiträge von MTuS- und TST Merl-Mitgliedern blieben fast gleich, stellten die Vorsitzenden fest. Umfangreich und offen wolle man weiter informieren und alle Zahlen präsentieren. „Helfen Sie uns und geben sie uns den Auftrag, die Fusion weiter zu betreiben. Es ist in aller Interesse. Zum Beispiel bei den Hallen:
Die Badmintonspieler bekommen eine größere Halle, die Tanzabteilung eine kleinere mit Spiegelwand“, warben Manfred Mahnig und Wolfgang Staab eindringlich für die Fusion. Bei zwei Mitgliederversammlungen werden die Sportler der beiden Vereine nun über den Plan abstimmen. Falls die Mehrheit dafür ist, könnte zum Jahreswechsel der Riesen-Verein entstehen. Wie er heißen soll und welches Logo sich durchsetzen wird, dürfte für viele Sportler eine wichtige Frage sein, die später demokratisch beantwortet werden soll.
Manfred Mahnig und Wolfgang Staab warben bei den Mitgliedern für die Fusion.
