Politik | 09.06.2026, 11:44 Uhr

VG-Rat wird informiert und beschließt

Nachhaltiges Klimaanpassungskonzept der VG Mendig

In Mendig trafen sich die „Klimaspaziergänger“ am 2. Juli 2025 – dem heißesten Tag des Jahres – auf dem Marktplatz.
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Mendig. Klimaanpassung bedeutet, statt auf den Klimawandel nur zu reagieren, sollen die Auswirkungen des Klimawandels bereits jetzt auf alle Lebensbereiche mitgedacht werden. Ein Thema mit dem sich der Verbandsgemeinderat Mendig sich im Rahmen seiner jüngsten Sitzung unter dem Tagesordnungspunkt „Klimawandelanpassungskonzept Mendig –Vorhabenbeschreibung zur nachhaltigen Klimaanpassung“ widmete.

Im Unterschied zum Klimaschutz, der durch die Verringerung der Emission von Treibhausgasen das Fortschreiten des Klimawandels verhindern oder verlangsamen will, versteht man unter Klimawandelanpassung, die Anpassung an die nicht mehr abwendbaren Folgen des Klimawandels, um negative Auswirkungen auf die Lebensqualität zu vermeiden. Dazu gehören Hitzebelastungen in Städten und Dörfern, die durch Begrünungen und Verschattungen reduziert werden oder die Entsiegelung von Flächen zum Schutz vor Überflutungen.

Vorbeugen und damit Risiken minimieren

Klimaanpassung heißt, aktiv Risiken zu minimieren. Carina Nikolay, Klimaanpassungsmanagerin in der Kreisverwaltung Mayen-Koblenz, stellte im Rahmen einer Bestandsaufnahme Daten und Erkenntnisse rund um das Klima in der VG Mendig vor.

• Stadt und Gemeinden in der VG sind am Tag großflächig hitzebelastet

• Der Hochstein versorgt die VG gut mit Kaltluft

• Gefährdung der Wälder durch eine geringe Neubildung von Grundwasser; rund um Rieden und Volkesfeld entlastet der Wald im Nettetal das Bioklima

• Überflutungsgefahr in Mendig durch den Kellbach

Klimarelevante Daten (Hitze- und Starkregenkartierungen) sollen unter anderem an die Feuerwehren weitergegeben werden, um über Risiken zu informieren und Vorsorge-, Einsatz- und Planungsprozesse zu optimieren.

Mit Hilfe einer Mischung aus digitalen Angeboten, Veranstaltungen vor Ort und einem klaren Bezug zu den betroffenen Orten konnten sowohl allgemeine Einschätzungen als auch konkrete Hinweise aus der Bevölkerung gesammelt werden. Ein besonderer Baustein waren die Klimaspaziergänge, die die Auswirkungen des Klimawandels direkt erlebbar machten. Am 2. Juli 2025 fand ein solcher in Mendig statt. Es war gleichzeitig auch zufällig der heißeste Tag des Jahres. Hier konnten die rund 25 teilnehmenden Bürgerinnen und Bürger in Mendig die Hitzeentwicklung im Ort unmittelbar spüren. An diesem Tag wurden auf versiegelten Flächen – auf offenen Plätzen oder Asphaltwegen – Oberflächentemperaturen von bis zu 70 Grad Celsius gemessen – eine brütende Hitze, die nicht nur unangenehm, sondern auch gesundheitlich belastend sein kann. Besonders eindrucksvoll zeigte sich der Unterschied dort, wo bereits Maßnahmen zur Klimaanpassung umgesetzt wurden: An begrünten Fassaden lag die gefühlte Temperatur über 20 Grad niedriger – ein deutlicher Beleg für die Wirksamkeit naturnaher Gestaltung im urbanen Raum. Die Rückmeldungen aus Mendig flossen gezielt in das Konzept ein – besonders Hinweise zu Hitzeinseln, Aufenthaltsqualität und möglichen Verbesserungen im öffentlichen Raum.

Die Spaziergänge sollten aber nicht nur informieren, sondern auch sensibilisieren: Welche Flächen heizen sich besonders auf? Welche Rolle spielt Begrünung? Und wie können sowohl die Kommunen als auch die Bürger zur Hitzeminderung beitragen?

Am Marktplatz in Niedermendig und Teichwiese in Obermendig stellte Carina Nikolay in der Sitzung den Mitgliedern des VG-Rates exemplarisch vor, wie klimaoptimierte Flächen aussehen könnten.

Der Verbandsgemeinderat stimmt dem vorgelegten Klimawandelanpassungskonzept einstimmig zu. Entsprechend dem Konzept werden weitere Fördermittel beantragt, um zum Beispiel Baumpflanzungen, weitere Beschattungen von Schulhöfen und öffentlichen Plätzen, Fassadenbegrünungen oder öffentliches Grün entstehen zu lassen.

In Mendig trafen sich die „Klimaspaziergänger“ am 2. Juli 2025 – dem heißesten Tag des Jahres – auf dem Marktplatz. Foto: Kreisverwaltung MYK (Archiv)

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