Fußball-Rheinlandliga, 32. Spieltag
„Verein war nicht vorbereitet auf diesen Weg“
aus Kottenheim
SV Eintracht Mendig kam bei der SG 99 Andernach mit 8:1 (4:0) unter die Räder
Andernach. Absteiger SV Eintracht Mendig bleibt in der Schlussphase der Meisterschaft aber auch nichts erspart: Am 32. Spieltag der Fußball-Rheinlandliga kam die Mannschaft von Trainer Damir Mrkalj bei der SG 99 Andernach mit sage und schreibe 8:1 (4:0) unter die Räder.
„Wir haben es 25 Minuten lang sehr gut gemacht und hätten durchaus in Führung liegen können“, blickte Mrkalj auf die Partie zurück. Leonard Zerwas lief allein auf das von Luca Jordi Bolz gehütete Tor zu. Anstatt Carsten Thelen zu bedienen, versuchte es Zerwas mit einem Lupfer, den Bolz mit den Fingerspitzen neben den Kasten lenkte (17.). „Wenn wir in dieser Szene das 1:0 machen, läuft es vielleicht anders“, so der Eintracht-Übungsleiter. „Es war aber ein Spiegelbild der gesamten Saison. Solche Verläufe hatten wir so schon ganz oft in dieser Spielzeit.“
Bei einem Eckball verschätzte sich SV-Schlussmann Nico Fogolin. Gian Luca Dolon, der kleinste Mann auf dem Platz, musste nur noch zum 1:0 für die Bäckerjungen einköpfen (26.). Sieben Minuten später verwandelte Mike Borger einen von Pascal Zimmer an ihm selbst verursachten Foulelfmeter zum 2:0. Adrian Medic verpasste es anschließend, ein taktisches Foul zu ziehen. Dolon erhöhte mit seinem zweiten Treffer auf 3:0 (41.), mit dem 4:0 durch Drilon Demiraj (42.) war bei den Gästen der Stecker endgültig gezogen. Die Mendiger hatten dem Gegner praktisch den Weg geebnet.
Nach Wiederanpfiff schraubten wiederum Dolon (56.) und Filip Reintges (63.) das Resultat weiter in die Höhe. Joel Maas konnte verkürzen (73.). Linus Wingenbach stellte den alten Abstand, Alexis Weidenbach durch einen verwandelten Handelfmeter den 8:1-Endstand her (88.).
„Es ist schwer. Ganz viele aus dem Kader haben mit der Saison abgeschlossen und werden den Verein verlassen. Ich habe sehr oft die Charakterfrage gestellt. Es ist allerdings schwierig, eine Mannschaft zu erreichen, die bereits abgestiegen ist. Wir haben an die Ehre der Akteure appelliert. Es kommt aber nur bedingt bei den Spielern an“, meinte Mrkalj. „Wir sind derzeit absolut in der falschen Liga. Natürlich wussten wir, dass es eine schwierige Reise werden würde. Uns fehlte komplett die Substanz, die Altersstruktur, die Tiefe und Breite im Kader. Der Verein war nicht vorbereitet auf diesen Weg in die Rheinlandliga, auch wenn das Jahr in der Bezirksliga herausragend war. Es geht jetzt darum, Anlauf zu nehmen, und zwar mit Zeit und mit Schwung. Zudem müssen alte Zöpfe abgeschnitten werden. Der Kader wird extrem jung sein. Jüngere Leute können zusammenwachsen, und zwar über mehrere Jahre. Andernach ist ein gutes Beispiel, aber auch dort hat es lange gedauert. Es ist schade, dass wir keine Jugend in der Hinterhand haben, die viel abfangen kann.“
SG 99 Andernach: Luca Jordi Bolz, Benjamin Saftig (74. Aaron Luis de Abreu), Leon Schmitz, Philipp Schmitz, Alexis Weidenbach, Jan Engels (74. Drinor Demiraj), Darian Dshabrailow (57. Filip Reintges), Argjend Idrizi (57. Linus Wingenbach), Drilon Demiraj, Mike Borger, Gian Luca Dolon Dolon (83. Max Blohm).
SV Eintracht Mendig: Nico Fogolin, Pascal Zimmer (68. Michael Koch), Adrian Medic, Alexej Eberhardt, Matthias Wengenroth, Carsten Thelen, Leonard Zerwas, Max Bernads, Brice Braquin, Dama Kanouté (66. Tim Montermann), Joel Maas.
Schiedsrichter: Noah Bursky (Niedertiefenbach).
Zuschauer: 100.
Torfolge: 1:0 Gian Luca Dolon (26.), 2:0 Mike Borger (33., Foulelfmeter), 3:0 Dolon (41.), 4:0 Drilon Demiraj (42.), 5:0 Dolon (56.), 6:0 Filip Reintges (63.), 6:1 Joel Maas (73.), 7:1 Linus Wingenbach (79.), 8:1 Alexis Weidenbach (88., Handelfmeter).
Nächste Aufgabe für die SG 99 Andernach: am Samstag, 16. Mai, um 17.30 Uhr bei der Spvgg Wirges.
Nächste Aufgabe für den SV Eintracht Mendig: am Sonntag, 17. Mai, um 15 Uhr gegen den FC Bitburg. (SK)
