Kölner Erzbischof redet Klartext in Meckenheim
Woelki fordert Einwanderungsgesetz
Meckenheim. Viel größer hätte der Kontrast für den Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki nicht sein können. Hielt dieser sich doch die gesamte Woche auf dem Balkan auf und war erst am Wochenende in sein Bistum zurückgekehrt, um pünktlich zum 125-jährigen Jubiläum der Pfarrkirche St. Johannes der Täufer mit den Meckenheimern die Festmesse zu feiern. Kaum ein Bischof hat in so kurzer Zeit so viele Veränderungen und Erstaunen bei den Gläubigen ausgelöst wie der neue Kölner Erzbischof. Sehr volksnah, aber mit einer klaren Haltung versehen, hat es Kardinal Woelki innerhalb von Monaten verstanden, das wie Blei auf dem Bistum liegende Klima der Starre in einen Aufbruch zu verwandeln. Dies mit klaren und kleinen Gesten, wobei es sich lohnt, dem Kardinal zuzuhören. So macht dieser nicht nur im Karneval und beim FC eine gute Figur, sondern auch mit klaren Aussagen zur Flüchtlingsproblematik. Im Gespräch machte Woelki dann auch klar, dass Deutschland dringend ein Einwanderungsgesetz benötige, damit diejenigen Menschen, die her kommen und nicht unter das Asylgesetz fallen, eine faire Chance bekommen. Er sieht hier darüber hinaus alle Länder der EU in der Verantwortung und machte nach seinen Besuchen im Kosovo und in Albanien vor allem drei Schwerpunkte für eine zukunftsgerichtete Politik aus. Zum einen müsse die Korruption auf dem Balkan bekämpft werden, aber auch ein gerechtes Bildungssystem geschaffen werden. Und zum dritten bedarf es eines modernen Gesundheitssystems zu dem alle Menschen Zugang haben.
Besondere Begegnung in Kroatien
Der Kardinal berichtete von einer Begegnung aus Kroatien, wo ihm ein Familienvater über sein vermeintliches Glück berichtete, dass er ein behindertes Kind habe, dadurch bekomme er fast 70 Euro Unterstützung jeden Monat vom Staat und davon muss die gesamte Familie leben. Das Erzbistum Köln engagiert sich direkt, so stellte man für die Flüchtlingsarbeit zwölf Millionen Euro zur Verfügung, davon werden zehn Millionen direkt vor Ort in den Krisenländern für Hilfsmaßnahmen verwandt und eine Million können die Pfarreien vor Ort abrufen für konkrete Hilfsmaßnahmen um Flüchtlinge vor Ort zu unterstützen.
Festgottesdienst zelebriert
Im Festgottesdienst, welchen der Kardinal gemeinsam mit Pfarrer Reinhold Malcherek zelebrierte, ging dieser dann auf die Geschichte der Pfarrei ein. Denn die Einladung der Gemeinde galt ja der 125-Jahr-Feier der Pfarrkirche.
Kardinal Woelki erinnerte an die Gedanken der Gemeinde im 19. Jahrhundert, welche mit dem Neubau der Kirche Christus im Evangelium ein konkretes Gesicht geben wollten. Dieser Schritt sei bestimmt nicht leicht gefallen, denn an der Stelle der heutigen Kirche habe vorher auch eine Kirche gestanden und der damalige Pfarrer habe im Jahr 1865 an das Generalvikariat nach Köln geschrieben und darüber Klage geführt, dass das Gotteshaus aus allen Nähten platze und deshalb ein Neubau her müsse. Damit spiegelt sich freilich auch die Entwicklung von Meckenheim in diesen Zeiten wieder, denn die Stadt erlebte einen starken Zuwachs von neuen Bürgern und so wurden die Gotteshäuser zu klein. Im Jahre 1854 wurden dann die Pläne für den Neubau vorgestellt und heute würdige man mit der Festmesse die Leistungen der Vorfahren und zolle ihnen Respekt und Dankbarkeit.
Auf Gott vertraut
Und Woelki führte in seiner Predigt weiter aus, dass dies damals auch Neuland für die Verantwortlichen gewesen sei, aber im Vertrauen auf Gott sei man diesen Weg gegangen und diese Statusveränderung kann auch auf heute bezogen werden und die Situation der Kirche.
Denn die Menschen mussten Abschied nehmen von einem Ort, wo sie getauft und getraut wurden und wo die nächsten Angehörigen beerdigt wurden, aber da das alte und das neue zusammengehören, wurde der alte romanische Kirchturm in den neuen Kirchenbau integriert.
Dies kann auch als Herausforderung zur Gestaltung der Kirche in der Zukunft sein. Denn mit deutlicher Ironie meinte Woelki, dass die Kirche in Meckenheim wohl immer so voll sei wie am Sonntag und erklärte, dass zahlreiche Kirchenbauten heute verkleinert oder gar ganz aufgegeben werden müssen, was ihm und den Besuchern ein deutliches Schmunzeln entlockte. Der Erzbischof sagte zum Schluss: „Nichts kann uns von Gottes Liebe trennen, früher konnte es das nicht, heute nicht und auch in Zukunft nicht.“
Mit einem Bildband über Meckenheim bedankte sich nach dem Gottesdienst Bürgermeister Bert Spilles beim Kölner Erzbischof, der danach ein begehrter Ansprechpartner war und gemeinsam mit den Meckenheimern auf dem Pfarrfest feierte.
Mit einem Bildband bedankte sich Bürgermeister Bert Spilles beim Kölner Erzbischof.
Ein gut gelaunter Erzbischof auf dem Weg in die Kirche
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