Maxi-Kinder der städtischen Kita „Zauberwald“ präsentierten ihre Kunstwerke
„Jedem Kind seine Kunst“
Mendig. Kulturelle Bildung ist ein elementarer Bestandteil in der Förderung junger Menschen. Sie regt Kinder und Jugendliche an, selbst künstlerisch-kreativ tätig zu werden. Sie befähigt Kinder und Jugendliche zur aktiven Auseinandersetzung mit künstlerischen Traditionen und eröffnet ihnen die Möglichkeit der Einübung neuer künstlerischer Ausdrucksformen. Sie setzt Kräfte und Fähigkeiten frei und trägt damit positiv zur Persönlichkeitsentwicklung bei. Sie vermittelt Schlüsselkompetenzen wie Innovations- und Teamfähigkeit, die in unterschiedlichsten gesellschaftlichen Kontexten von erheblicher Bedeutung sind.
Vor diesem Hintergrund hat die Landesregierung Rheinland-Pfalz ein Programm mit dem Namen „Jedem Kind seine Kunst“ ins Leben gerufen, um durch eine entsprechende Vernetzung von Künstlerinnen und Künstlern mit Kindertagesstätten, Schulen, Jugendzentren, etc. möglichst viele Kinder und Jugendliche schon früh an alle nur denkbaren Formen von Kunst und Kultur heranzuführen.
Die städtische Kita „Zauberwald“ machte in diesem Jahr erneut von dem Angebot des Landes Gebrauch und bot den Maxikindern seit September 2015 jeden Dienstag einen von der in der Grafschaft lebenden und vom Land registrierten Künstlerin Marie Jo Gaudry-Pankowski fachkundig geleiteten Malkurs an, in dessen Verlauf die Jungen und Mädchen sich frei nach dem Motto „Jedem Kind seine Kunst“ auf eine Reise in die farbige Welt der Gouache Farben begaben. Den Kindern standen die wasserlöslichen, aus groben vermahlenen Pigmenten unter Zusatz von Kreide bestehenden Gouache-Farben zur freien Verfügung, wobei sie die gewünschten Mischfarben aus den Grundfarben Rot, Gelb und Blau sowie Orange und Schwarz selber anrührten.
Jeweils sechs Maxi-Kinder hatten an den Dienstagvormittagen im Wechsel die Gelegenheit, unter der Leitung der Künstlerin die Objektdarstellung, die Farbauswahl und die Auftragung der Gouache-Farben zu erfahren und zu erlernen. Zunächst nahmen die kleinen Nachwuchskünstler jeweils ein Objekt, wie zum Beispiel eine Eule, einen Kürbis oder eine Sonnenblume genauestens in Augenschein, sprachen über ihre subjektive Wahrnehmung und gingen dabei auf Farbe, Form und typische Details des Objekts ein, welches sie erst skizzierten und dann mit Gouache-Farben malten.
Kinder präsentierten Werke in einer Ausstellung
Die beeindruckenden Ergebnisse ihrer Arbeit präsentierten die Maxi-Kinder in ihrer Kita im Rahmen einer Ausstellung, zu der u.a. auch die Eltern eingeladen waren. Bei ihrer „Kunstlehrerin“ bedankten die Maxi-Kinder sich mit je einem selber gemalten Bild, welches sie in eine „Erinnerungsmappe“ geheftet hatten.
In Sachen Kunst ist die städtische Kindertagesstätte „Zauberwald“ schon seit längerem bestens aufgestellt. So gibt es in den Räumlichkeiten u.a. auch ein so genanntes „Atelier“, in dem die Kinder von einigen in Reggio-Pädagogik geschulten Erzieherinnen betreut werden.
Die Reggio-Pädagogik wurde in der norditalienischen Stadt Reggio Emilia in den sechziger Jahren von dort arbeitenden Erzieherinnen und Erziehern entwickelt. „Wir versuchen die Entwicklung der Kinder durch eine besondere Gestaltung der Räume zu unterstützen. Diese folgt dem Gedanken, dass der Raum als dritter Erzieher zwei Hauptaufgaben für die Bildungsprozesse für Kinder erfüllen soll: Der Raum gibt den Kindern Geborgenheit und schafft eine Atmosphäre des Wohlbefindens, ist zugleich aber auch Herausforderung und wirkt aktivierend durch die Bereitstellung von vielfältigen Möglichkeiten zur Aktivität“, so die Leiterin des städtischen Kindergartens Zauberwald, Uschi Frank, die ebenfalls eine Ausbildung zur Reggio-Pädagogin absolviert hat.
Das „Atelier“ erfüllt als „dritter Erzieher“ gleich mehrere pädagogische Aufgaben.