Abfallkonzept 2016: In Biomüll steckt viel mehr als Kompost
Organischer Abfall ist ein Multitalent
Kreis MYK. Der Bioabfall wird im Kreis Mayen-Koblenz schon lange getrennt vom Restmüll erfasst. Was bisher freiwillig und im Sinne der Umwelt geschah, wird ab 2015 Pflicht. Das Kreislaufwirtschaftsgesetz schreibt dies vor. Mit gutem Grund: Bioabfälle bergen ungeheure Mengen an ungenutzter Energie.
„Bioabfall ist sehr vielseitig“, erklärt Klaus-Peter Elzer. Seit Jahren erklärt der Umweltberater der Kreisverwaltung täglich den Anrufern, wie sich aus Küchenabfällen, Gras- oder Heckenschnitt und kleineren Baumzweigen ein nährstoffreicher Kompost für den eigenen Garten herstellen lässt: „Man kann auf schwermetallhaltige Mineraldünger verzichten.“
Doch mit dem eigenen Hauskomposter für den Garten sind die Möglichkeiten von Biomüll längst nicht ausgeschöpft, wie der Leiter des Abfallreferats, Carsten König, weiß: „Beim Vergären von Bioabfällen entsteht Gas, mit dem man Strom und Wärme erzeugen kann. Moderne Anlagen gewinnen mehr Energie, als dies etwa beim Verbrennen in großen Müllanlagen möglich wäre. Außerdem ist die Klimabilanz besser und die Gärreste können problemlos als Rohstoff an die Natur zurückgegeben werden.“
So ist Bioabfall heute zu einem wertvollen Energieträger wie Öl oder Erdgas geworden und lässt sich entsprechend gut vermarkten. Voraussetzung ist aber, dass Bioabfall möglichst wenig sogenannter „Störstoffe“ enthält: „Auf gut Deutsch: Wir können den Biomüll nur verkaufen, wenn nur das darin landet, was auch herein gehört. Kein Restmüll, keine Plastiktüten, keine Textilien, keine Windeln.“ Kurz gesagt: Je sauberer der Bioabfall, desto besser lässt er sich für die Energieerzeugung verkaufen. Und jeder Ertrag trägt dazu bei, die Gebührenlast zu senken. König hofft, dass mit getrennten Tonnen auch das aufwendige und kostspielige Nachsortieren deutlich reduziert wird: „Wir sehen schon, dass heute noch zu viel Restmüll in der Biotonne landet, weil die Mehrkammertonne diese Fehlwürfe sehr leicht macht. Was nicht mehr ins eine Fach passt, landet eben in dem anderen.
Allein aus hygienischen Gründen wird der Biomüll weiterhin alle zwei Wochen geleert: „Die Eigentümer können zwischen verschiedenen Behältergrößen wählen“, so König. 60, 120, 240 und 1100 Liter stehen zu Wahl. Auch die Biotonne wird einen Chip haben und kann somit auch einem Grundstück genau zugeordnet werden. Die Möglichkeit der Eigenkompostierung wird es auch in Zukunft geben und bringt dann sogar bei den Gebühren einen Bonus. Die getrennte Erfassung bietet zudem mehr Effizienz bei der Abfuhr: „Momentan müssen die Wagen die Tour unterbrechen, sobald eine der beiden Kammern voll ist. Künftig wird die volle Kapazität der Fahrzeuge ausgenutzt und Fahrzeiten somit reduziert. Jeder weiß: Zeit ist Geld, auch da sparen wir also.
Befüllt wird die Biotonne wie bisher das Biofach, betont Umweltberater Elzer: „Von der Apfelsinen- bis zur Zwiebelschale gehören alle organischen Abfälle aus der Küche, Garten in den Bioabfall. Und wer sich nicht sicher ist, kann sich gerne bei uns informieren.“ Offene Fragen und Anregungen können telefonisch unter 02 61 / 10 8-2 57 oder per E-Mail an abfallwirtschaft@kvmyk.de gestellt werden. Weitere Infos gibt´s auf www.myk.de mit einem Klick auf die Tonne.
Pressemitteilung der
Kreisverwaltung Mayen-Koblenz
